Die Lage
Diese Sehenswürdigkeit befindet sich ca. 1 km außerhalb des Ortskerns von Kingussie.
Die Ruthven Barracks liegen strategisch günstig auf einem Hügel, der wahrscheinlich aus der letzten Eiszeit stammt. Von hier aus hat man eine gut Aussicht auf den Fluss Spey und das Städtchen Kingussie.
Eintrittspreise/Öffnungs zeiten
Das Gelände ist das ganze Jahr über zugänglich und Parken und Eintritt sind kostenlos.
Die Geschichte
Die erste Burg wurde laut geschichtlichen Aufzeichnungen im Jahr 1229 von Alexander Stewart, Lord von Badenoch (Der Wolf von Badenoch)und Sohn von Robert II an dieser Stelle errichtet. Dieses wurde 1451 zerstört und 1459 in größerem Stil wieder aufgebaut. Im Bürgerkrieg und im ersten Jakobiteraufstand von 1689 kämpfte man darum und wieder erlitt es große Schäden.
Der Bau der heute noch in Ruinen zu besichtigenden Barracken begann im Jahr 1719. Die damalige Regierung entschloss nach dem Jakobiteraufstand von 1715, die Kontrolle über die Highlands durch die Errichtung von 4 strategisch günstig gelegenen Kasernen zu erhöhen. Im Fall der Ruthven Barracks wurde alle Überbleibsel des vorherigen Schlosses entfernt. Der Bau dauerte länger als geplant und wurde im Jahr 1721 fertig gestellt. Hier fanden 120 Truppen in 2 Gebäuden Platz, Offiziere lebten in einem separaten Gebäude. 1734 wurde ein weiteres Gebäude, die Ställe, gebaut, in denen bis zu 28 Pferde für die Dragoner untergebracht werden konnten.
Im August 1745 versuchten 200 Jakobiter die Kaserne einzunehmen. Eine nur 12köpfige Mannschaft konnte aber die Anlage mit dem Verlust nur eines Mannes verteidigen. Als die Jakobiter im Februar 1745 mit Verstärkung und besser ausgerüstet zurückkehrten kapitulierte man allerdings.
Ihre letzte große Rolle spielten die Barracken nach der Schlacht von Culloden. Verabredet war mit Bonnie Prince Charlie, sich nach der Schlacht hier zu versammeln um sich zu beraten. Nachdem die Schlacht verloren war gab dieser den ganzen Aufstand verloren und tauchte dieser hier allerdings nie auf sondern floh nach Frankreich und schickte lediglich eine Nachricht, dass jeder Mann sich selber retten solle. Daraufhin setzten die 3000 Jakobiter, die gekommen waren, am 17. April 1746 die Gebäude in Flammen, um die Regierung davon abzuhalten, von hier aus weiter gegen die Highlands vorzugehen.
Sonstiges
Und für die Mystik-Fans unter uns, die ja in ganz Schottland immer wieder auf ihre Kosten kommen: Natürlich spukt es hier auch! Vom Wolf von Badenoch, der als sehr rücksichtsloser Mann galt, wurde behauptet, dass sich hier in der Magie übte und seine wohlverdiente Strafe bekam, als er den Teufel mit einer Partie Poker herausforderte: In einer stürmischen Nacht im Jahr 1336 wurde ein schwarz gekleideter Reiter beobachtet, der zum Schloss ritt. Einige mutige Dorfbewohner folgten ihm und beobachten ihn und Badenoch dabei, wie sie Karten spielten. Als Badenoch schließlich verlor ging die ganze Szene in einem Flammeninferno auf. Am nächsten Tag fand man die Leichen Badenochs und seiner Begleiter. Noch heute kann man in spukigen Nächten Badenoch und seine Begleiter beim Kartenspiel mit dem Teufel treffen...
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Schon der Anblick der Barracken aus weiter Ferne ist sehr beeindruckend, denn auf ihrem Hügel sind sie gut sichtbar. Noch immer thronen die Gebäude hier und man erkennt sofort ihre strategische Bedeutung in der Gegend.
Nun nähern wir uns den Gebäuden und besteigen den Hügel und gehen hinauf zu den Barracken. Der heutige Besucher bekommt die Überreste der fliehenden Jakobiter aus dem April 1746 hier zu sehen. Von den Gebäuden sind vor allem die äußeren Mauerwerke erhalten, so dass die Struktur der Anlage noch gut zu erkennen ist. Dächer oder Stockwerke sind leider zerstört worden und nur noch ansatzweise zu sehen.
Viele Schilder geben dem Besucher Auskunft darüber, an welcher Stelle sich was befunden hat: Die Latrinen, die Küche, die Schlafstellen usw. Andere Schilder erzählen ihm von der Geschichte des Ortes. Dies alles ist nur in englischer Sprache vorhanden, aber gut illustriert und verständlich! Ein Besucher-Zentrum mit weiterführenden Broschüren oder gar Literatur gibt es hier aber leider nicht. Schade ist auch, dass es keine zusätzliche Ausstellung gibt über das Leben in den Barracken und die die Geschichte hier etwas ausführlicher darstellt.
Wer an diesen Ort kommt, der wird dennoch ein Gefühl dafür bekommen, wie es war, hier vor 260 Jahren zu leben. Denn die Struktur der Gebäude ist gut erhalten und es können alle Gebäude betreten und somit von innen wie von außen bewundert werden.
Fazit
Ein Ort mit einer wunderbaren, beinahe mystischen Atmosphäre, den man auf keinen Fall verpassen sollte, wenn man in der Gegend ist!