stefbl
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München, Germany
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Im Februar 2004 haben wir einen wunderschönen, zweitägigen Ski-Kurzurlaub in Zell am See verbracht. Die Entscheidung, ausgerechnet dorthin zum Skifahren zu gehen, hatten wir eher zufällig getroffen. Auf der Suche nach einem Skigebiet, in dem es bezahlbare Unterkünfte auch nur für eine Nacht geben würde, stolperte ich im Internet eines Tages über die sogenannte Europa-Sportregion und damit über Zell am See und das angrenzende Skigebiet. Beim Skigebiet Zell am See handelt es sich genauer gesagt um die sogenannte "Schmittenhöhe" ;, zur Europa-Sportregion zählt darüber hinaus aber auch noch der Kapruner Gletscher, der vor einigen Jahren durch den Brand der dortigen Bergbahn viele Tage in die Schlagzeilen geriet.
Das Skigebiet Zell am See so kommt man hin:
Zell am See befindet sich in Österreich im Salzburger Land. Von München aus sind das etwa 180 Kilometer, was einer Fahrzeit von ca. zwei Stunden entspricht. Mautfrei erreicht man Zell am See über die A8 Richtung Salzburg und dann ab der Anschlussstelle 112 (Traunstein) über die B 305 und B 311 über die Orte Lofer und Saalfelden. Auch bei Schnee sind die Anfahrtsstraßen relativ gut befahrbar vorausgesetzt, man hat nicht wie wir eine Kolonne Holländer mit Sommerreifen vor sich, die konstant ihre 60 Stundenkilometer fahren und einem keine Chance bieten, mal zu überholen ...
In Zell am See stehen reichlich Hotels und Gasthöfe mit unterschiedlicher Sternenzahl zur Verfügung genau wie verschiedene Pensionen. Über das Internet hatten wir dort den Drei-Sterne-Gasthof Schütthof gebucht, wo wir für 57 Euro pro Person und Nacht nicht nur schöne Zimmer bekamen, sondern uns auch an einem Drei-Gänge-Menü am Abend + einem netten Frühstücksbuffet am Morgen erfreuen konnten.
Das Skigebiet und seine Pisten:
Der Einstieg in das Skigebiet Schmittenhöhe kann über zwei Stellen erfolgen. Die eine Möglichkeit bietet direkt vor Ort die Schmittenhöhebahn eine Kabinenseilbahn, in der rund 50 Personen stattfinden. Zwar hat die Gondel den Gipfel der Schmittenhöhe in rund 2.000 Metern Höhe sehr zügig erreicht, allerdings muss man unter Umständen sehr lange warten, bis man an die Reihe kommt. Viel schöner ist aus diesem Grund der Einstieg von Schüttdorf aus über die Areitbahn eine 6er-Gondelbahn, bei der die Abfertigung wirklich turboschnell erfolgt. Beim Areit in 1.400 Metern Höhe gibt es schon einige Pisten, auch der Einstiegspunkt zur Talabfahrt befindet sich hier, man kann aber mit den 6er-Gondeln Areitbahn II und Areitbahn III von dort aus aber auch weiterfahren bis zum Breiteck in 1.900 Metern Höhe. Dort befindet sich meines Erachtens der beste Ausgangspunkt in das gesamte Skigebiet. Ob blaue, rote oder schwarze Pisten von hier hat man jeden Schwierigkeitsgrad schnell erreicht.
Was mir am Skigebiet Schmittenhöhe besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass es hier wirklich Pisten aller Art gibt insgesamt 75 Kilometer, davon 25 Kilometer leicht, 25 Kilometer mittel und weitere 25 Kilometer schwer. Auch eine Snowboard-Halfpipe sowie Kinder-Areale mit lustigen Mickeymaus-Törchen sind im Angebot. Selbst als Anfänger, wie ich es zum Zeitpunkt des Besuches dort noch war, kam ich im Skigebiet Zell am See in den Genuss von langen und sehr schönen Abfahrten. So war ich nicht wie in anderen Skigebieten auf einige wenige Pisten angewiesen, die für mich geeignet waren, sondern konnte weite Züge des Skigebietes voll und ganz auskosten. So macht das Fahren richtig viel Spaß.
Zum Pistenzustand ist zu sagen, dass dieser meistens zumindest auf den Strecken, die ich gefahren habe bis auf wenige Ausnahmen gut war auf den Ziehwegen gab es aber auch vereiste Stellen. Auf den schwereren Pisten darunter auch auf den schwarzen Abfahrten trat Eis laut meinem Freund allerdings öfter auf. Das gilt auch für die Areit-Talabfahrt, die am Nachmittag wohl nicht nur komplett abgefahren, sondern auch vereist war.
Für Anfänger hervorragend geeignet sind auf jeden Fall die Pisten am Ausstieg der Areitbahn 1 hier finden auch Skikurse statt. Der Nachteil ist natürlich, dass die Pisten dort entsprechend voll sind. Hervorragend gefallen hat mir persönlich die Abfahrt Nummer 1 eine sehr lange blaue Piste, die ganz oben am Ausstieg der Areit III endet und wieder an die Bergstation der Areit I führt. Empfehlenswert ist es aber auch, vom höchsten Punkt, nämlich von der Scmittenhöhe aus, die blaue Abfahrt Nummer 3 zu fahren, die einen in den hinteren Teil des Skigebietes bringt. Hier war insgesamt weniger los und der Pistenzustand wirklich ordentlich.
Nicht viel sagen kann ich zu den roten und den schwarzen Pisten aus dem einfachen Grund, weil ich sie als Anfänger noch nicht fahren kann. Mein Freund jedoch, der ein echter Ski-Crack ist, war mit dem Angebot im Skigebiet Zell am See ebenfalls sehr zufrieden und das will schon was heißen!
Echte Kritik muss ich persönlich allerdings an einer Abfahrt üben nämlich an der Nummer 12. Diese erscheint im Pistenplan als sehr lange, ganz normale blaue Piste entpuppt sich jedoch beim Befahren als Ski-Wanderweg, was man speziell dann merkt, wenn einem Wanderer entgegen kommen, die auch noch Hunde dabei haben, die einem munter vor die Ski springen ... Viel schlimmer fand ich hier persönlich jedoch noch die Tatsache, dass dieser Wanderweg nicht nur schmal, sondern auch noch komplett vereist war und zu Guter letzt auch noch mitten in der Pampa flach wurde und sogar bergauf ging. Meine Freundin und ich, die ebenfalls wie ich erst den zweiten Winter auf den Brettern stand, haben ewig für diese Abfahrt gebraucht und waren entsprechend frustriert, als wir endlich unten ankamen. Zu allem Überfluss mussten wir dann auch noch mit der von mir eingangs erwähnten Groß-Gondel wieder nach oben fahren so dass wir leider eine Stunde zu spät zur Apres-Ski-Verabredung mit unseren Männern kamen und gleich wieder weiterfahren mussten, weil wir sonst die Gondel zurück ins Tal verpasst hätten. Das war aber auch das einzige Erlebnis an dem ganzen Skiwochenende, das für mich nicht ganz so positiv war.
Anmerken muss ich auch, dass an einigen Stellen, die Pisten-Beschilderung nicht ganz glücklich war. So wären wir fast versehentlich auf einer schwarzen Piste gelandet, vor der wir mit zitternden Knien stehen geblieben waren und das nur, weil sich das weiterführende Schild für unsere blaue Piste versteckt in den Büschen befand ...
Lifte, Gondeln und mehr ...
Was mir am Skigebiet Zell am See besonders positiv auffiel, sind die modernen Beförderungsanlagen. Anker-Schlepplifte gibt es nur noch an wenigen Stellen, statt dessen bewegt man sich hauptsächlich per Gondel oder per Sessellift fort. All diese Beförderungsmittel die Schlepplifte eingeschlossen sind durch die Reihe angenehm schnell, die Abfertigung erfolgt auch bei längeren Schlangen recht fix. Gut gefällt mir auch, dass in diesem Skigebiet die Swatch Access akzeptiert wird eine Uhr, auf die man sich seinen Skipass speichern lassen kann. Man muss folglich an jeder Liftstelle nur leicht den Arm heben und schon kann man das Drehkreuz passieren.
Skipässe und Preise
Natürlich spielen bei jedem Skigebiet die Preise auch eine Rolle. Dazu ist zu sagen, dass das Skigebiet Schmittenhöhe in dieser Hinsicht nicht billig ist, man für sein Geld aber auch etwas bekommt zum Beispiel moderne und schnelle Lifte. Eine Tageskarte nur für das Skigebiet Schmittenhöhe kostet demnach in der Hauptsaison 35,00 Euro, wenn man später kommt, sinken die Preise. Kauft man eine Liftkarte für mindestens zwei Tage, so gilt diese für die gesamte Europa-Sportregion (also auch für den Kapruner Gletscher) und kostet in der Hauptsaison für zwei Tage 65 Euro. Ein Skipass für eine Woche kostet 185 Euro. Wer einen genauen Überblick über die Skipasspreise sowie über das Skigebiet an sich bekommen möchte, dem empfehle ich einen Besuch der Webpage www.schmitten.at Dort bekommt man die gewünschten Details.
Skikurse:
Wer noch nicht Ski- oder Snowboardfahren kann bzw. sein Können erweitern möchte, kann im Skigebiet Schmittenhöhe natürlich auch Unterricht nehmen. Die Skischule Zell am See bietet in dieser Hinsicht alles, was das Herz begehrt vom Gruppenunterricht bis zum Privatunterricht in jedem Schwierigkeitsgrad. Meine Freundin und ich haben zur Erweiterung unserer Kenntnisse für zwei Stunden einen Privatlehrer gebucht und dafür zusammen 120 Euro bezahlt. Das ist für Privatunterricht ein vollkommen normaler Preis, und wenn man bedenkt, dass man in den zwei Stunden fast genauso viel lernt als an einem mehrtägigen Kurs in einer großen Gruppe, so ist das Geld hervorragend angelegt. Die Qualität des Skiunterrichts war auf jeden Fall sehr gut und der Lernerfolg, den wir in den zwei Stunden erzielt haben, beachtlich. Würde ich einmal wieder ins Skigebiet Schmittenhöhe kommen, so werde ich diese Investition auf jeden Fall wieder für weiteren Skiunterricht tätigen.
Essen, Trinken und Après Ski
Natürlich bekommt man beim Skifahren Hunger und das nicht zu knapp. Zum Glück gibt es im Skigebiet Zell am See dafür eine Menge Restaurants und Hütten die alle im großen und ganzen eine ähnliche Leistung bieten. Eingekehrt sind wir am ersten Tag in der Breiteckalm und am zweiten Tag im Panorama-Pfiff und bei beiden war es mittags dicht voll und das Essen wie in einem Skigebiet üblich eher teuer. Dafür haben wir dort aber auch sehr leckere Erbsensuppe mit Würstchen gegessen.
Möglichkeiten zum Après Ski gibt es im Skigebiet an allen Ecken und Enden sowohl im Bereich der Talstation als auch ganz oben auf dem Berg. Eher gemächlich geht es im Après-Zelt auf der Mitte der Piste 1 zu, der Bär steppt hingegen oben auf der Schmittenhöhe beim Schnaps-Hans. Die Stimmung ist hier auf jeden Fall gut, allerdings schlägt der Glühwein mit vier Euro zu Buche und alkoholfreie Getränke gibt es gar nicht. Bedenklich angesichts der Tatsache, dass hier viele Skifahrer den Alkohol verschätzen ... und entsprechend angetrunken ins Tal fahren. Sowas mag ich persönlich überhaupt gar nicht.
In Zell am See selbst gibt es die unterschiedlichsten Restaurants, Bars, Kneipen und Discos. Wer hier länger bleibt und nach dem Tag auf der Piste noch die Sau rauslassen möchte, dem wird es in Zell am See mit Sicherheit nicht langweilig.
Zusammenfassung und Fazit:
Mir hat es im Skigebiet Schmittenhöhe so gut gefallen, dass ich direkt traurig war, nach zwei Tagen wieder nach Hause fahren zu müssen. Hier hätte ich es gut und gerne noch einige Tage ausgehalten zumal man ja dann, wenn man nicht nur in diesem Skigebiet fahren möchte, ja problemlos auf den Kapruner Gletscher bzw. auf das nur knapp 20 Kilometer entfernte Saalbach-Hinterglemm ausweichen kann. Speziell für Anfänger waren die Pisten ideal und es ist wirklich motivierend, wenn man so einmal in den Genuss längerer Abfahrten kommt. Doch auch gute und sehr gute Skifahrer kommen in Zell am See voll und ganz auf ihre Kosten.
Meine einzigen echten Kritikpunkte betreffen damit lediglich die große Kabinen-Gondel (Wartezeit zu lang) sowie die nicht tragbare Piste Nummer 12, die eher für Frust als für Begeisterung sorgten. Diese beiden Punkte spielen aber beim Gesamteindruck des Skigebiets keine Rolle mehr, denn der war wirklich gut.
Aus diesem Grund steht für mich fest, dass ich im Skigebiet Zell am See mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gewesen bin. Mit Sicherheit werden wir dort mal wieder einmal zu Gast sein und dann vielleicht sogar für länger als zwei Tage. Denn egal ob nur ein Tag oder eine ganze Woche hier kann man sich wirklich auf der ganzen Linie wohlfühlen.
stefbl, 9. März 2005
(Erstveröffentlichung bei ciao im März 2004)
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