Zwischen Demmin und Bentzin liegt Tutow. Von dieser Stadt hatte ich bisher noch gar nichts gehört, bis uns an der Straße immer wieder Plakate für ein DDR-Museum dort ins Auge fielen.
Da wir ja früher mal DDR-Bürger waren, interessiert uns schon, was uns dort in dem Museum erwarten würde, also fuhren wir dort hin.
ERREICHBARKEIT im ORT
Wir mussten eine Weile suchen, bis wir das Museum, das sich inmitten eines Neubauviertels befindet, gefunden hatten. Der Ort selbst ist nicht groß und es ist auch alles ausgeschildert, trotzdem ist es ein wenig unscheinbar zwischen den Häusern. Wäre da nicht das große Plakat gewesen, das uns ja auch auf den Straßen immer wieder begegnet ist, wir wären womöglich vorbei gefahren.
ANSICHT UND WEG
Das Museum befindet sich in einem Flachbau, der an den Seiten große Glasscheiben hat und wir gleich sehen können, dass viele Ausstellungsstücke der DDR darin zu finden sein würden.
Trotzdem müssen wir uns erst einmal den Weg vom Parkplatz bis zum Eingang bahnen, der durch ein Spalier von großen Gegenständen, Figuren und anderen Eindrücken, die mit der DDR zu tun haben, geleitet wird. Der Weg selbst ist etwas Zickzack und da müssen wir schon ein wenig schmunzeln, war es doch schon damals nie geradlinig, wenn man einem Utensil hinterher gelaufen ist.
UMGEBUNG
Draußen gibt es dann noch eine Terrasse, dort wird auch, wenn gewünscht, ein Imbiss gereicht, aber dazu gleich mehr. Diese ist durch Wände von Fuchs und Elster und Spielplatzgestaltungen von früher gestaltet.
MUSEUM UND BESONDERHEIT
Nun gehen wir zum Eingang des Museums. Da müssen wir zum zweiten Mal Grinsen, denn es begrüßt uns ein Offizier der Nationalen Volksarmee der DDR in voller Uniform und hinter einer Grenzübergangsstation und verlangt unseren Ausweis oder den Reisepass. Des weiteren fragt er nach DDR-Mark oder nach Devisen. Natürlich war das alles nur gespielt, bzw. gehört zum Ritual, wenn man in das Museum eintritt. Richtige DDR-Bürger verstehen diesen Spaß selbstverständlich, werden sie doch an die damaligen Zeiten erinnert, wie es halt in der DDR üblich war. Zudem gibt es eine Streichholzschachtel und Essenmarken gratis mit der Eintrittskarte dazu.
Nun dürfen wir uns alles anschauen. Ich kann gar nicht alles aufzählen, was es da an Ausstellungsstücken gibt. An der Decke hängen Lampen über Lampen, in den Modellen, wie es sie in der DDR gab, in den Regalen sind nach Themen geordnet verschiedene Artikel, die wir alle in der Wohnstube, in der Küche oder sonst wo hatten und einen Erinnerungswert besitzen. Alles bunt durcheinander, authentisch, verspielt, aus allen Branchen und Bereichen des alltäglichen Lebens eines DDR-Bürgers.
RESTAURANT IM MUSEUM
Nachgestellt wurde im Museum eine Gaststätte mit dem berühmten Plakat: Bitte warten, Sie werden platziert.. dazu ein original eingerichtetes Restaurant mit bunten Tischdecken, Honecker-Bildern im Rahmen usw. Die Speisekarte ist zum Lachen, denn es sind dort Gerichte aufgelistet, die untermalt sind mit DDR-spezifischen Bemerkungen und Lebensmitteln, so wie es sie damals gab.
An den Tischen kann man sich hinsetzen, mitten im Museum, bei der Bestellaufnahme kommt eine Frau, die ebenfalls eine DDR-Uniform angezogen hat und nimmt alles per Hand auf. Der Kaffee wird in Mitropa-Tassen serviert und auch das Geschirr und Besteck bei anderen Speisen ist dem entsprechend wie es damals üblich war. Die Soljanka kommt aus Ungarn, Halberstädter Würstchen, Spirelli mit Tomatensoße usw. usf.
SCHMUNZELN
Während des Wartens können wir uns die Pressemappen anschauen und studieren, wie das Museum entstanden ist, die Idee, die Umsetzung, die Pläne. Die ersten Stimmen der Bevölkerung, der Medien, Zeitungsausschnitte und jede Menge Witze und lustige Episoden sind dort drin und dadurch vergeht die Zeit auch superschnell.
BESONDERHEITEN beim ESSEN
Das Essen wird gebracht und nun kommt auch noch etwas anderes ins Spiel: Die vorher verteilten Essenmarken, die wir beim Eintritt erhalten haben. Sie gelten für ganz bestimmte Gerichte, die mit der DDR zu tun haben und wenn wir sie einlösen, bekommen wir einen Prozentsatz Rabatt beim Bezahlen. Also das Essen dort macht einen Riesenspaß, wir haben fast wirklich das Gefühl, wieder in der DDR und nicht in einem Museum zu sein. Obwohl es praktisch ein Museum zum Anfassen ist.
Das Essen selbst schmeckt wie in alten Zeiten, so wie wir es von früher oder von Muttern gewöhnt sind. Auch hier authentisch angerichten mit den Mitteln, die damals angewendet wurden und mit den Möglichkeiten, die da waren, Gewürze, Beilagen, Verzierungen etc.
SHOP
Bevor wir wieder hinausgehen, können wir bei einem Teil des Museums sogar noch DDR-Artikel kaufen, sie erinnern uns an diese Zeit, stellen Ausstellungsstücke dar oder geben einen nochmaligen schmunzeligen Einblick in die damaligen Zustände. Zum Beispiel gibt es einen Kräuterschnaps mit dem Namen: Der schwarze Kanal , Ein Schmunzel-Buch über Anekdoten rund um die DDR erwerben wir und Schokolade, die mit Papier von DDR-Geld umwickelt ist.
AUßENBEREICH
Mit einem Lächeln verlassen wir das Haus und gehen dann noch in den Außenbereich, der verschiedene Geräte der Landwirtschaft sowie ältere Automodelle, wie den Trabant 601 S und den Wartburg oder den Barkas zeigen. Das Gelände und das Museum soll sogar noch ausgebaut werden, denn wir kommen zufällig in einen Bereich des hinteren Teils des Hauses, in dem noch viele DDR-Artikel lagern und noch später in das Museum integriert werden sollen.
ENDBEMERKUNG
Tja. Das waren noch Zeiten und irgendwie machte das Ganze doch Spaß. Die Leute des Museums dort wollen das alte Flair noch einmal aufleben lassen und auch wenn es heute so gut ist, wie es ist, ist es doch eine schöne Erinnerung, die auf authentische und schmunzelnde Weise die Historik nachstellt.
Eure DagSonja
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness
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Concept
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Exhibits
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Relevance