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03.Tag der Nilkreuzfahrt - Nachmittags beim Tempel in Kom Ombo (04.12.2005)
Travel date: September 2005
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Obertshausen, Germany
Nachdem wir gemütlich den Mittag auf dem Schiff verbracht haben und mal wieder ein paar Runden Backgammon gespielt haben ist es langsam wieder Zeit, aufzubrechen und den nächsten Tempel zu besichtigen. Wir haben vor dem Tempel von Kom Ombo angelegt. Und man kann wirklich sagen vor dem Tempel, denn der ist bereits in Sichtweite. Ein schöner Ausblick vom Sonnendeck zum Tempel bietet sich uns.


DER TEMPEL VON KOM OMBO


Dieser Tempel ist einer der kleineren Sorte und er ist leider auch nicht mehr so gut erhalten. Aber es gibt trotzdem viel Interessantes zu sehen und bestaunen. Und für läppische 20,00LE (knapp 3,00€) bekommt man noch jede Menge zu sehen.

Da der Tempel so klein ist und mal wieder alle auf einmal los strömen von den Schiffen, gibt es an den besonderen Stellen des Tempels ein ziemliches Gedränge und manche Reiseführer von der nicht so höflichen und freundlichen Sorte machen andere Gruppen ziemlich schief von der Seite an, wenn man noch eine Minute nach der Erklärung dort stehen bleibt, um die Szene oder Säule oder so noch etwas zu betrachten und zu fotografieren. Tja, solche gibt es leider auch, aber wir hatten wirklich Glück mit unserem Reiseführer ein sehr freundlicher Mensch, der sehr gute Erklärungen abgab und nett mit allen umging.

Die grosse BESONDERHEIT dieses Tempels ist, dass es ein DOPPELTEMPEL ist. Doppeltempel heisst, dass in ihm zwei Gottheiten gleichzeitig verehrt wurden. In diesem Fall waren es HORUS und SOBEK. Erbaut wurde er ebenfalls unter den Ptolomäern (wie auch der Horustempel in Edfu), allerdings wurde er bereits unter Tutmosis III und Amenophis I begonnen.

Es ist also der Tag es Horus heute (nachdem wir am Morgen beim Horustempel in Edfu waren) und SOBEK haben wir heute morgen auch schon kurz kennen gelernt er ist ein böser Gott, der in Form eines Krokodils dargestellt wurde, da die bösen Götter nicht in der Form von Menschen gezeigt werden durften. Trotzdem gibt es hier auch Darstellungen von Sobek in der Form eines Menschen, allerdings mit dem Kopf eines Krokodils.

Der Tempel war somit in zwei Hälften eingeteilt, da der böse Gott Sobek nicht gleichzeitig mit dem guten Gott Horus dargestellt werden durfte. Eine gedachte Achse in der Mitte teilt den Tempel und es entstanden zwei symmetrische Hälften, die jeweils die gleichen Räume enthielten. Die meisten Räume sind leider zerstört und man kann es nur noch erahnen. Es gab ebenfalls zwei Sanktuare (das Allerheiligste), worin die Götterstatuen verehrt wurden.

Für mich interessanter war die Hälfte, die Sobek geweiht war, denn von Horus hatten wir heute schon viel gehört und gesehen. Sobek wurde wie gesagt als KROKODIL dargestellt und zu seiner Verehrung wurden im Tempel auch Krokodile gehalten.
In einem kleinen Hathor-Heiligtum an der Seite des Tempels, die zu Sobek gehörte, kann man heute zwei MUMIEN von Krokodilen betrachten, die von einem Tierfriedhof dorthin gebracht wurden.

Die Krokodile wurden in einer Art BRUNNEN gehalten, der ausserdem auch gleichzeitig als NILOMETER funktionierte. Er war durch einen Schacht mit dem Nil verbunden und so wurde in diesem Brunnen immer der Wasserstand angezeigt. Und da die Priester nicht nur die Hüter und Leiter der Tempel waren, sondern auch sozusagen die Wirtschaftsminister der Region wurde am Wasserstand jeweils angerechnet, wie die Ernte ausfallen würde und daran die Steuern ausgerichtet, die das Volk zu zahlen hatte.

Etwas ganz Besonderes in diesem Tempel sind zwei Tafeln, die besondere Dinge darstellen.

Zum Einen ist es der FESTTAGSKALENDER, der für die damalige Zeit festlegte, welche Festtage wann gefeiert werden sollten. Die Zeitrechnung funktionierte da noch anders, so hatte zum Beispiel eine Woche noch zehn Tage und nicht nur sieben und die Einteilung der Monate, etc verlief auch anders. An diesem Kalender kann man aber per Hieroglyphen ganz genau ablesen was wann gefeiert wurde.

Zum Anderen ist es die MEDIZINISCHE TAFEL, die viele medizinische Instrumente darstellt. Sie stammt aus der römischen Zeit. Trajan liess dieses Tiefrelief in die Mauer meisseln.
Es gibt Einiges was Instrumenten aus heutigen Tagen ähnelt, wie zum Beispiel Skalpelle, Saufnäpfe, Haken oder Klammern. Neben diesen Instrumenten ist auch eine Frau auf einem Geburtsstuhl dargestellt, was damals die gängige Methode des Gebärens war. Nicht im Liegen wie heutzutage meistens, sondern hockend auf einer Art Stuhl. Dieses Zeichen wurde auch das Zeichen für die Göttin Isis findet man also eine Frau auf einem Geburtsstuhl neben dem Kopf einer Göttin, bedeutet es, dass man Isis vor sich hat.
Leider war in der Nachmittagssonne die Hälfte der Medizinischen Tafel bereits im Schatten, die andere Hälfte noch in der Sonne somit konnte ich keine so tollen Fotos machen, weil die untere Hälfte ganz dunkel ist und oben sehr hell. Aber den Geburtsstuhl hab ich ganz gut erwischt und der ist bei den Fotos zu sehen ;-)

Nebst diesen beiden sehr bedeutenden Tafeln gab es wieder viele tolle Szenen und Hieroglyphen zu bestaunen, über die es sehr viel zu berichten gäbe wenn ich eine Ausbildung in Ägyptologie hätte und hier eine Abhandlung über den Tempel von Kom Ombo schreiben wollte ;-) Diesmal müsst ihr euch mit etwas weniger zufrieden geben kleiner Tempel, kurzer Text.....

Trotzalledem hoffe ich, euch eine guten Einblick zu diesem Tempel gegeben zu haben und bin über Kommentare dazu / bzw GB-Einträge jederzeit erfreut ;-)

Viele Grüsse aus Ägpyten
Silke
Accessibility
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness
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Condition
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Historical Significance
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    mipezo, 19.04.2008 22:02 o'clock


    Schöner Beitrag Silke, sehr hilfreich und ansprechend!
    mipezo