very good

Gut erhaltenes, mittelalterliches Schloss (18.08.2007)
aurelia_aurita
aurelia_aurita (33)
hamburg, Germany
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(o o)
-(_)-


Moin, moin,

auf meinem Weg zum Dumbarton Castle sah ich ein Schild Newark Castle ¼ m, das mich spontan abbiegen ließ, um es zu besichtigen. Zufälligerweise wird dies auch noch von Historic Scotland verwaltet, wo ich schon länger Mitglied bin und daher freien Eintritt habe. Ob sich der kleine Abstecher gelohnt hat könnt ihr im folgenden Bericht lesen.


A D R E S S E / L A G E


Newark Castle
Newark Roundabout
PA14 5NH Port Glasgow

Fon: +44 (0)1475 741858

Newark Castle liegt direkt an der A8 direkt am südlichen Ufer des Firth of Clyde.


E I N T R I T T 2007

Erwachsene: £ 3.50
Kinder: £ 1.75
Ermäßigt: £ 2.80

Newark Castle wird von Historic Scotland verwaltet, Mitglieder habe hier dementsprechend freien Eintritt.


Ö F F N U N G S Z E I T E N

April bis September täglich 9:30 bis 17:30 Uhr



G E S C H I C H T E

Newark Castle wurde im 15. Jahrhundert (ca. 1478) von George Maxewell gebaut. Bis 1694 waren die Maxwells die Lords von Newark, auch König James VI besuchte das Schloss 1495. Vom ursprünglichen Gebäude sind heute noch der Turm im Ostflügel sowie das Pförtnerhaus im Westflügel zu sehen. Damals umgab eine Mauer, die heute nicht mehr zu sehen ist, das Schloss und die dazugehörigen Gebäude (Backhaus, Brauerei...). Etwa 100 Jahr später kamen Veränderungen am Gebäude - hauptsächlich der dreistöckige Nordflügel im Renaissance-Stil - von Maxwells Nachkommen Patrick Maxwell hinzu, einem Freund von James VI, der für seine Brutalität bekannt war - so tötete er 2 Mitglieder einer verfeindeten Familie und schlug seine Frau, die ihn wahrscheinlich, nachdem sie ihm 16 Kinder geschenkt hatte, verließ. Gleichzeitig wurde die Schlossmauer zerstört, nur der Turm im Nordosten blieb erhalten und diente weiterhin als Taubenhaus ("Dovecot" oder "Doocot") und Latrine.

1668 erwarb die Stadt Glasgow ein großes Landstück um Newark Castle, um hier einen Hafen für die Stadt zu bauen, woraus sich auch der heutige Name des Städtchens Port Glasgow ergibt.

1694 starb der letzte Maxwell und das Schloss wurde an eine Famlie verkauft, deren letzter Nachkomme Newark Castle 1909 an den Staat übergab, heute wird es von der Denkmalstiftung Historic Scotland verwaltet.


T E S T E R G E B N I S

Newark Castle ist ein sehr gut erhaltenes Schloss, in dem der Besucher sehr viele Räume besichtigen kann. In einigen der Räume bringen Schilder dem Besucher die Historie des Schlosses und den Zweck der einzelnen Räumlichnkeiten ein wenig Näher.

Begonnen habe ich meinen Besuch im ältesten Teil des Gebäudes, dem Towerhouse. Dieser unterscheidet sich schon rein äußerlich vom neueren Flügel, denn das Gebäude ist eher einfach gehalten und gerade, wären im neueren Nordteil das Gebäude mit kleinen Türmchen verziert ist. Innen führt eine enge, steinige Wendeltreppe auf den Turm herauf, der insgesamt drei Stockwerke umfasst. Die einzelnen Zimmer, an denen man vorbei kommt, stehen leer. Zu erkennen sind lediglich noch die Kamine, die die Zimmer einmal beheizten.

Vom Turm gibt es einen Übergang in den anschließenden Flügel. Hier gibt es unter anderem ein Schlafzimmer zu besuchen, in dem man neben dem üblichen Kamin noch die Latrine, den Kleiderschrank sowie die Tür für ein Klappbett sieht (das Bett selber leider nicht).

Einige Räume weiter befindet sich die ehemalige Versammlungs- und Festhalle. Hier befinden sich neben einem verzierten Kamin noch ein wenig Mobiliar Bänke, Tisch, Regal und Kronleuchter - ob dies zum ursprünglichen Mobiliar gehört, wird dem Besucher allerdings nicht verraten. Die Halle ist im Vergleich mit anderen Schlössern, die ich in Schottland besucht habe, relativ klein und nur wenige Gäste werden hier früher einmal Platz gefunden haben. Dennoch kann man sich gut vorstellen, wie es hier einmal ausgesehen haben mag. Von hier aus gibt es zwei Verbindungen. Die eine führt den Besucher hinüber in das Gatehaus (Pförtnerhaus), außerdem führt eine Wendeltreppe hinunter in die Küche.

Die Räume im Gatehouse ähneln denen im Turm - kein Wunder, wurden doch beide in der gleichen Epoche gebaut. In den mittelalterlichen Räumen sind eigentlich auch nur noch die Kamine zu erkennen, Einrichtungsgegenstände findet man hier leider nicht.

Der Turm, einziger Rest der usprünglichen Mauer, die das Schloss umgab, ist eigentlich leider abgeschlossen. Da ich die einzige Besucherin vor Ort war, sprach der Verwalter mich an, ob ich es einmal sehen wolle, was ich dann auch gerne getan habe. Innen ist die Latrine noch gut zu erkennen und die einzelnen, aus Stein gebauten, kleinen "Taubenkästen". Diese waren damals eine wichtige Nahrungsquelle und dienten zusätzlich auch noch als "Postboten".


F A Z I T

Wer in der Nähe ist, der sollte sich dieses Schloss nicht entgehen lassen. In der Nähe, genauer gesagt auf der anderen Seite des Flusses Clyde, liegt z.B. Dumbarton Castle. Auch Glasgow ist nicht weit. Das Gebäude ist sehr gut erhalten, und man kann sich gut vorstellen, wie es hier einmal ausgesehen haben mag. Schade nur, dass es kaum Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände zu sehen gibt!

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!

eure aurelia
Accessibility
90 out of 100
"Must See"-Factor
90 out of 100
Budget Friendliness
90 out of 100
Architecture
100 out of 100
Condition
100 out of 100
Historical Significance
80 out of 100

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