Detailed review by trixibelle
trixibelle(41)
Wenzenbach, Germany97%
Hoch über dem Rhein im Mittelrheintal gelegen steht die Burg Rheinstein. Die verhältnismäßig kleine Anlage besticht durch Romantik pur. Die Burg ist in Privatbesitz, ist aber ganzjährig zu besichtigen.
Lage:
Zwischen Bingen und Trechtingshausen auf der linken Rheinseite steht auf einem Felsvorsprung die Burg Rheinstein. Ihre Anfänge gehen zurück bis ins 14. Jahrhundert, als sie als Gegenburg zur Burg Reichenstein errichtet wurde und zusammen mit den Burgen Ehrenfels, Klopp und dem Mäuseturm in Bingen zur Sicherung des Erzstifts Mainz und der Zollstätten diente.
Geschichte:
Die wechselvolle Geschichte der Anlage reicht von Zollstätte über drohenden Verfall bis zur heutigen Nutzung.
Erstmals wurde die Burg als Mainzer Besitz im Jahre 1323 erwähnt. Im 17. Jahrhundert begann der Verfall der Burganlage, da sie seit vielen Jahren ihre Bedeutung als Zollburg verloren hatte. Die Ruine wurde Anfang des 19. Jahrhundert an Prinz Friedrich von Preußen verkauft und wieder aufgebaut bzw. umgebaut. Der preußische Prinz ließ die Burgkapelle und die Gruft erbauen.
Prinz Friedrich und seine Familie nutzten Rheinstein als Sommersitz und die Familie fand später in der sog. Preußengruft ihre letzte Ruhestätte.
1975 wurde die Burg von der letzten Eigentümerin aus dem Hause Preußen an den Opernsänger Hermann Hecher verkauft, der die Burg durch die drohende Zweckentfremdung durch eine Hare Krishna-Sekte und dem Verfall bewahrte. Unmittelbar vor den Verkauf wurde die Burg jedoch durch dubiose Geschäftemacher geplündert und Teile der Originalausstattung wurden verhökert.
Burg Rheinstein:
Am Fuße des Berges befinden sich einige Parkplätze, die nur für Besucher der Burg gedacht sind. Ein Fußweg führt serpentinenartig empor, vorbei an einem mit Ketten gesicherten Fels gelangt man zur Zugbrücke. Direkt hinter dem Eingang befindet sich der sog. Halsgraben. Unter der Terrasse befindet sich der Eiskeller sowie die Hundezwinger. Am Ende des Grabens steht der Kommandantenturm, hier wohnten ursprünglich die Erzieher der jungen Preußenprinzen.
Zur linken Seite gelangt man in den üppig bepflanzten Burgundergarten. In der Mitte der Anlage umrankt von Weinreben steht der ehemalige Brunnen. Durch die äußere Burgmauer beim Kommandantenturm gelangt man zur Burgkapelle. Über bzw. hinter dem Kommandantenturm liegt das Cafe, dies hatte jedoch wegen Umbaumaßnahmen geschlossen.
Die Anlage besteht aus Mauern, Türmen, Fenstern, Zinnen und Treppen. Sie ist verhältnismäßig klein zu den mächtigen Burganlagen entlang des weiteren Rheinverlaufs.
Die Burgkapelle und die sog. Preußengruft
Die kleine Burgkapelle steht auf einem Felsvorsprung und ragt ins Rheintal hinein. Die Kapelle ist von einer Balustrade umgeben und den Giebel ziert eine Kreuzblume sowie Wasserspeier. Vor der Kapelle ist der Zugang zur Gruft durch eine schwere Steinplatte im Boden gesichert. An der Kirche vorbei führt ein Eisensteg hinunter zu einem Fenster in der Gruft. Hier stehen die Särge von Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Prinzessin Wilhelmine Luise sowie deren Sohn Prinz Friedrich Georg. Am Fuße der preußischen Särge steht noch ein weiterer Sarg neueren Datums. Dort soll die verstorbene Frau des heutigen Besitzer ruhen.
Wohnturm
Vom Burgundergarten führt eine Treppe zum Hauptportal.
Im Zentrum der Anlage steht der Wohnturm, dessen Frontseite dem Rhein zugewandt ist. Umschlossen ist der Turm durch eine Schutzmauer. Die Fassade umfasst zwei unterschiedliche Flankentürme. Der Wohnturm enthält 5 Geschosse. Im unteren Bereich befindet sich im Eingangsbereich die Knappenhalle und die Burgküche mit Vorratskammer. Darüber folgt eine Zwischenetage und über eine Terrasse gelangt man ins Hauptgeschoß mit Rittersaal und Kredenzzimmer. Im oberen Bereich liegen die Wohn- und Schlafräume, die sog. Prinzessinnenetage. Hier befindet sich das Schlafzimmer von Prinzessin Luise mit Vorraum, der rote Salon als Musikzimmer und der als Wohnzimmer genutzte blaue Salon. Das Schreib- und Arbeitszimmer der Prinzessin befindet sich im Turmstübchen.
Über eine schmale Wendeltreppe gelangt man in die Wohnräume der Prinzen mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und der oberen Etage des Turmstübchen.
Über eine weitere Treppe gelangt man ins obere Turmzimmer, welches sich noch im nicht restaurierten Zustand befindet.
Allgemeines zu Öffnungszeiten:
Die Anlage ist ganzjährig geöffnet
Hauptsaison:
15. März bis 15. November von 9.30 - 18.00 Uhr
Nebensaison:
Montag - Freitag nach telefonischer Absprache
Samstag und Sonntag von 10.00 - 17.00 Uhr
Förderverein:
Zur Erhaltung der Burganlage gibt es einen Förderverein sowie zum Ausbau des Fußweges ein Patenamt für den Panoramaweg.
Eintrittspreise:
Erwachsene kosten 4 €
Kinder kosten 2,80 €
Auf Burg Reichenstein sowie für die Festung Rheinfels haben wir den gleichen Eintrittspreis gezahlt.
Mein Fazit:
Die Burg Rheinstein ist zwar viel kleiner und wohl auch etwas unbedeutender, aber uns hat es auf Burg Rheinstein am besten gefallen. Bis vor kurzen war die Burg auch noch vom jetzigen Eigentümer bewohnt, einige Bereiche können deshalb nicht besichtigt werden.
Burg Rheinstein10