Bed & BreakfastVilla Anemone > Review
Your hotel?![]() |
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very good
the house of the rising sun
Beach holiday
Breakfast only
10-14 days
Spouse/Partner
Ich möchte das Hotel näher vorstellen, das mir 2 Wochen lang, vom 17.05 - 01.06., als "Zu Hause" diente.
1. Meine Bedingungen für ein Quartier:
Ich wollte auf Rat eines Freundes ein Hotel in der Hauptstadt Fira (oder Thira) buchen, da von hier aus die Verbindungen zu anderen Teilen der Insel am besten sind und der Sonnenuntergang gut zu sehen ist,
- wegen meiner Höhenangst durfte das Hotel aber nicht zu nahe am Kraterrand stehen,
- es sollte einigermaßen bequem erreichbar sein (ich hatte von einem sonst recht gut bewerteten Hotel gelesen, dass man jeden Tag zig Treppen zu steigen hatte, sei es zum Pool oder zum Speiseraum,
- und es durfte nicht zu teuer sein.
- Nach Möglichkeit sollte es über einen Pool verfügen, falls es während der Aufenthaltszeit sehr heiß war, zumal man von Fira aus ja nur mit Verkehrsmittel zu den Strandorten fahren konnte.
2. Die Villa Anemone
Am 17.05. holte mich Frau Danasis, die Frau des Hoteliers, mit PKW am Flughafen ab. Auf dem Weg zum Hotel zeigte sie mir schon die eine oder andere Sehenswürdigkeit der Insel, dann ging es von der Hauptstraße einen Weg rechts ab abwärts, wieder etwas höher - und wir standen vor der Villa Anemone, die wirklich aussah, wie auf der Internetseite.
Frau Danasis trägt mein Gepäck auf mein Zimmer - Nummer 7 - im oberen Stockwerk in der Mitte und zeigt mir das Zimmer: Ein kleiner Korridor, in dem links ein Kleiderschrank steht und von dem aus es rechts ins Badezimmer geht: Im Bad ist außer Toilette und Waschbecken eine Dusche, kein Duschvorhang; so ist das Bad zwar nach dem Duschen immer etwas überschwemmt, aber es wird auch täglich zuverlässig gereinigt.
Zum eigentlichen Zimmer geht es geradeaus durch: dort befindet sich rechts eine zart rosa gestrichene Wand, an der das Doppelbett steht, links eine Art Sekretär mit Spiegel darüber, ein Hocker, ein Stuhl, oben der Fernseher, daneben eine Bank und der Kühlschrank Und weiter geradezu ist der Balkon, an der Türe eine hübsche helle Gardine und Fensterläden. Die übrigen Wände alle blütenweiß gestrichen, alles ist sehr sauber und gemütlich. Das Tollste aber ist der Balkon mit einem umwerfenden Ausblick: Rechts der Berg Profitis Ilias, an dem abends Nebelschwaden vorbeiziehen, so dass es richtig mystisch aussieht, links die Pflanzung des Campingplatzes, und vor mir, über eine kleine Kapelle und die verstreuten Häuser hinweg, das Meer. Und ab nun kann ich 14 Tage lang täglich, sogar vom Bett aus, einem irren, wunderschönen Sonnenaufgang zusehen. (Der Titel dieses Berichtes bezieht sich auf diesen Sonnenaufgang, nicht auf das Bordell in New Orleans:-)) Schon der erste Sonnenaufgang, den ich von hier aus erlebe, überzeugt mich, das richtige Hotel ausgesucht zu haben: Blutrot erhebt sie sich, die Sonne, der Himmel rot, gelb, blau, und langsam wird es Tag.
Die Villa Anemone ist ein recht hübsches Haus, an einem Hang gelegen, so dass es auf der Vorderseite über dem Erdgeschoss 2 Etagen hat, auf den anderen Seiten nur die beiden oberen Etagen. Ich erreichte mein Zimmer über eine Außentreppe, die ins obere Stockwerk führt. Der Swimmingpool liegt auf der anderen Seite des Hauses, nicht gerade groß, aber sauber und mit einem Mäuerchen umgeben, um gegen Blicke von außen zu schützen. Liegen, Stühle, Tische und Schirme standen natürlich kostenlos zur Verfügung. In allem entsprach das Haus also durchaus den Informationen, die die Internetseite angibt, allerdings würde ich die Angabe "conveniently situated at a walking distance (500 meters) from the central square of Fira the island's capital" doch etwas bestreiten: Sicher, es war nicht weit zur City, aber bequem war es nicht unbedingt, in die City zu gelangen! Die geringe Distanz wurde dadurch erschwert, dass der Weg relativ streng aufwärts ging. Während der Weg zurück ins Hotel - abwärts - in recht kurzer Zeit und bequem verlief, kostete der tägliche Gang aufwärts zum Zentrum, vor allem in der Hitze, einige Überwindung. Nun gut, für 3 Euro konnte man ein Taxi zwischen Villa Anemone und Fira-Zentrum benutzen - aber Taxis trafen wir eigentlich nur auf dem Rückweg. Vom Hotel aus gab es kaum Möglichkeit, eines zu ordern.
Diese Lage machte die Villa Anemone aber auch zu einem sehr viel ruhigeren Haus als die näher am Zentrum gelegenen. Außer den wenigen eventuell lauteren Gästen (meist Engländer, Australier, Franzosen oder Amerikaner) der 10 Hotelzimmer und gelegentlichen lärmenden oder Moped fahrenden Jugendlichen hatten wir nachts vor allem die Geräusche eines ziemlich nervtötenden Puters, das Krähen eines Gockels, das Singen von Vögeln, Glocken vorbeitreibender Esel, das Kläffen von Hunden - und das Geschrei eines ziemlich unerträglichen Kindes in der einheimischen Nachbarschaft. Und die unverbaute Aussicht auf das Meer und den Profitis Ilias entschädigte so und so für den unbequemen Aufstieg zum Ort.
3. Service
Schon bei meiner Ankunft wurde mir gesagt, dass es Frühstück um 8:15 gibt. Nein, kein "von ... Uhr bis ... Uhr", sondern eben 8:15. Das Hotelbesitzerpaar hat 3 Hotels und baut gerade an dem Vierten - und dass die Villa Anemone das billigste ihrer Häuser ist, war durchaus u. a. am Frühstück zu merken: Oft standen wir morgens um 8:15 noch vor verschlossener Frühstücksraumtüre, weil Herr und Frau Danasis in ihrem (teureren) Hotel "Petros" wohnten und nicht rechtzeitig kamen. Und das Frühstück war recht dürftig! Besonders toll hatte ich bisher in keinem dieser kleinen griechischen Hotels, in denen ich mich immer einmiete, gefrühstückt, aber das Frühstück hier war bislang wirklich das schlechteste: Man bekam eine Tasse Kaffee (oder Tee) direkt serviert, dazu ein Glas Orangensaft und einen Teller mit 2 Scheiben Weißbrot, 2 abgepackten Becherchen Kirschmarmelade, 2 Stück Fertigkuchen, 2 abgepackte Schälchen Butter und 1 abgepacktes Beutelchen Kaffeesahne - ach ja, und 2 Beutelchen Zucker. Kaffee konnte man sich noch etwas nachschenken lassen, aber das war fast schon peinlich. Allerdings schien es das Standardfrühstück auf Santorini zu sein, wie ich den Karten der entsprechenden Lokale im Ort entnahm.
Eingenommen wurde das Frühstück in einem freundlichen Raum im Erdgeschoss des Hauses, der auch die kleine Rezeption enthielt. Ansonsten war der Raum geschlossen. Während meines Aufenthaltes war ein (Kunst)Maler engagiert, der Motive von Santorini an die Wand malte. Am ersten Morgen hatte er gerade das erste Bild vollendet, einen Blick über Fira-Dächer auf das Meer, zwei weitere Bilder dieser Art folgten, und bei meiner Abreise war er noch dabei, das Motiv einer Wandmalerei aus Akrotiri auf die Wand hinter der Rezeption zu pinseln.
Außer zum Frühstück war nur selten jemand der Eigentümerfamilie im Haus. Einen Safe gab es nicht, mir wurde erklärt, das sei überflüssig, und in der Tat fehlte auch nie irgendetwas. Jeden Tag kam irgendwann um Mittag jemand, um die Zimmer zu reinigen und die Handtücher bzw. die Bettwäsche zu wechseln, ansonsten waren sich die Gäste alleine überlassen. Die Zimmerschlüssel wurden entsprechend nicht abgegeben, sondern man nahm sie selbst immer mit sich. Ein "Hotelflair" war somit eigentlich gar nicht gegeben, eher das einer Pension oder eher noch eines Gästehauses. Langsam wurde mir klar, dass eben ein Unterschied bestand zwischen "Hotel", "Pension" und "Villa". Die im Zimmer angeschlagenen Preise lagen übrigens einiges höher als die Preise, die man bei Internetbuchung bezahlt.
Nun ja, umwerfend war der Service nicht. Es wurde zwar auf peinliche Sauberkeit geachtet, aber wir kamen nie dahinter, warum wir an manchen Tagen nur ein Handtuch bekamen, an anderen zwei Handtücher, und fehlendes Toilettenpapier konnten wir immer erst zum Frühstück neu anfordern. Darüber, über den anstrengenden Weg in die City und über das mäßige Frühstück tröstete aber die Freundlichkeit der Eigentümer hinweg. Petros und Evgenia Danasis, das Eigentümerehepaar, waren sehr herzliche Menschen, die uns immer wieder mit dem Auto zur City mit hochnahmen und sich gerne und mit viel Humor mit uns unterhielten. Wir erfuhren, dass sie 5 Töchter im Alter von 23, 22, 20, 18 und 15 Jahren hatten, die 22- und die 20jährige Tochter lernten wir auch kennen. Die ältere dieser beiden Töchter verwaltet das bislang beste Hotel der Familie, das "Astir". Das Ziel der Familie ist wohl, dass jede der Töchter ein Hotel bekommt, die älteste Tochter ist zur Zeit zur Ausbildung in Athen. Am vorletzten Abend erfuhren wir, dass die Familie auch eigenen Wein anbaut und herstellt: Petros Danasis überraschte uns, nachdem er uns einen Tag vorher über unseren bevorzugten Wein gefragt hatte, mit jeweils 1,5 Liter in Wasserflaschen abgefülltem eigenem Wein als Geschenk: Meine Freundin bekam einen trockenen weißen Wein zum Geschenk, ich einen süßen Rotwein. Und der schmeckt!!!!!!!!! So gut, dass eine Freundin von mir in Berlin nach Probe gefragt hat, ob ich nicht mal hinschreiben will, ob er uns ein paar Flaschen verkauft
Am vorletzten Morgen bekamen wir eine weitere Überraschung geboten: Evgenia Danasis fing uns vor dem Frühstück ab und fuhr uns mit den Worten "Surprise" in ihr teuerstes Haus, das Astir, wo wir nach Leibeskräften wirklich richtig toll frühstücken konnten. Ein Zimmer im Astir kostet wohl in der Vorsaison um 100 Euro die Nacht - und abgesehen von der exponierten Lage dieses Hotels mit Blick auf Sonnenauf - UND -untergang war da der preisliche Unterschied sehr fühlbar: Im Astir gab es ein Frühstücksbüfet, bei dem wirklich NICHTS fehlte.
Evgenia verabschiedete sich von uns mit Umarmung und Bussi, die 23jährige Tochter fuhr uns zum Flughafen. Doch, die Nettigkeit dieser Familie ließ uns über die genannten Defizite der Villa Anemone weitgehend hinwegsehen.
4.Meine Wertung:
Ich habe mich wohlgefühlt in der Villa Anemone. Sie hat weitgehend meine Erwartungen erfüllt, die die Homepage des Hauses in mir weckte: Ein sauberes, hübsches Haus, großzügig geschnittene Balkons mit Tisch und Stuhl und Wahnsinns-Aussicht, nette Wirtsleute. Meine Erwartungen an den Ausblick wurden sogar weit übertroffen: Dass ich sogar auf dem Bett sitzend einen solch grandiosen Sonnenaufgang über dem Meer sehen würde, hatte ich gar nicht zu hoffen gewagt. Enttäuscht hat mich allerdings, dass der Weg ins Zentrum so beschwerlich war - hatte ich bei der Buchung doch so darauf geachtet, Treppen zu vermeiden! Nein, es waren keine Treppen, es war schlichtweg ein Hügelweg zu erklimmen! Dennoch auch diese Lage hatte Vorteile: die Häuser, die näher an der Hauptstraße waren, ohne am Kraterrand zu liegen, hatten weder Blick auf den Sonnenauf- noch auf den Sonnenuntergang und waren sehr viel lebhafter. So hatten wir gerade durch diese beschwerlichere Lage Ruhe und diese besondere Aussicht.
Dass man bei dem Preis keine großen Ansprüche stellen darf, war klar. Ich bevorzuge auch diese kleinen familiären Häuser, weil man sich freier fühlen kann meines Erachtens nach. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war auf jeden Fall sehr günstig, und vorbildlich sauber und liebevoll geführt war das Haus, obwohl das Wirtsehepaar nur sporadisch anwesend war. Und besonders die Herzlichkeit und die nette Art der Besitzer ließen einen schnell vergessen, wenn man sich einmal über das verspätete Frühstück oder ähnliches ärgerte. Dennoch muss ich leider für das Frühstück einen Punkt abziehen.
Würde ich das Hotel anderen weiterempfehlen oder selbst noch einmal nutzen? Ja, durchaus; ich kann es denen empfehlen, die kleine familiäre Häuser ohne Luxus vorziehen, die gut bei Fuß sind, die ungebunden über die Insel streifen wollen und die - vor allem - für wenig Geld Santorini erleben wollen. Alleine für eine tolle Aussicht zahlt man auf Santorini meist wesentlich mehr. Allerding würde ich auch raten, sich in den naheliegenden Supermärkten einzudecken, um das Frühstück zu ergänzen.
Und wenn Ihr einmal dort sein solltet, grüßt die Danasis bitte von mir:-)
1. Meine Bedingungen für ein Quartier:
Ich wollte auf Rat eines Freundes ein Hotel in der Hauptstadt Fira (oder Thira) buchen, da von hier aus die Verbindungen zu anderen Teilen der Insel am besten sind und der Sonnenuntergang gut zu sehen ist,
- wegen meiner Höhenangst durfte das Hotel aber nicht zu nahe am Kraterrand stehen,
- es sollte einigermaßen bequem erreichbar sein (ich hatte von einem sonst recht gut bewerteten Hotel gelesen, dass man jeden Tag zig Treppen zu steigen hatte, sei es zum Pool oder zum Speiseraum,
- und es durfte nicht zu teuer sein.
- Nach Möglichkeit sollte es über einen Pool verfügen, falls es während der Aufenthaltszeit sehr heiß war, zumal man von Fira aus ja nur mit Verkehrsmittel zu den Strandorten fahren konnte.
2. Die Villa Anemone
Am 17.05. holte mich Frau Danasis, die Frau des Hoteliers, mit PKW am Flughafen ab. Auf dem Weg zum Hotel zeigte sie mir schon die eine oder andere Sehenswürdigkeit der Insel, dann ging es von der Hauptstraße einen Weg rechts ab abwärts, wieder etwas höher - und wir standen vor der Villa Anemone, die wirklich aussah, wie auf der Internetseite.
Frau Danasis trägt mein Gepäck auf mein Zimmer - Nummer 7 - im oberen Stockwerk in der Mitte und zeigt mir das Zimmer: Ein kleiner Korridor, in dem links ein Kleiderschrank steht und von dem aus es rechts ins Badezimmer geht: Im Bad ist außer Toilette und Waschbecken eine Dusche, kein Duschvorhang; so ist das Bad zwar nach dem Duschen immer etwas überschwemmt, aber es wird auch täglich zuverlässig gereinigt.
Zum eigentlichen Zimmer geht es geradeaus durch: dort befindet sich rechts eine zart rosa gestrichene Wand, an der das Doppelbett steht, links eine Art Sekretär mit Spiegel darüber, ein Hocker, ein Stuhl, oben der Fernseher, daneben eine Bank und der Kühlschrank Und weiter geradezu ist der Balkon, an der Türe eine hübsche helle Gardine und Fensterläden. Die übrigen Wände alle blütenweiß gestrichen, alles ist sehr sauber und gemütlich. Das Tollste aber ist der Balkon mit einem umwerfenden Ausblick: Rechts der Berg Profitis Ilias, an dem abends Nebelschwaden vorbeiziehen, so dass es richtig mystisch aussieht, links die Pflanzung des Campingplatzes, und vor mir, über eine kleine Kapelle und die verstreuten Häuser hinweg, das Meer. Und ab nun kann ich 14 Tage lang täglich, sogar vom Bett aus, einem irren, wunderschönen Sonnenaufgang zusehen. (Der Titel dieses Berichtes bezieht sich auf diesen Sonnenaufgang, nicht auf das Bordell in New Orleans:-)) Schon der erste Sonnenaufgang, den ich von hier aus erlebe, überzeugt mich, das richtige Hotel ausgesucht zu haben: Blutrot erhebt sie sich, die Sonne, der Himmel rot, gelb, blau, und langsam wird es Tag.
Die Villa Anemone ist ein recht hübsches Haus, an einem Hang gelegen, so dass es auf der Vorderseite über dem Erdgeschoss 2 Etagen hat, auf den anderen Seiten nur die beiden oberen Etagen. Ich erreichte mein Zimmer über eine Außentreppe, die ins obere Stockwerk führt. Der Swimmingpool liegt auf der anderen Seite des Hauses, nicht gerade groß, aber sauber und mit einem Mäuerchen umgeben, um gegen Blicke von außen zu schützen. Liegen, Stühle, Tische und Schirme standen natürlich kostenlos zur Verfügung. In allem entsprach das Haus also durchaus den Informationen, die die Internetseite angibt, allerdings würde ich die Angabe "conveniently situated at a walking distance (500 meters) from the central square of Fira the island's capital" doch etwas bestreiten: Sicher, es war nicht weit zur City, aber bequem war es nicht unbedingt, in die City zu gelangen! Die geringe Distanz wurde dadurch erschwert, dass der Weg relativ streng aufwärts ging. Während der Weg zurück ins Hotel - abwärts - in recht kurzer Zeit und bequem verlief, kostete der tägliche Gang aufwärts zum Zentrum, vor allem in der Hitze, einige Überwindung. Nun gut, für 3 Euro konnte man ein Taxi zwischen Villa Anemone und Fira-Zentrum benutzen - aber Taxis trafen wir eigentlich nur auf dem Rückweg. Vom Hotel aus gab es kaum Möglichkeit, eines zu ordern.
Diese Lage machte die Villa Anemone aber auch zu einem sehr viel ruhigeren Haus als die näher am Zentrum gelegenen. Außer den wenigen eventuell lauteren Gästen (meist Engländer, Australier, Franzosen oder Amerikaner) der 10 Hotelzimmer und gelegentlichen lärmenden oder Moped fahrenden Jugendlichen hatten wir nachts vor allem die Geräusche eines ziemlich nervtötenden Puters, das Krähen eines Gockels, das Singen von Vögeln, Glocken vorbeitreibender Esel, das Kläffen von Hunden - und das Geschrei eines ziemlich unerträglichen Kindes in der einheimischen Nachbarschaft. Und die unverbaute Aussicht auf das Meer und den Profitis Ilias entschädigte so und so für den unbequemen Aufstieg zum Ort.
3. Service
Schon bei meiner Ankunft wurde mir gesagt, dass es Frühstück um 8:15 gibt. Nein, kein "von ... Uhr bis ... Uhr", sondern eben 8:15. Das Hotelbesitzerpaar hat 3 Hotels und baut gerade an dem Vierten - und dass die Villa Anemone das billigste ihrer Häuser ist, war durchaus u. a. am Frühstück zu merken: Oft standen wir morgens um 8:15 noch vor verschlossener Frühstücksraumtüre, weil Herr und Frau Danasis in ihrem (teureren) Hotel "Petros" wohnten und nicht rechtzeitig kamen. Und das Frühstück war recht dürftig! Besonders toll hatte ich bisher in keinem dieser kleinen griechischen Hotels, in denen ich mich immer einmiete, gefrühstückt, aber das Frühstück hier war bislang wirklich das schlechteste: Man bekam eine Tasse Kaffee (oder Tee) direkt serviert, dazu ein Glas Orangensaft und einen Teller mit 2 Scheiben Weißbrot, 2 abgepackten Becherchen Kirschmarmelade, 2 Stück Fertigkuchen, 2 abgepackte Schälchen Butter und 1 abgepacktes Beutelchen Kaffeesahne - ach ja, und 2 Beutelchen Zucker. Kaffee konnte man sich noch etwas nachschenken lassen, aber das war fast schon peinlich. Allerdings schien es das Standardfrühstück auf Santorini zu sein, wie ich den Karten der entsprechenden Lokale im Ort entnahm.
Eingenommen wurde das Frühstück in einem freundlichen Raum im Erdgeschoss des Hauses, der auch die kleine Rezeption enthielt. Ansonsten war der Raum geschlossen. Während meines Aufenthaltes war ein (Kunst)Maler engagiert, der Motive von Santorini an die Wand malte. Am ersten Morgen hatte er gerade das erste Bild vollendet, einen Blick über Fira-Dächer auf das Meer, zwei weitere Bilder dieser Art folgten, und bei meiner Abreise war er noch dabei, das Motiv einer Wandmalerei aus Akrotiri auf die Wand hinter der Rezeption zu pinseln.
Außer zum Frühstück war nur selten jemand der Eigentümerfamilie im Haus. Einen Safe gab es nicht, mir wurde erklärt, das sei überflüssig, und in der Tat fehlte auch nie irgendetwas. Jeden Tag kam irgendwann um Mittag jemand, um die Zimmer zu reinigen und die Handtücher bzw. die Bettwäsche zu wechseln, ansonsten waren sich die Gäste alleine überlassen. Die Zimmerschlüssel wurden entsprechend nicht abgegeben, sondern man nahm sie selbst immer mit sich. Ein "Hotelflair" war somit eigentlich gar nicht gegeben, eher das einer Pension oder eher noch eines Gästehauses. Langsam wurde mir klar, dass eben ein Unterschied bestand zwischen "Hotel", "Pension" und "Villa". Die im Zimmer angeschlagenen Preise lagen übrigens einiges höher als die Preise, die man bei Internetbuchung bezahlt.
Nun ja, umwerfend war der Service nicht. Es wurde zwar auf peinliche Sauberkeit geachtet, aber wir kamen nie dahinter, warum wir an manchen Tagen nur ein Handtuch bekamen, an anderen zwei Handtücher, und fehlendes Toilettenpapier konnten wir immer erst zum Frühstück neu anfordern. Darüber, über den anstrengenden Weg in die City und über das mäßige Frühstück tröstete aber die Freundlichkeit der Eigentümer hinweg. Petros und Evgenia Danasis, das Eigentümerehepaar, waren sehr herzliche Menschen, die uns immer wieder mit dem Auto zur City mit hochnahmen und sich gerne und mit viel Humor mit uns unterhielten. Wir erfuhren, dass sie 5 Töchter im Alter von 23, 22, 20, 18 und 15 Jahren hatten, die 22- und die 20jährige Tochter lernten wir auch kennen. Die ältere dieser beiden Töchter verwaltet das bislang beste Hotel der Familie, das "Astir". Das Ziel der Familie ist wohl, dass jede der Töchter ein Hotel bekommt, die älteste Tochter ist zur Zeit zur Ausbildung in Athen. Am vorletzten Abend erfuhren wir, dass die Familie auch eigenen Wein anbaut und herstellt: Petros Danasis überraschte uns, nachdem er uns einen Tag vorher über unseren bevorzugten Wein gefragt hatte, mit jeweils 1,5 Liter in Wasserflaschen abgefülltem eigenem Wein als Geschenk: Meine Freundin bekam einen trockenen weißen Wein zum Geschenk, ich einen süßen Rotwein. Und der schmeckt!!!!!!!!! So gut, dass eine Freundin von mir in Berlin nach Probe gefragt hat, ob ich nicht mal hinschreiben will, ob er uns ein paar Flaschen verkauft
Am vorletzten Morgen bekamen wir eine weitere Überraschung geboten: Evgenia Danasis fing uns vor dem Frühstück ab und fuhr uns mit den Worten "Surprise" in ihr teuerstes Haus, das Astir, wo wir nach Leibeskräften wirklich richtig toll frühstücken konnten. Ein Zimmer im Astir kostet wohl in der Vorsaison um 100 Euro die Nacht - und abgesehen von der exponierten Lage dieses Hotels mit Blick auf Sonnenauf - UND -untergang war da der preisliche Unterschied sehr fühlbar: Im Astir gab es ein Frühstücksbüfet, bei dem wirklich NICHTS fehlte.
Evgenia verabschiedete sich von uns mit Umarmung und Bussi, die 23jährige Tochter fuhr uns zum Flughafen. Doch, die Nettigkeit dieser Familie ließ uns über die genannten Defizite der Villa Anemone weitgehend hinwegsehen.
4.Meine Wertung:
Ich habe mich wohlgefühlt in der Villa Anemone. Sie hat weitgehend meine Erwartungen erfüllt, die die Homepage des Hauses in mir weckte: Ein sauberes, hübsches Haus, großzügig geschnittene Balkons mit Tisch und Stuhl und Wahnsinns-Aussicht, nette Wirtsleute. Meine Erwartungen an den Ausblick wurden sogar weit übertroffen: Dass ich sogar auf dem Bett sitzend einen solch grandiosen Sonnenaufgang über dem Meer sehen würde, hatte ich gar nicht zu hoffen gewagt. Enttäuscht hat mich allerdings, dass der Weg ins Zentrum so beschwerlich war - hatte ich bei der Buchung doch so darauf geachtet, Treppen zu vermeiden! Nein, es waren keine Treppen, es war schlichtweg ein Hügelweg zu erklimmen! Dennoch auch diese Lage hatte Vorteile: die Häuser, die näher an der Hauptstraße waren, ohne am Kraterrand zu liegen, hatten weder Blick auf den Sonnenauf- noch auf den Sonnenuntergang und waren sehr viel lebhafter. So hatten wir gerade durch diese beschwerlichere Lage Ruhe und diese besondere Aussicht.
Dass man bei dem Preis keine großen Ansprüche stellen darf, war klar. Ich bevorzuge auch diese kleinen familiären Häuser, weil man sich freier fühlen kann meines Erachtens nach. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war auf jeden Fall sehr günstig, und vorbildlich sauber und liebevoll geführt war das Haus, obwohl das Wirtsehepaar nur sporadisch anwesend war. Und besonders die Herzlichkeit und die nette Art der Besitzer ließen einen schnell vergessen, wenn man sich einmal über das verspätete Frühstück oder ähnliches ärgerte. Dennoch muss ich leider für das Frühstück einen Punkt abziehen.
Würde ich das Hotel anderen weiterempfehlen oder selbst noch einmal nutzen? Ja, durchaus; ich kann es denen empfehlen, die kleine familiäre Häuser ohne Luxus vorziehen, die gut bei Fuß sind, die ungebunden über die Insel streifen wollen und die - vor allem - für wenig Geld Santorini erleben wollen. Alleine für eine tolle Aussicht zahlt man auf Santorini meist wesentlich mehr. Allerding würde ich auch raten, sich in den naheliegenden Supermärkten einzudecken, um das Frühstück zu ergänzen.
Und wenn Ihr einmal dort sein solltet, grüßt die Danasis bitte von mir:-)













































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