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SaschaT, 24.01.2005] Wer London kennt, weiß es: die spinnen die Briten. Denn ihre Hauptstadt ist geradezu ridiculously expensive. Vor allem bei der Nahrungsaufnahme bleibt einem der Bissen im Hals manches Mal stecken. Preisbewusste Touristen greifen da gern auf das Angebot von internationalen Bulettenbratereien zurück. Doch wenn ein Whopper allein schon 3.25 (ca. 5,30 einzeln, nicht als Menü!) kostet, macht das Fastfooden auch keinen Spaß mehr.
Als Alternative bieten sich die allgegenwärtigen buffets an All you can eat für Preise zwischen 4 und 6 Pfund. Damit habe ich allerdings auch schon weniger gute Erfahrungen gemacht. Vor allem bei Chinesischer Küche. Um die empfehle ich einen weiträumigen Bogen zu machen, es sei denn man beschließt nach China Town zu gehen und dort richtig Geld zu lassen.
Auf meiner letzten London-Reise habe ich ein Kleinod für alle entdeckt, die keine Lust auf die in London üblichen astronomischen Preise haben und dennoch keine Butterbrote von zu Hause mitnehmen wollen. Interesse? Folgen Sie mir, if you will...
-Lage
Wir begeben uns nach Soho, mitten in DIE Amüsiermeile von London. Von Piccadilly Circus in nordwestliche Richtung sind es weniger als 10 Minuten zu Fuß bis in die Romilly Street, (nur eine Straße südlich der Old Compton Street). Hier, etwas abseits vom allgemeinen Trubel in der Nummer 26 finden wir ein unscheinbares Haus mit nüchterner Fassade, dessen orange-violetter Anstrich südliches Flair verbreitet. Draußen hängt ein großes Plakat: "Eat as much as you can" und eine Leuchtreklame verrät uns den Namen des Lokals: Questo.
-Einrichtung
Durch die schlichte Glastür betreten wir den hellen Raum. Mediterranes Ambiente ist angesagt. Die Wände sind in hellem Beige gestrichen und tragen bis auf wenige schlichte Lampen keinerlei Verzierungen. Dank der Glasfassade sind die Räume hell und freundlich. Auch das Hinterzimmer mit rund 20 qm kaum größer als der Hauptraum - hat ein großes Oberlicht, durch das viel Tageslicht hereinfällt. Die Stühle und Tische sind in modernem Holz-Stahl-Design gehalten und recht eng gestellt, aber man arrangiert sich.
-Personal
Eine Angestellte fragt uns nach der Personenzahl und weist uns Plätze an nicht ohne uns freundlich aber bestimmtdarauf hinzuweisen, doch bitte den gleichen Teller immer wieder zu benutzen. Die bestellten Getränke sind auch im Handumdrehen da und wir stürzen uns auf das Büffet.
-Das Essen
Auf einem Tisch von ca. 2 m Länge ist auf zwei Etagen das Essen aufgebaut: An Warmgerichten wurden Suppe, Lasagne, Nudeln mit Gemüse und Tomatensoße, Auberginenauflauf, gedünstetes Gemüse, Pizza und ein asiatisch anmutendes Gericht aufgetischt. Daneben jede Menge Kaltes: Salat mit Gurken und Tomaten, Hackfleischbällchen, eingelegter Paprika, gegrillte Sardinen(!), Tofu, Nudelsalat, Reissalat, Baguette mit zweierlei Pesto, Sojasprossen und noch einiges mehr.
Insgesamt ein italienisch-asiatisches Crossover, das geschmacklich nichts zu wünschen übrig ließ. Alles schien sehr frisch, man hatte nicht den Eindruck, dass das Zeug schon stundenlang vor sich hin gammelte obwohl wir beim ersten Besuch erst gegen 15 Uhr aufschlugen. Ein stetiger Gästestrom und die Tatsache, dass alles wirklich sehr gut schmeckte, sorgten dafür, dass kaum eine Gericht unangerührt blieb. Mehrmals fuhr das Personal auch völlig neue Gerichte auf.
Wir waren insgesamt zwei Mal dort. Das Angebot war in etwa gleich, ein wiederholter Besuch lohnt sich dennoch, da ab und zu neue Sachen hervorgezaubert werden, alles frisch und vom Preis-Leistungs-Verhältn is eigentlich unschlagbar
-Preise
Was kostet der Spaß? Nichts in London ist wirklich billig, aber dieses hervorragende Buffet gibt es über Mittag für nur 5,20 (ca. 7 ) und am Abend für 6.75 (ca. 10). Die Getränke schlagen mit 1,20 (2) für Softdrinks (ca. 300ml) und 1,90 (3,10) für einen halben Liter Mineralwasser zu Buche. In meinen Augen schwer in Ordnung für Londoner Verhältnisse. Eine Flasche weißen oder roten Hauswein gibt es für 8 (13,20) der teuerste Wein kostete rund 19 (31,30).
Allerdings ist im Preis keine Service Charge inbegriffen, das heißt man sollte fürs Personal noch einmal so um die 10-15% aufschlagen. Dennoch bleibt der Gesamtpreis mit rund 12 bis 14 pro Person im Rahmen und wenn man berücksichtigt, dass man ein wirklich hervorragendes Buffet geboten bekommt, dann bleibt eigentlich nur eines übrig: den Laden wärmstens weiter zu empfehlen. Was die Sauberkeit angeht, habe ich im Übrigen keine Mängel festgestellt.
-Fazit
Das Questo bietet leckeres, frisches Büffet zu einem in London konkurrenzlosem Preis (vor allem über Mittag). Geheimtipp!