Church/ Cathedral/ MonasteryItalian Chapel > Review
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(o o)
-(_)-
Moin, moin,
wie einmal soll es um einen Ort auf Orkney gehen, den ich bei meinem Besuch im Oktober 2007 besucht habe:
Italian Chapel
Adresse/Lage
Die Italian Chapel liegt an der A961 auf der Insel Lamb Holm, welche mit der Hauptinsel Mainland über einen Damm, genauer gesagt eine der Churchill Barriers (Nr. 1), verbunden ist.
Eintrittspreise/Öffnungszeiten
April bis September 9:00 bis 22:00 Uhr.
Oktober bis März: 9:00 bis 16:30 Uhr.
Der Eintritt ist kostenlos, es wird um eine Spende gebeten.
Die Geschichte
Im Jahr 1942 wurden etwa 550 italienische Kriegsgefangene aus Nordafrika nach Orkney gebracht, um hier als Arbeitskräfte für den Bau der so genannten Churchill Barriers, vier Dämmen, die einige Inseln miteinander verbinden und gleichzeitig den Zugang zu Scapa Flow einschränkten, eingesetzt zu werden.
Die Unterbringung der Kriegsgefangenen erfolgte im Camp 60 in 13 Hütten, von dem man heute nur noch eine Betonstatue des Heiligen St. Georg, der den Drachen tötet, und eine italienische Flagge sehen kann. Die Statue wurde von einem Gefangenen, Domenica Chiocchetti, geschaffen. Ebenfalls war es den Gefangenen erlaubt, ein Theater und eine Freizeithütte aus Beton zu erbauen, welches aufgrund des Dammbaus in großen Mengen zur Verfügung stand. Das einzige, was fehlte, war eine Kapelle. Als das Camp 1943 einen neuen Kommandanten, Major T.P. Buckland bekam, sollte sich dies ändern. Den Gefangenen wurden zwei weitere Hütten zur Verfügung gestellt, welche verbunden wurden, um an einem Ende die Kapelle und auf der anderen Seite eine Schule unterzubringen. Diese Arbeit wurden von den Kriegsgefangenen alleine geplant und durchgeführt, auch diesmal unter der Leitung von Domenico Chiocchetti. Das Innere wurde mit Gipskartonplatten ausgekleidet und man begann mit dem Ausbau des Altarraums. Der Altar wurde aus Beton gebaut, an den Seiten wurden bemalte Fenster eingebaut. Anschließend wurden der Altarraum sowie der restliche Innenraum der Kirche von Chicchetti ausgemalt. Im Altarraum malte er Heiligenbilder an die Wände, die restliche Kirche ist so ausgemalt, als handele es sich um Mauerwerk. Von ihrem eigenen Geld beschafften die Gefangenen goldene Vorhänge. Ein weiterer Gefangener, Palumbo, machte sich an die Arbeit, das Tor aus Eisen zu schmieden. Schließlich wurde noch eine Fassade gebaut, die an der Front der kleinen Kapelle angebracht wurde.
Nach Ende des Krieges und nach Freilassung der italienischen Kriegsgefangenen blieb Chiocchetti noch, um die Front fertigzustellen. Die Orkadianer versprachen den Italienern, die Kapelle instand zu halten. Dennoch geriet das Gebäude zunächst in Vergessenheit und verfiel, bis sich die ehemaligen Lagerinsassen für ihren Erhalt einsetzten. Die Italian Chapel wurde außerdem immer mehr zur Besucherattraktion und so gründete man 1958 einen Ausschuss, der sich der Erhaltung der kleinen Kirche widmete. 1960 sponsorte die BBC eine Rückkehr Chiocchettis nach Orkney. Dieser machte sich hier an die Restauration seiner Malereien, deren Abschluss mit einem Gottesdienst gefeiert wurde. 1964 kehrte Chiocchetti nochmals mit seiner Frau zurück. Zum 50jährigen Jubiläum der Ankunft der italienischen Gefangenen auf Orkney im Jahre 1992 kehrten 8 der ehemaligen Gefangenen zurück nach Orkney Chiocchetti war zu diesem Zeitpunkt leider zu krank. Er starb im Mai 1999 im Alter von 89 Jahren.
aurelias Testergebnis
Ein beeindruckendes, kleines Bauwerk vor allem wenn man weiß, dass es mit den einfachsten Mittel in Handarbeit aufgebaut wurde. Von außen betrachtet wirk es mit seiner Teerpappe auf dem Dach eher schlicht, nur die Fassade am Vordereingang lässt mehr vermuten. Vor allem die Malereien im Inneren sind absolut sehenswert. Das aufgemalte Mauerwerk wirkt aus der Ferne absolut echt. Die Heiligenbilder im Altarbereich sind gut gemalt, wirken aber mit ihren leuchtend-bunten Farben und manchmal leicht kitschig wirkenden Motiven ein wenig naiv vor dem geschichtlichen und auch religiösen Hintergrund betrachtet aber durchaus verständlich, dass man sich mit fröhlichen Bildern von dem wohl eher tristen Alltag im Camp, das weit von der Heimat lag, ablenken wollte. Das geschmiedete Tor, das den Altarraum abtrennt, ist ein wahres Meisterwerk.
Wer die Kirche besichtigen möchte, der ist am besten mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, denn öffentliche Verkehrsmittel scheinen hier nicht zu halten. Die Sehenswürdigkeit ist von der Straße ausgeschildert und von hier aus auch bereits zu sehen. Da die kleine Insel Lamb Holm etwas abgelegen ist verbindet man den Besuch am besten mit weiteren Attraktionen auf der südlicher gelegenen Insel South Ronaldsay, die man ebenfalls über eine der Churchill Barriers (Damm) erreicht hier befindet sich z.B. das Isbister Chambered Tomb (Tomb of the Eagle).
An der Sehenswürdigkeit gibt es kaum Möglichkeiten, sich über ihre Geschichte zu informieren. Es gibt vor der Kirche kurz gehaltene Schautafeln, im Inneren findet man nur wenig großzügiger gestaltete Flyer immerhin in diversen Sprachen.
Fazit
Ich bin der Meinung, dass die kleine Kapelle einen Besuch absolut wert ist! Es handelt sich um einen atmosphärischen Ort mit bewegender Geschichte.
(o o)
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Moin, moin,
wie einmal soll es um einen Ort auf Orkney gehen, den ich bei meinem Besuch im Oktober 2007 besucht habe:
Italian Chapel
Adresse/Lage
Die Italian Chapel liegt an der A961 auf der Insel Lamb Holm, welche mit der Hauptinsel Mainland über einen Damm, genauer gesagt eine der Churchill Barriers (Nr. 1), verbunden ist.
Eintrittspreise/Öffnungszeiten
April bis September 9:00 bis 22:00 Uhr.
Oktober bis März: 9:00 bis 16:30 Uhr.
Der Eintritt ist kostenlos, es wird um eine Spende gebeten.
Die Geschichte
Im Jahr 1942 wurden etwa 550 italienische Kriegsgefangene aus Nordafrika nach Orkney gebracht, um hier als Arbeitskräfte für den Bau der so genannten Churchill Barriers, vier Dämmen, die einige Inseln miteinander verbinden und gleichzeitig den Zugang zu Scapa Flow einschränkten, eingesetzt zu werden.
Die Unterbringung der Kriegsgefangenen erfolgte im Camp 60 in 13 Hütten, von dem man heute nur noch eine Betonstatue des Heiligen St. Georg, der den Drachen tötet, und eine italienische Flagge sehen kann. Die Statue wurde von einem Gefangenen, Domenica Chiocchetti, geschaffen. Ebenfalls war es den Gefangenen erlaubt, ein Theater und eine Freizeithütte aus Beton zu erbauen, welches aufgrund des Dammbaus in großen Mengen zur Verfügung stand. Das einzige, was fehlte, war eine Kapelle. Als das Camp 1943 einen neuen Kommandanten, Major T.P. Buckland bekam, sollte sich dies ändern. Den Gefangenen wurden zwei weitere Hütten zur Verfügung gestellt, welche verbunden wurden, um an einem Ende die Kapelle und auf der anderen Seite eine Schule unterzubringen. Diese Arbeit wurden von den Kriegsgefangenen alleine geplant und durchgeführt, auch diesmal unter der Leitung von Domenico Chiocchetti. Das Innere wurde mit Gipskartonplatten ausgekleidet und man begann mit dem Ausbau des Altarraums. Der Altar wurde aus Beton gebaut, an den Seiten wurden bemalte Fenster eingebaut. Anschließend wurden der Altarraum sowie der restliche Innenraum der Kirche von Chicchetti ausgemalt. Im Altarraum malte er Heiligenbilder an die Wände, die restliche Kirche ist so ausgemalt, als handele es sich um Mauerwerk. Von ihrem eigenen Geld beschafften die Gefangenen goldene Vorhänge. Ein weiterer Gefangener, Palumbo, machte sich an die Arbeit, das Tor aus Eisen zu schmieden. Schließlich wurde noch eine Fassade gebaut, die an der Front der kleinen Kapelle angebracht wurde.
Nach Ende des Krieges und nach Freilassung der italienischen Kriegsgefangenen blieb Chiocchetti noch, um die Front fertigzustellen. Die Orkadianer versprachen den Italienern, die Kapelle instand zu halten. Dennoch geriet das Gebäude zunächst in Vergessenheit und verfiel, bis sich die ehemaligen Lagerinsassen für ihren Erhalt einsetzten. Die Italian Chapel wurde außerdem immer mehr zur Besucherattraktion und so gründete man 1958 einen Ausschuss, der sich der Erhaltung der kleinen Kirche widmete. 1960 sponsorte die BBC eine Rückkehr Chiocchettis nach Orkney. Dieser machte sich hier an die Restauration seiner Malereien, deren Abschluss mit einem Gottesdienst gefeiert wurde. 1964 kehrte Chiocchetti nochmals mit seiner Frau zurück. Zum 50jährigen Jubiläum der Ankunft der italienischen Gefangenen auf Orkney im Jahre 1992 kehrten 8 der ehemaligen Gefangenen zurück nach Orkney Chiocchetti war zu diesem Zeitpunkt leider zu krank. Er starb im Mai 1999 im Alter von 89 Jahren.
aurelias Testergebnis
Ein beeindruckendes, kleines Bauwerk vor allem wenn man weiß, dass es mit den einfachsten Mittel in Handarbeit aufgebaut wurde. Von außen betrachtet wirk es mit seiner Teerpappe auf dem Dach eher schlicht, nur die Fassade am Vordereingang lässt mehr vermuten. Vor allem die Malereien im Inneren sind absolut sehenswert. Das aufgemalte Mauerwerk wirkt aus der Ferne absolut echt. Die Heiligenbilder im Altarbereich sind gut gemalt, wirken aber mit ihren leuchtend-bunten Farben und manchmal leicht kitschig wirkenden Motiven ein wenig naiv vor dem geschichtlichen und auch religiösen Hintergrund betrachtet aber durchaus verständlich, dass man sich mit fröhlichen Bildern von dem wohl eher tristen Alltag im Camp, das weit von der Heimat lag, ablenken wollte. Das geschmiedete Tor, das den Altarraum abtrennt, ist ein wahres Meisterwerk.
Wer die Kirche besichtigen möchte, der ist am besten mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, denn öffentliche Verkehrsmittel scheinen hier nicht zu halten. Die Sehenswürdigkeit ist von der Straße ausgeschildert und von hier aus auch bereits zu sehen. Da die kleine Insel Lamb Holm etwas abgelegen ist verbindet man den Besuch am besten mit weiteren Attraktionen auf der südlicher gelegenen Insel South Ronaldsay, die man ebenfalls über eine der Churchill Barriers (Damm) erreicht hier befindet sich z.B. das Isbister Chambered Tomb (Tomb of the Eagle).
An der Sehenswürdigkeit gibt es kaum Möglichkeiten, sich über ihre Geschichte zu informieren. Es gibt vor der Kirche kurz gehaltene Schautafeln, im Inneren findet man nur wenig großzügiger gestaltete Flyer immerhin in diversen Sprachen.
Fazit
Ich bin der Meinung, dass die kleine Kapelle einen Besuch absolut wert ist! Es handelt sich um einen atmosphärischen Ort mit bewegender Geschichte.




























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