perfection!

Treffpunkt von Christentum, Kultur und Abenteuer (19.06.2007)
trampas
trampas (33)
Karlsruhe, Germany
Der Name Meteora dürfte vielen ein Begriff sein. Für die griechisch-orthodoxen Christen und das Christentum allgemein sind sie etwas ganz besonderes - die wohl bekannteste Klosterkette der Welt. Für den Naturfreund ist das Meteora Gebirge ein riesiges Abenteuer und eine großartige Herausforderung. Für den Fan der James Bond-Filme ist Meteora einer der schönsten Drehorte des Agentenfilmes. Roger Moore war vor 27 Jahren vor Ort um den größten Teil von In tödlicher Mission (Originaltitel: For your eyes only) zu drehen. Hinter all dem verbirgt sich ein riesiges Areal von gewaltigen Felsen, die aus dem Nichts, mitten im griechischen Thessalien, aus der Erde hervorragen. Die Felsen sind so steil, dass man aus Entfernung glauben könnte, dass dort niemals eine Menschenseele gestanden ist. Doch man irrt sich, denn auf einem Teil dieser Felsen lebt ein Grossteil der griechischen Kultur, Geschichte und vor allem Religion.

Insgesamt sechs bewohnte Klöster gibt es im riesigen Areal (über 20 riesige Felsen umfasst die Kette) des Meteora-Gebirges. Es handelt sich um die Klöster des großen Meteoron, der Hagia Triada, des Hagion Stefanos, der Hagia Varvara, des Varlami-Klosters und das des heiligen Nikolaous. Jedes Jahr zur Sommerzeit ist der Ansturm auf die Klöster besonders groß. Vor allem Christen suchen diese Ortschaft aus, um in diese einst so verborgene Welt, einzudringen. Die Klöster, die um das Jahr 1200 nach Christus erbaut wurden, galten als sicherster Ort im doch so oft besetzen Griechenland, um die Geschichtsbücher, die Schriften der griechisch-orthodoxen Kirche und andere wertvolle Dinge zu verstecken. Aber vor allem Menschen versteckten sich dort, um vom Feind zu entkommen. Die Klöster konnten von keinem der Feinde bestiegen werden (so steil wie die Felsen sind, dürfte das auch heute unmöglich sein) und die einzige Möglichkeit, dass jemand ins Kloster rein kam war, dass einer der oben lebenden das Netz herunter gleiten ließ. Dieses Netz wurde runtergelassen, der Mensch oder die Waren (Lebensmittel, etc.) legten sich hinein bzw. wurden reingelegt und danach wurde das Netz hochgezogen. Eine besonders mühsame Angelegenheit, aber man war vom Feind sicher. Bis zu den Jahren 1915-1920, waren die Klöster nur durch diese Netz (welches ich auch unten bei den Photos genau zeige) erreichbar. Später kamen Lifte hinzu (keine elektrischen, sondern solche mit Hebelfunktion). Heute kann man alle Klöster zu Fuß durch eine Vielzahl an Treppen erreichen (die einem wirklich den Atem nehmen).

Wir hatten die Freude Meteora Anfang September zu besuchen, wo die Temperaturen für die griechischen Verhältnisse wieder einigermaßen normal waren (ca. 28-30 Grad). Auch wenn wir damit gerechnet haben, dass im September weniger Besucher Meteora besuchen würden, so waren wir ziemlich überrascht, dass dutzende Reisebusse aus Polen, Tschechien und Italien vor den Klöstern parkten. Da es unmöglich ist an einem Tag, wie wir es geplant hatten, alle sechs Klöster zu besichtigen, haben wir uns für drei davon entschieden. Die beiden gegenüberliegenden Klöster der Hagia Triada und Hagion Stefanos und das riesige Kloster von Varlami. Es war unmöglich das größte Kloster von Meteora, das des großen Meteoron, zu besuchen. Die Klöster der Hagia Varvara und des Hagion Nikolaous dagegen sind sehr kleine Klöster und befinden sich viel tiefer, als die anderen vier.

Lage
Das Meteora-Areal befindet sich im Herzen Griechenlands. Fast die gleiche Autobahnstrecke muss man zurücklegen, wenn man von Athen oder Thessaloniki, den beiden größten Städten des Landes, seine Reise beginnt. Wir sind aus Thessaloniki um 7 Uhr morgens mit dem Auto losgefahren und waren nach drei Stunden dort. Meteora liegt mitten in Thessalien, nahe bei Trikala und Larissa. Thessalien gehört zu den besten landwirtschaftlichen Gebieten des Balkans, da sich hier eine riesige Wiese befindet, wo sich fast alles anbauen lässt. Und gerade dass macht Meteora zu etwas einzigartigem, denn vollkommen aus dem Nichts, ragen auf einmal aus der Erde diese Felsen hervor. 10 Kilometer bevor man in Kalampaka, der Ortschaft von Meteora, eintrifft, kann man bereits aus dem Auto die gewaltigen Felsen erspähen. Es ist ein magisches Bild, das jedoch seinen Höhepunkt erreichen wird, wenn man später dann von oben, am besten vom Kloster der Hagia Triada, den Ausblick auf Kalampaka und die restlichen Klöster genießt.

Dress-Code, Parkplatz, Ruhetage, Eintrittspreise
Was man vor dem Besuch auf Meteora unbedingt als Mann und Frau wissen sollte ist, dass man mit seiner Bekleidung nicht gegen die Regeln des Dress-Codes der Klöster verstößt. Vor allem Frauen machen den Fehler mit Hose eines der Klöster betreten zu wollen. Da dies sehr oft vorkommt und die Mönche/Nonnen keinen ausschließen möchten, gibt es für die Frauen im Eingang Röcke, die sie über die Hose anziehen können. Streng ist man in dieser Hinsicht in allen Klöstern mit den Frauen. Damen, die besonders geschminkt und mit offenen Dekollete ins Kloster kommen, haben dort nichts verloren (das ist ein Ort der Gebets) und werden nicht rein gelassen. Männer dürfen auch nicht mit kurzen Hosen ins Kloster. Mein Vater, der im Gegensatz zu mir, nicht offiziell gekleidet war und die Reise, aufgrund der Autofahrt mit kurzer Hose antreten wollte, musste miterleben, wie ihm der Eintritt in das Kloster des Hagion Stefanos von der Hauptnonne nicht erlaubt wurde. Bei den anderen beiden Klöstern gab es jedoch mit der kurzen Hose kein Problem.

Nicht jedes der sechs Klöster hat einen riesigen Parkplatz, um mit den Besucheransturm in den Sommermonaten fertig zu werden. Beim Kloster des großen Meteoron war es unmöglich einen Parkplatz zu finden. Zwar war dort ein Polizist der Verkehrsregelung präsent, aber auch er konnte keine neuen Parkplätze herzaubern. So sind viele gezwungen, entweder ihr Auto tief im Tal zu parken und den steilen Weg zum Kloster zu Fuß zurückzulegen oder eben auf den Besuch des Klosters zu verzichten. Leichter zu parken ist es beim Kloster der Heiligen Triada, wo die Strasse recht breit ist und so die Autos dort an der Seite parken können. Besonders achtsam muss man mit den Öffnungszeiten und Ruhetage der Klöster sein. Alle öffnen um 9 Uhr und schließen um 17 Uhr. Doch bei den Ruhetagen gibt es Unterschiede. Während Hagia Triada und Hagios Stefanos am Donnerstag geschlossen bleiben, ist das Kloster des Heiligen Nikolaous am Dienstag zu und das des großen Meteoron am Freitag. Alle Klöster verlangen einen Eintritt von 2 Euro. Das gilt jedoch nur für die ausländischen Touristen. Der griechische Besucher darf kostenlos hinein.

Das Kloster der Hagia Triada
Um 10 Uhr morgens in Meteora angekommen, war unser erstes Ziel das legendäre Kloster der Hagia Triada. Der Fußweg zum Kloster ist recht groß. Da es sich um eines der steilsten Felsen des Areals handelt, hat man durch den Fels selbst die Treppen gebaut. Es ist fast schon unheimlich, wenn man über sich Tonnen von Felsen hat und durch diese hindurchgeht! Nach 8-10 Minuten hat man die Spitze des Felsen erreicht und befindet sich damit vor dem Eingang zum Kloster. Das Hagia Triada Kloster wurde um das Jahr 1240 n. Chr. gebaut und heute leben dort 4 Mönche. Nach dem man sich im Kloster befindet, sieht man vor sich zwei große Wände, an denen Worte stehen, die von Jesus selbst stammen könnten. Es geht hier um die Nächstenliebe, die wir doch oftmals beiseite lassen bzw. nicht richtig verstehen. Gegen Ende des Durchgangs befindet sich rechts eine kleine Kapelle, wo man seine Kerze anzünden und sein Gebet halten kann. Links vom Durchgang dagegen befindet sich ein kleines Holzhaus, dass fast in der Luft steht (ein Teil davon ist von unten ebenfalls zu sehen und es steht teilweise im Abhang des Felsen). Besonders mulmig wurde es uns, als wir dann aus diesem, fast in der Luft stehenden, Holzhaus vom Fenster in die Tiefe schauten. Über 600 Meter geht es nach unten. Hier erspäht man auch das Netz und den Lift, mit dem die Mönche und Besuchers des Klosters zu diesem Zuflucht fanden. Außerhalb dieser Räumlichkeiten befindet sich auch ein kleineres Häuschen, wo die Mönche leben. Einen davon trafen wir in den Gängen des Klosters und ich konnte mit ihm einige Worte austauschen. Sehr nette und vor allem mit innerlicher Ruhe versehene Menschen! Im Kloster der Hagia Triada sollte man nicht die Chance verpassen am Rande des Felsen auch den herrlichen Ausblick auf die Ortschaft Kalampaka zu genießen.

Das Kloster des Hagion Stefanos
Das Kloster des Hagion Stefanos befindet sich gegenüber der Hagia Triada und ist fast doppelt so groß. Man muss eine Brücke überqueren (Blick nach unten in die Tiefe ist gewagt), um den Eingang zu erreichen. In diesem Kloster leben nur Frauen. Insgesamt 31 Nonnen verbringen hier ihr Leben, welches sie Gott und Jesus gewidmet haben. Hier trafen wir eine große Gruppe an Schweizer Touristen, die eine deutschsprachige Reiseführerin mit dabei hatten. Sie erzählte ihnen natürlich von der großen Geschichte dieses Klosters, die bereits 1200 n. Chr. begann. Im Kloster gibt es eine Kirche und eine Bibliothek - außerhalb dagegen einen schönen Garten und einen herrlichen Aussichtsplatz. Die Nonnen des Hagion Stefanos haben im Gegensatz zu den meisten anderen Klöstern den Vorzug, dass sie einen großen Vorgarten haben. Sogar Trauben werden hier angebaut, während viele andere Obstsorten (Feigen, Granatäpfel, Äpfel, Mandeln) ebenfalls den Nonnen zu Gute kommen.

Das Varlami-Kloster
Das Varlami-Kloster ist ca. 3 km nördlich von den beiden anderen Klöstern entfernt. Ein sehr steiler Weg und vor allem viele Treppen, die jedem am Ende sehr mühsam erscheinen werden, führen zum Tor des Klosters. Dieses Kloster hat eine recht große Fläche vorzuweisen. Es wurde ca. 1500 n. Chr. erbaut und heute leben hier insgesamt 10 Mönche. Es verfügt über zwei Museen, die wir beide besucht haben. Besonders alte und wertvolle Stücke aus dem Bereich der griechisch-orthodoxen Kirche werden hier ausgestellt (Kleidung der Bischöfe, die für den Gottesdienst benutzen Gegenstände etc.) Im Vorhof des Varlami-Klosters bestaunt man in dieser doch so schwer bepflanzbaren Gegend (nicht vergessen, dass wir uns auf einem riesigen Felsen befinden) einen prachtvollen Garten, der so bunt war, wie bei einer Bundesgartenschau, wie wir sie einst in Karlsruhe hatten. Ein kleiner Friedhof, in dem die ersten Mönche des Klosters begraben wurden, ist ebenfalls vorhanden.

Die James Bond-Geschichte auf Meteora
Vor dem Besuch des Klosters der Hagia Triada versuchte ich mir die Umgebung 24 Jahre zuvor vorzustellen und wie damals an dieser Stelle der James Bond Film For your eyes only gedreht wurde. Ich versuchte mich an die Stellen des Films zurückzuerinnern, in denen das Kloster zu sehen war. Die steilen Felswände waren natürlich unverkennbar dieselben wie damals und ich war irgendwie auf den Spuren von James Bond. Sicherlich ist diese magische Meteora-Atmosphäre auch der Hauptgrund (zusammen mit Story, Moore und den für mich schönsten James Bond Song von Sheena Easton), warum In tödlicher Mission auch heute noch mein Lieblingsbondfilm bleibt. Mit großem Interesse ließ ich mir vom Hausmeister des Klosters der Hagia Triada, der vor Ort, in Kalambaka, seit über 50 Jahren lebt, die Details vom damaligen Dreh zum Film erläutern.

Es war der September 1980 als es endlich den James Bond-Produzenten gelang mit den Dreharbeiten auf Meteora zu beginnen. Es waren davor sämtliche Probleme aufgetreten. Das größte darunter: die Mönche des Klosters der Hagia Triada weigerten sich mit den Drehteams zu kooperieren und beschlossen den Eintritt der Kameras nicht zu gestatten. Auch wenn die damalige griechische Regierung die Genehmigung dafür gegeben hatte, so wurde diese jedoch von den Mönchen im Kloster nicht anerkannt. Da die griechisch orthodoxe Kirche, vor allem im Bereich der Klöster (Hagion Oros, Meteora) unter eigenen Gesetzen und Regelungen lebt, kann solch ein unterschriebenes Papier, auch mit der Präsenz von Roger Moore höchstpersönlich vor Ort, nichts bewirken. Für die Mönche, die ihr Leben durch das Gebet Gott und Jesus gewidmet haben, war die Präsenz von einem Drehteam vor Ort, dass Filme dreht, bei denen Mord, Sex und Gewalt vorkommen, kein willkommener Gast und sie wollten natürlich ihren heiligen Ort vor so etwas bewahren. So kann ich persönlich, auch wenn ich alle James Bond meist mit Gefallen angeschaut habe, ihre feindliche Einstellungen gegenüber den Kamerateams und der Produktionsfirma von James Bond gut verstehen. Da es nicht möglich war einen gemeinsamen Nenner zu finden, entschlossen sich die Macher des Films nicht im Kloster selbst, sondern von unten, neben den Felswänden, zu drehen. Für einige Wochen wurde neben der Ortschaft von Kalampaka, am Fuße des Klosters der Heiligen Triada, gedreht. Die Szenen im Kloster selbst, die gegen Ende des Films vorkommen, wurden nicht in Meteora, sondern in Filmstudios (wenn ich mich nicht irre in England) gedreht. Die Produzenten von James Bond, die ja auch heute noch dieselben sind (Brocolli und Co.) müssen so sauer gewesen sein, dass die ansonsten doch so gastfreundlichen Griechen ihnen beim Klosterdreh so den Rücken zugedreht haben (vor allem die Mönche), dass in keinem weiteren James Bond Film Griechenland seit 1980 vorgekommen ist.

Kalampaka der Touristenboom in Meteora
Nach dem wundervollen Besuch bei den Klöstern braucht der Urlauber eine Rast und eine bessere Möglichkeit als sich eine Pause zu gönnen und gut zu essen wird man keine andere als in Kalampaka haben können. Die kleine Ortschaft, mit den 10.000 Einwohnern, ist ein wunderschöner Platz Erde mitten im zentralen Griechenland. Alle Touristen, die Meteora besuchen, sind nach dem Ausflug hier zu finden. Die vielen Hotels und Campings in und rund um Kalampaka sprechen von selbst, über den Touristenandrang von Meteora. Eine Vielzahl an Restaurants und Tavernen trifft man hier vor und sogar im September ist fast alles überfüllt. Der Marktplatz von Kalampaka ist ein wundervoller Ort, um sich so richtig angenehm nach dem großen Fußweg im Meteora-Gebirge auszuruhen. Eine Vielzahl an Bänken ist hier vorhanden und in der Mitte des Platzes ein riesiger Springbrunnen, dessen Wasser man übrigens sorgenlos trinken kann. Kalampaka bietet eine Vielzahl an Einkaufsmöglichkeiten und die Preise sind im Vergleich zu anderen Touristengegenden als in Ordnung anzusehen.

Fazit
Meteora ist ein faszinierendes Erlebnis für jedermann. Für mich war es eine Freude einen Ort besucht zu haben, der vor allem aus christlicher und geschichtlicher Sicht eine so große Bedeutung hat. Schade, dass es zeitlich nicht möglich ist an einem Tag alle sechs Klöster zu besuchen aber zumindest für drei davon hat es bei uns gereicht. Am meisten hat mir das Kloster der Hagia Triada gefallen, denn hier konnte ich vom Hausmeister und von einem der Mönche viel über die Geschichte des Klosters und der Gegend selbst in Erfahrung bringen und dazu in aller Ruhe (da wir zu den ersten Besuchern des Tages gehörten), das ganze Kloster besichtigen. Allein schon die Aussicht, die ich von der Hagia Triada genießen konnte, war die dreistündige Reise wert.
Accessibility
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness
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Ambiance
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Architecture
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