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Saphena, 08.12.2007] Harrods, nach meiner Kursfahrt zu Schulzeiten wird es für mich immer das Kaufhaus mit dem besten Toilettenpapier auf öffentlichen Toiletten bleiben, aber auch der Rest des Shops ist nicht minder beeindruckend oder pompös.
Es liegt mitten in der City von London und ist äußert gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, wie eigentlich so gut wie alle großen Dinge in der Stadt. Von der Tube war es nur ein kurzer Fußmarsch, bis man vor den großen einladenden Türen stand. Leute mit viel Kleingeld können auch mit dem Auto anreisen, was ich in London aber definitiv keinem Ortsfremden empfehlen würde, außerdem ist es ja mittlerweile durch die Citymaut auch nicht mehr wirklich bezahlbar.
Von außen ist Harrods ein großes hellbraunes Gebäude, dessen Markisen damals wie heute alle Grün waren, was dem Ganzen ein fast schon aristokratisches Flair verpasste. Wir waren uns zuerst unsicher, wie man so junge Leute wie uns, damals alle um die 20 Jahre alt, dort behandeln würde und gingen zögerlich durch die breiten Türen hinein. Und dann befanden wir uns im Shopping-Paradies, egal ob in der Lebensmittelabteilung, Spielwarenabteilung, in den Geschossen für Bekleidung und Schuhe, überall herrschte eine unübertroffene Vielfalt von wirklich allem. Zuerst war ich wie erschlagen und mochte gar nicht richtig gucken, die Scheu wurde uns dann aber durch die insgesamt allesamt überfreundlichen und sehr höflichen Verkäufer genommen, die selbst zu uns einfach nur in ihrem Verkaufselement waren. Damit hatten wir nicht gerechnet, dachten wir doch, dass wir einer gewissen Distanz und Arroganz gegenüber stehen würden, aber dies war tatsächlich nicht der Fall.
Besonders positiv ist mir die Musikinstrumentenabteilun g im Gedächtnis geblieben, eine von uns Mädels konnte sehr gut Klavier spielen und wir standen ganz schüchtern und staunend vor einem glänzenden schwarzen Steinway-Flügel. Ein Verkäufer erschien und fragte nur, ob einer von uns mal spielen wolle. Die Freundin wurde rot und bejahte und binnen 10 Minuten spielten die beiden vierhändig diverse Stücke vor einer wachsenden Toll waren auch die Toiletten. Wir wohnten in einem super billigen Hotel, wo es nie Klopapier gab. Bei Harrods drängten wir dann alle aufs Klo und jeder war vor allem von dem Plüschklopapier begeistert, von dem eine auch eine Rolle mitnahm, die wir dann für den Rest des Urlaubs auf unserem Zimmer stehen hatten und ehrfürchtig rationierten.
Für mich ist Harrods ein tolles Kaufhaus zum Gucken, habe ich doch bisher nirgendwo sonst wieder so eine Produktvielfalt gefunden, weder im KaDeWe in Berlin noch im Bienenkorb in Amsterdam. Dabei gefiel mir besonders auch die Freundlichkeit des Personals, die auch uns jungen Menschen gegenüber nicht minder nett und geduldig waren.
Ich würde einen Besuch bei Harrods jedem empfehlen, der mal in der Stadt ist, einfach, um mal mit staunenden Augen in einem Kaufhaus zu stehen und sich zu wundern, wie Vielfältig so ein Angebot sein kann und vielleicht auch die eine oder andere Kuriosität zu entdecken, von denen es vorallem in der riesigen Lebensmittelabteilung so einige zu sehen gibt!