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Irgendwie ist es schon komisch: Scheinbar sind genau die Schiffe die Bekanntesten, die ein ziemlich kurzes "Leben" hatten. Da wäre zum einen natürlich die "Titanic" zu nennen, deren Schicksal wohl spätestens seit Kate Winsletts und Leo di Caprios Liebesaffäre im gleichnamigen Film jeder kennt. Zum anderen wäre hier aber auch noch die "Vasa" zu erwähnen. Diese mag zwar in Deutschland nicht sonderlich bekannt sein, es sei denn im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Knäckebrot, aber in Schweden kennt jedes Kind dieses Schiff.
Warum das? Nun, die Geschichte dieses Schiffes ist zwar eigentlich recht kurz, aber dennoch mehr als interessant.
Versetzen wir uns gedanklich in die Zeit des dreißigjährigen Krieges zurück: Schweden ist nicht nur im Ostseeraum, sondern sogar in ganz Europa eine der Großmächte. Aber das Land ist angreifbar - sein Wachsen und Gedeihen hängt von der Seefahrt ab. Also beschließt Gustav II. Adolf, eine große Flotte bauen zu lassen, um die Interessen seines Landes zu schützen. Die "Vasa", benannt nach dem Königsgeschlecht, soll das Flaggschiff dieser Flotte, die der englischen Grand Fleet und der spanischen Armada ebenbürtig sein soll, werden. Das größte Kriegsschiff der damaligen Zeit soll sie werden: 62 m lang, 12 m breit, 50 m hoch sollen die Masten in den Himmel ragen. 64 Kanonen und 435 Mann Besatzung sollen das Schiff unbesiegbar machen. Gleichzeitig aber soll das Schiff auch die Größe und den Reichtum Schwedens symbolisieren, also wird es ringsum mit wunderschönen Schnitzereien, teilweise bunt angemalt, teilweise vergoldet, geschmückt.
Am 10. August 1628 läuft das Schiff, von Tausenden von Schaulustigen bewundert, zu seiner Jungfernfahrt aus. Nach 50 m jedoch ist die Reise schon wieder beendet - eine Windbö erfasst das mächtige Schiff und binnen kürzester Zeit legt sich das Schiff zur Seite, kentert und versinkt.
Damit wäre die Geschichte der "Vasa" eigentlich beendet...
... wenn nicht im Jahre 1956 Forscher das Wrack gefunden hätten. 1961 gelingt es, das Schiff zu bergen. Man ist überrascht, wie gut erhalten das Schiff ist. Das erste Mal hat man die Chance, ein echtes Kriegsschiff des 17. Jahrhunderts live zu erleben. Über Jahrzehnte hinweg tüfteln Wissenschaftler an der Frage, wie man das langsam vor sich hinrottende Wrack konservieren könnte. Endlich findet man die Lösung - und seitdem kann die "Vasa" besichtigt werden.
Auf der Stockholmer Insel Djurgarden, nahe dem Freilichtmuseum Skansen und dem Vergnügungspark Gröna Lund, steht heute das markante Vasa-Museum.
Mittelpunkt des Museums ist natürlich das Schiff selbst. Zwar darf es aus Gründen des Denkmalschutzes nicht betreten werden, dennoch kann man über auf verschiedener Höhe angebrachte Rampen das ganze Schiff vom Kiel bis hoch zu den Höhen des Heckkastells, betrachten. Mich zog das Schiff, welches dort im Halbdunkel seine letzte Ruhestätte gefunden hat, sofort in seinen Bann. Wenn man die Augen schließt und den Duft des Holzes einatmet, dann kann man sich gedanklich zurückversetzen in die Zeit des dreißigjährigen Krieges. Sämtliche Details, welche sich kluge schwedische Schiffsbauer ausgedacht haben, um die Königin der Ostsee zu bauen, offenbaren sich dem Besucher. Stundenlang kann man um das Schiff herumgehen und entdeckt immer wieder etwas neues.
Die Ausstellung, welche sich mit dem Bau des Schiffes, den Lebens- und Arbeitsbedingungen an Bord solcher Schiffe und den geschichtlichen Hintergründen jener Zeit befasst, gerät dabei leicht ins Hintertreffen, auch wenn die Ausstellung durchaus empfehlenswert ist.
Ein Besuch im Vasa-Museum ist auf jeden Fall jede Öre des Eintritts (wenn ich mich recht entsinne, kostete der Eintritt 80 SEK) wert.
Meiner Meinung nach sollte dieses Museum bei einem Besuch in Stockholm zum Pflichtprogramm gehören. Ich persönlich auf jeden Fall habe den Besuch dort sicher nicht bereut und werde, wenn ich wieder mal nach Stockholm komme, sicher wieder vorbeischauen. Wer sich auch nur im Entferntesten für Geschichte und/oder Seefahrt interessiert - bei mir trifft beides zu :-) -, für den ist dieses Museum eigentlich ein Muß. Nirgendwo anders kann man ein so gut erhaltenes Schiff aus der betreffenden Zeit besichtigen; ein Besuch im Vasa-Museum ist wie eine Art Reise in die Vergangenheit. Der Faszination dieses Schiffes und seiner kurzen Geschicht kann man sich nur schwerlich entziehen.
Ehe ich nun zum Ende komme, möchte ich auf einem hinter dem Vasa-Museum (in Richtung Gröna Lund) gelegenen Platz hinweisen: am Rand des kleinen Friedhofs von Djurgarden befindet sich eine schlichte Gedenkstätte für die Opfer des "Estonia"-Untergangs. Zur Erinnerung: Jenes estnische Fährschiff sank im Herbst 1994 aus immer noch ungeklärter Ursache auf der stürmischen Ostsee. 852 Menschen kamen dabei ums Leben, von denen viele bis heute verschwunden sind. Eine schlichte Mauer, in die die Namen der Opfer eingraviert sind, erinnert an jene Opfer. Sicher ist dies kein Ort für touristisches Sightseeing, dennoch wollte bzw. mußte (ja, es war ein innerer Drang für mich) ich jenen Ort aufsuchen. Gerade weil ich selbst immer wieder mit Segelschiffen auf den Ozeanen unterwegs bin, habe ich eine Art gedankliche Verbundenheit mit all jenen, die auf See geblieben sind. Mögen sie in Frieden ruhen.
Gerade für die Angehörigen jener Opfer, die nie geborgen werden konnten, ist diese Gedenkstelle von sehr großer Bedeutung. Es ist trauerpsychologisch erwiesen, daß Menschen einen Ort brauchen, der sie an die verlorenen Angehörigen erinnert. Üblicherweise übernimmt das Grab diese Funktion - für viele "Estonia"-Opfer gibt es aber kein Grab, so daß die Angehörigen hierher kommen, um hier Blumen niederzulegen.
Wer an diesen Ort kommt, der sollte bitte bedenken, daß dies ein Ort der Trauer ist. Dies sollte man respektieren und sich entsprechend benehmen. Danke!
Warum das? Nun, die Geschichte dieses Schiffes ist zwar eigentlich recht kurz, aber dennoch mehr als interessant.
Versetzen wir uns gedanklich in die Zeit des dreißigjährigen Krieges zurück: Schweden ist nicht nur im Ostseeraum, sondern sogar in ganz Europa eine der Großmächte. Aber das Land ist angreifbar - sein Wachsen und Gedeihen hängt von der Seefahrt ab. Also beschließt Gustav II. Adolf, eine große Flotte bauen zu lassen, um die Interessen seines Landes zu schützen. Die "Vasa", benannt nach dem Königsgeschlecht, soll das Flaggschiff dieser Flotte, die der englischen Grand Fleet und der spanischen Armada ebenbürtig sein soll, werden. Das größte Kriegsschiff der damaligen Zeit soll sie werden: 62 m lang, 12 m breit, 50 m hoch sollen die Masten in den Himmel ragen. 64 Kanonen und 435 Mann Besatzung sollen das Schiff unbesiegbar machen. Gleichzeitig aber soll das Schiff auch die Größe und den Reichtum Schwedens symbolisieren, also wird es ringsum mit wunderschönen Schnitzereien, teilweise bunt angemalt, teilweise vergoldet, geschmückt.
Am 10. August 1628 läuft das Schiff, von Tausenden von Schaulustigen bewundert, zu seiner Jungfernfahrt aus. Nach 50 m jedoch ist die Reise schon wieder beendet - eine Windbö erfasst das mächtige Schiff und binnen kürzester Zeit legt sich das Schiff zur Seite, kentert und versinkt.
Damit wäre die Geschichte der "Vasa" eigentlich beendet...
... wenn nicht im Jahre 1956 Forscher das Wrack gefunden hätten. 1961 gelingt es, das Schiff zu bergen. Man ist überrascht, wie gut erhalten das Schiff ist. Das erste Mal hat man die Chance, ein echtes Kriegsschiff des 17. Jahrhunderts live zu erleben. Über Jahrzehnte hinweg tüfteln Wissenschaftler an der Frage, wie man das langsam vor sich hinrottende Wrack konservieren könnte. Endlich findet man die Lösung - und seitdem kann die "Vasa" besichtigt werden.
Auf der Stockholmer Insel Djurgarden, nahe dem Freilichtmuseum Skansen und dem Vergnügungspark Gröna Lund, steht heute das markante Vasa-Museum.
Mittelpunkt des Museums ist natürlich das Schiff selbst. Zwar darf es aus Gründen des Denkmalschutzes nicht betreten werden, dennoch kann man über auf verschiedener Höhe angebrachte Rampen das ganze Schiff vom Kiel bis hoch zu den Höhen des Heckkastells, betrachten. Mich zog das Schiff, welches dort im Halbdunkel seine letzte Ruhestätte gefunden hat, sofort in seinen Bann. Wenn man die Augen schließt und den Duft des Holzes einatmet, dann kann man sich gedanklich zurückversetzen in die Zeit des dreißigjährigen Krieges. Sämtliche Details, welche sich kluge schwedische Schiffsbauer ausgedacht haben, um die Königin der Ostsee zu bauen, offenbaren sich dem Besucher. Stundenlang kann man um das Schiff herumgehen und entdeckt immer wieder etwas neues.
Die Ausstellung, welche sich mit dem Bau des Schiffes, den Lebens- und Arbeitsbedingungen an Bord solcher Schiffe und den geschichtlichen Hintergründen jener Zeit befasst, gerät dabei leicht ins Hintertreffen, auch wenn die Ausstellung durchaus empfehlenswert ist.
Ein Besuch im Vasa-Museum ist auf jeden Fall jede Öre des Eintritts (wenn ich mich recht entsinne, kostete der Eintritt 80 SEK) wert.
Meiner Meinung nach sollte dieses Museum bei einem Besuch in Stockholm zum Pflichtprogramm gehören. Ich persönlich auf jeden Fall habe den Besuch dort sicher nicht bereut und werde, wenn ich wieder mal nach Stockholm komme, sicher wieder vorbeischauen. Wer sich auch nur im Entferntesten für Geschichte und/oder Seefahrt interessiert - bei mir trifft beides zu :-) -, für den ist dieses Museum eigentlich ein Muß. Nirgendwo anders kann man ein so gut erhaltenes Schiff aus der betreffenden Zeit besichtigen; ein Besuch im Vasa-Museum ist wie eine Art Reise in die Vergangenheit. Der Faszination dieses Schiffes und seiner kurzen Geschicht kann man sich nur schwerlich entziehen.
Ehe ich nun zum Ende komme, möchte ich auf einem hinter dem Vasa-Museum (in Richtung Gröna Lund) gelegenen Platz hinweisen: am Rand des kleinen Friedhofs von Djurgarden befindet sich eine schlichte Gedenkstätte für die Opfer des "Estonia"-Untergangs. Zur Erinnerung: Jenes estnische Fährschiff sank im Herbst 1994 aus immer noch ungeklärter Ursache auf der stürmischen Ostsee. 852 Menschen kamen dabei ums Leben, von denen viele bis heute verschwunden sind. Eine schlichte Mauer, in die die Namen der Opfer eingraviert sind, erinnert an jene Opfer. Sicher ist dies kein Ort für touristisches Sightseeing, dennoch wollte bzw. mußte (ja, es war ein innerer Drang für mich) ich jenen Ort aufsuchen. Gerade weil ich selbst immer wieder mit Segelschiffen auf den Ozeanen unterwegs bin, habe ich eine Art gedankliche Verbundenheit mit all jenen, die auf See geblieben sind. Mögen sie in Frieden ruhen.
Gerade für die Angehörigen jener Opfer, die nie geborgen werden konnten, ist diese Gedenkstelle von sehr großer Bedeutung. Es ist trauerpsychologisch erwiesen, daß Menschen einen Ort brauchen, der sie an die verlorenen Angehörigen erinnert. Üblicherweise übernimmt das Grab diese Funktion - für viele "Estonia"-Opfer gibt es aber kein Grab, so daß die Angehörigen hierher kommen, um hier Blumen niederzulegen.
Wer an diesen Ort kommt, der sollte bitte bedenken, daß dies ein Ort der Trauer ist. Dies sollte man respektieren und sich entsprechend benehmen. Danke!




















































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