Hiking / Mountain Climbing pathOlympos

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Olympos
trampas
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Karlsruhe, Germany
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Auf den Spuren von Zeus und Artemis

[trampas, 13.09.2007] Die Berglandschaft Griechenlands fasziniert mich jeden Sommerurlaub aufs Neue. Das Meteora Areal in Thessalien bei Kalambaka ist meistens einer dieser Orte, die ich als Berglandschaft Griechenlands bezeichne und im Durchschnitt jedes zweite Jahr besuche. Auch kleinere Ausflüge in Nordgriechenland zu Bergen mit alten Kirchen oder schönem Wald und Wasserquellen stehen auf meiner Besichtigungsliste ganz oben. Nachdem ich Sonne, Meer und Strand in den ersten Tagen des Urlaubs genossen habe, wollte ich unbedingt den höchsten Berg des Landes besuchen den Olymp. Einmal war ich vor vielen Jahren schon dort, aber es war ein kurzer Besuch. Diesmal war ich organisiert in diesen Ganztagsausflug gegangen: Routenplan, Landkarte des ganzen Olymps, gutes Schuhwerk (da mindestens 3-4 Stunden Wandern angesagt waren), leichte Kleidung und natürlich Wasser & Proviant.

Bekannt aus der phantasiereichen Mythologie der Griechen, ist der Olymp der Ort, auf dem die 12 Götter herrschen. Zeus, seine Frau Hera, Poseidon & Co. regieren über das alte Griechenland von diesem Berg aus. Mit vielen Mythen verbunden, galt das riesige Areal des Olymps vor einigen Jahren als teilweise unerforschtes Gebiet. Es wurden mittlerweile viele Karten herausgebracht, damit sich der Besucher nicht verirrt, doch es ist Tatsache, dass jedes Jahr einige Notrufe aus dem Olympgebirge sogar von erfahrenen Bergsteigern und Wanderern kommen die sich verlaufen haben und ohne Hilfe von Dritten nicht mehr rauskommen. Es sind leider auch Menschen auf dem Olymp verschollen von ihnen fehlt jede Spur. Vorsicht ist also angebracht. Es ist dasselbe Prinzip und es ist dieselbe Gefahrenzone wie unten am Meer, nur 10 km vom Berghang des Olymps (am Strand von Litohoro) entfernt: wer nicht gut schwimmen kann, sollte nicht in all zu tiefen Gewässern schwimmen. Gefahren muss man vorbeugen und vor allem gilt auf dem Olymp eins: seine eigenen Kräfte nicht überschätzen. Man kann den Olymp an einen oder zwei Tagen nicht durchlaufen und erforschen!

Lage Erreichbarkeit Ausgangspunkt des Ausflugs
Damit uns in diesem riesigen Bergareal nicht Ähnliches widerfährt, habe ich den Ausflug im Vorfeld gut geplant: ein Tourenplan mit Karte des Olymps, aus dem man sich eine Strecke aussuchen konnte, wurde von mir besorgt. So konnten meine drei Mitreisenden und ich entscheiden, welche Wanderung für uns möglich war und welche Sehenswürdigkeiten wir auf dieser bewundern würden. Der Olymp ist recht gut zu erreichen. Von der Autobahn Katerini-Larisa hat man insgesamt zwei Mal die Möglichkeit die Autobahn zu verlassen und Richtung Litohoro zu fahren. Vom Zentrum der Ortschaft sind es nur noch wenige Kilometer mit dem Auto zu den ersten Hängen des Olymps. Der Olymp ist von Thessaloniki ca. 1,5 h mit dem Auto entfernt. Wenn man dagegen vom südlichen Athen anreist, sind es über vier Stunden.

Ausgangsort der Wanderung war die Stelle Prionia (17 km von Litohoro entfernt), auf ca. 800 Meter Höhe und letzte Stelle überhaupt, auf der man noch einigermaßen gut parken kann. Ab dann ist Laufweg zu den verschiedenen Wandertouren auf dem Olymp angesagt. Unsere ausgewählte Strecke würde von Prionia, durch den Waldweg südlich, zu den Wasserfällen des Enipeas gehen, bis hin zum Hagio Spilaion und wieder zurück. Was man auf der Tour mit dabei haben sollte ist natürlich gutes Laufwerk. Am besten Wanderschuhe oder ansonsten Sportschuhe. Wasser und Nahrungsmittel sollte man auch dabei haben, da man im Sommer richtig arg schwitzen wird und durch die vielen steilen Waldwege schnell an Energie verliert. Zu frischem, eiskalten Wasser wird man jedoch auf meiner ausgewählten Route schnell aus den Bergquellen des Olymps wieder kommen. Mit Nahrung dagegen wird es da für den Wanderer schon schwieriger.

Die Natur
Was den Olymp ausmacht ist natürlich seine beeindruckende, wilde Natur. Auf unserem Weg zu den Wasserfällen des Enipeas, trafen wir auf wirklich sehr viele natürliche Schönheiten. Der riesige Wald, der Ausblick auf die steilen Hänge, das Wasser des kleinen Flusses (auch Enipeas genannt), parallel zu dem man meistens läuft all das macht diese Tour aus. Nach fast 1,5 h Wanderweg gelangt man dann zur Holzbrücke, von der aus man bereits hören kann, dass unmittelbar danach endlich der Wasserfall kommen muss. Unter der Brücke, fließt das Wasser des Enipeas. Wir haben diesen wunderschönen Ort ausgenutzt, um eine Pause einzurichten. Vor allem wollten wir unsere drückenden Schuhe etwas ausziehen und die Füße ins Wasser legen. Das Wasser war übrigens eiskalt. Man konnte seine Beine, nicht länger als eine halbe Minute in Folge drin lassen. Bei den hohen Temperaturen von fast 35 Grad waren wir auch richtig durstig geworden. Das Wasser des Enipeas kommt direkt aus der Bergquelle und ist sehr sauber. Über 1,5 Liter Wasser habe ich an jenem Mittag davon getrunken. So ausgedurstet war ich von der Strecke und der Sonne.

Die Pause im Schatten unter der Holzbrücke tat uns allen gut. Sowohl unsere Füße erholten sich, als auch unser Geist von der Anstrengung. Links von der Brücke führt ein kleiner Weg, der dann zu den Wasserfällen, zumindest indirekt führt. Denn wer die Wasserfälle gut sehen will, muss sich etwas durch den Wald kämpfen. Ich habe den recht steilen Abhang mit Hilfe der Bäume letztendlich genommen und konnte die zwei verschiedenen Wasserfälle des Enipeas bestaunen. Es sind keine Wasserfälle wie in Edessa (dem größten Wasserfall des Landes), aber sie sind sehr schön aus der Nähe zu betrachten. Vor allem der Pond, in dem sich das fallende Wasser ansammelt, sieht unfassbar schön aus. Das Untergrund lässt das Wasser in grün, blau und türkis erscheinen und all das in einer wilden Umgebung voller Bäume und Felsen. Das Gefühl mitten in der wilden Natur zu sein, ist einfach herrlich. Nach den Wasserfällen hat man die Möglichkeit die Tour noch mit einem kurzen Besuch beim Hagion Spilaion fortzuführen (ca. 15 Minuten Wanderweg nördlich), was wir auch taten. Dort ist ein riesiger Fels zu sehen, der halb ausgehöhlt ist. Eine Ikone der Heiligen Maria und eine Art kleine Kapelle sind dort zu sehen. Fließendes Wasser direkt aus dem Felsen kommt auch hier raus, so dass man seine Wasserflasche nachfüllen kann. Die Rückreise zur Basis nach Prionia hat dann etwas länger gedauert, da man doch arg müde war von den unebenen und steilen Wegen. Insgesamt etwas mehr als 4 h sind wir an jenem Tag gewandert, exklusive Pausen, die vor allem an der Brücke nahe den Wasserfällen recht lange verliefen.

Begegnungen auf dem Olymp
Auf unserer Wandertour durch den Olymp trafen wir immer wieder auf andere Besucher des Bergs. Darunter waren viele griechische, aber auch einige ausländische Urlauber. Diese Begegnungen sind immer mit einem Small Talk verbunden, denn in dieser Wildnis müssen die Menschen noch mehr zusammenhalten und ein Austausch an Erfahrungen vom Olympbesuch und was einen noch erwartet, sind fast schon Pflicht. Am meisten hat uns die Begegnung mit einem französischen Camper aufgehalten. Er hat sich mit anderen Campern, eine der seltenen offenen Stellen, ca. 45 Minuten Wanderweg von Prionia entfernt, ausgesucht und sein Zelt aufgebaut. Einen ganzen Monat würde er hier seinen Urlaub verbringen. Auf unsere neugierige Frage wie er es so lange ohne Zivilisation mitten im Olymp aushält, meinte er, dass er die Ruhe des Olymps genießt. Und tatsächlich: diese wunderschöne Ruhe, das Rauschen der kleinen Wasserfälle in der Umgebung, das glasklare Wasser aus den Quellen des Berges und der prächtige Wald, müssen manch Menschen magisch anziehen. Ich würde ja 2-3 Tage sicherlich auch gerne mitmachen, aber ich verwöhnter Stadtbursche würde wohl viel zu schnell verzweifelnd den ganzen Berg durchforschen, um ein W-Lan-Netzwerk (wohl vergebens) zu entdecken. Übrigens: mein Handy hatte auf der ganzen Wandertour kein Netz. Ein Notfall (Kreuzotterbiss, Unfall etc.) kann also auch böse ausgehen. Das besonders lustige im Gespräch mit dem Franzosen war, dass ich natürlich mal wieder, wie fast jeden Menschen, die Frage nach seiner Lieblingsmannschaft aus seinem Land stellte. Er meinte er stammt aus Nantes und ist FC Nantes Fan. Besonders glücklich war er jedoch nicht darüber, denn sein Team ist vergangenen Juni, zum ersten Mal nach 30 Jahren von der ersten Liga Frankreichs abgestiegen. Worüber man alles in der Wildnis reden kann, nicht wahr? Aber gerade an diese Dialoge erinnert man sich ein Leben lang

Weitere Begegnungen mit Menschen auf dem Olymp fanden nahe der Wasserfälle statt, wo sich viele ausländische Urlauber ein Bad im eiskalten Wasser des Flusses gönnten. Eine ca. 25jährige Wanderin schien sich nicht zu schämen und ließ der Natur freien Lauf, in dem sie halbnackt das Wasser genoss. Ich dachte anfangs es ist die Göttin Artemis, aber es war letztendlich doch nur eine Normalsterbliche Osteuropäerin, wie ich an ihrer Sprache verstehen konnte. Andere Ausflügler wiederum schwammen sogar mutig im Wasser und schienen richtig Freude an der wunderschönen Umgebung von Wald, Wasserfall und Ruhe zu haben. Ist es nicht schön in der wilden Natur zu sein? Begegnungen fanden jedoch auch mit Tieren statt. Wie z.B. mit Pferden, die mitten im Berg weiden und im Winter als Holzschlepper ihrem Eigentümer dienen. Einen herrenlosen (wie oftmals in Griechenland) Mischlingshund trafen wir ebenfalls auf dem Olymp. Ich hatte nur leider nichts dabei, um ihn zu füttern, aber er durfte sich meinerseits ausreichender Streicheleinheiten erfreuen.

Gesamteindruck
Der Ausflug zum Olymp war eine wundervolle Erfahrung für uns alle. Es war eine Wanderung, die zwar einen recht hohen Anstrengungsgrad aufgrund der steilen Waldwege und des hochsommerlich, griechischen Wetters aufwies, doch letztendlich ist man allein schon wegen der faszinierenden Natur, die man aus der Nähe betrachten konnte, absolut glücklich, solch einen Ausflug gemacht zu haben. Die Wasserfälle des Enipeas, auch wenn nicht ganz leicht zu erreichen für den Besucher, sind von herrlicher Schönheit. Die Umgebung sieht unberührt aus der Wald lebendig, das Wasser ist glasklar und die Luft, die man hier atmet ist hervorragend. Das riesige Bergareal des Olymps braucht viele Tage um ganz erkundet zu werden. Wer den Weg Richtung Bergspitze von fast drei Kilometern wagt, muss sicher gut ausgerüstet sein. Unsere Strecke war zwischen 700 und 1100 Metern Höhe. Es gibt dutzende Strecken, die man aussuchen kann. Die Prioniastrecke südlich zu den Wasserfällen des Enipeas kann ich jedoch wärmstens weiterempfehlen, da es eben an anderen Stellen des Bergs so viel vom feuchten Element nicht zu sehen gibt. Wer dann vom Bergwandern am Olymp genug hat, kann sich zum nahegelegenen Strand von Litohoro begeben (der von den Hängen des Olymps zu sehen ist) und eine Abkühlung verschaffen. Nach der Erschöpfung war das Schwimmen dort für uns ein krönender Abschluss eines wundevollen Tages.
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Comments to this review

  • Saphena
    Read complete message
    Saphena, 02.11.2007 22:28 o'clock


    Super schöne Bewertung!

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