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Ich will demnächst mal nach Hamburg. Was sollte ich mir ansehen? - Diese Frage wird mir häufiger mal gestellt. Ich gebe dann unterschiedliche Tipps, je nach Interessenlage meines Gesprächspartners. Aber eines gebe ich jedem mit auf den Weg: Sieh dir unbedingt die Speicherstadt an, und auch DU wirst beeindruckt sein...!
Die Entstehung der Speicherstadt
Unsere Reise führt uns in das späte 19. Jahrhundert und in den Stadtteil Hamburg-Altstadt. Der in Hamburgs Mitte gelegene Stadtteil ist - wie sein Name schon andeutet - auch der älteste Stadtteil der Hansestadt.
Im Jahr 1866 wurde der Norddeutsche Bund gegründet. Seine Verfassung von 1867 sah ein gemeinsames Zoll- und Handelsgebiet vor, machte jedoch den Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg ein Zugeständnis: Die Hansestädte mit einem dem Zweck entsprechenden Bezirk ihres oder des umliegenden Gebiets bleiben als Freihafen außerhalb der gemeinschaftlichen Zollgrenze, bis sie ihren Anschluss in dieselbe beantragen.
Zwischenzeitlich kam es zur Gründung des Deutschen Reiches (1871) und ab 1879 wurde Hamburg von Reichskanzler Otto von Bismark dahingehend unter Druck gesetzt, auf seine Zollausschlussstellung zu verzichten. 1881 einigten sich Hamburger Senat und Reichsregierung. Die Hansestadt trat dem Zollgebiet bei, behielt aber ein Freihafengebiet, das von jeder Zollkontrolle befreit war.
Der Senat wurde daraufhin verpflichtet, die zur Ausführung des Anschlusses erforderlichen Bauten und Einrichtungen möglichst zügig zu errichten. Zur Realisierung wurde Hamburg eine Übergangszeit von sieben Jahren gewährt. Am 15. Oktober 1888 trat der Zollanschluss in Kraft.
Solange Hamburg insgesamt nicht zum Zollgebiet des Deutschen Reiches gehörte, konnten Lagerhäuser für den Seehandel an beliebigen Stellen im Stadtgebiet stehen. Das änderte sich nun. Alle Gebäude, in denen Waren für den zollfreien Umschlag gelagert wurden, mussten sich innerhalb des Freihafengebietes befinden. Aus diesem Grund wurde die Speicherstadt errichtet.
Für den Bau der Speicherstadt begann man 1883 damit, die bis dahin auf den Elbinseln Kehrwieder, Brook und Wandrahm bestehenden Wohnhäuser abzureißen. Insgesamt wurden rund 20.000 Bewohner u. a. nach Winterhude und Barmbek umgesiedelt.
Baubeginn für die Speicherstadt war 1885. Bis 1912 wurde sie in drei Bauabschnitten errichtet. Es entstand ein Lagerhauskomplex von ca. 1,5 km Länge, der noch heute der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt ist.
Die Geschichte der Speicherstadt
Franz Andreas Meyer - so hieß der Mann, der für die Brücken, Straßen, Fleete und nicht zuletzt für die Gestaltung der Speicherbauten verantwortlich war. Der seinerzeit erste Vorsitzende des Architekten- und Ingenieurvereins war ein Verfechter der Hannoverschen Schule, die neugotische Elemente auf Backsteinbauten übertrug.
In einem Zeitraum von 27 Jahren entstand eine ganze Stadt die ihresgleichen sucht: Einheitliche rote Gebäude, Fleete und zahlreiche Brücken sind die drei wesentlichsten Merkmale der Speicherstadt.
Die Häuser wurden auf insgesamt 3,5 Millionen Eichenpfählen gebaut, die ca. 12 m Tief in die Elbschicht gerammt wurden. Sie verfügen über sechs bis acht Stockwerke und eine Lagerfläche von insgesamt 26 Hektar. Ihre Dächer sind mit zahllosen Türmchen, Zinnen, Staffelgiebeln, Kupferdächern sowie Keramik- und Glasursteinen verziert.
Nach dem Prinzip des althamburgischen Bürgerhauses verfügen die Gebäude auf der einen Seite über eine Anbindung zur Straße, auf der anderen Seite sind sie über Fleete erreichbar, die durch die gesamte Speicherstadt verlaufen.
Die Speicherstadt sollte ein großer wirtschaftlicher Erfolg werden. Immerhin gelang Hamburg durch den Freihafenbau bis 1913 im Bereich Güterumschlag der Aufstieg zum viertgrößten Hafen der Welt.
Gelagert wurden in der Speicherstadt vor allem Kaffee, Tee und Gewürze. Die Lagerung, teilweise auch die Weiterverarbeitung, wurde von Quartiersleuten für die Importeure, die keine eigenen Lager unterhielten, übernommen. Die Quartiersleute waren meist auf bestimmte Güter spezialisiert und verfügten über eine hohe Sachkenntnis. Insbesondere bei Tee und Kaffee wurden Mischungen fertig konfektioniert. Zu ihren Aufgaben gehört noch heute die Qualitätsprüfung der Waren und der Versand von Proben.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Speicherstadt zur Hälfte zerstört. Für den Wiederaufbau wurde Werner Kallmorgen engagiert. Er rekonstruierte einige Speicher, ergänzte andere und ersetze manche durch Neubauten, wie etwa den Kaispeicher A an der Spitze des Kaiserhöfts, der den alten Kaiserspeicher ersetzte.
1991 wurden die Gebäude der Speicherstadt unter Denkmalschutz gestellt.
2004 wurde die Speicherstadt aus dem Zollausschlussgebiet herausgenommen und ist jetzt zollrechtlich Inland.
Die Speicherstadt heute
Was einst ausschließlich zu Handelszwecken diente, ist inzwischen eine Touristenattraktion geworden. Zwar werden noch heute im größten Teil der Speicherstadt hochwertige Güter wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Teppiche Nüsse und Elektrogeräte gelagert, es siedeln sich aber immer mehr Museen, Ausstellungen und andere Freizeiteinrichtungen in den denkmalgeschützten Gebäuden an. Nachfolgend stelle ich die wesentlichen vor:
SPEICHERSTADTMUSEUM
Hier kann der Besucher ein traditionsreiches Stück Hamburg erleben und sehen, was mit Kaffee, Tee, Kakao, Nüssen oder Gewürzen passiert, bevor die Produkte in den Handel gelangen.
St. Annenufer 2, Tel. 040/32 11 91,
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr und nach Absprache.
SPICY'S GEWÜRZMUSEUM
Das Spicy's ist Europas erstes Gewürzmuseum. Hier kann man rund 50 Gewürze aus aller Welt riechen, anfassen und probieren.
Am Sandtorkai 32, Telefon: 040/36 79 89
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3,00 €, Kinder 1,00 €. Für Erwachsene sind Gewürzproben, für Kinder Gummibärchen im Eintrittspreis enthalten.
DEUTSCHES ZOLLMUSEUM
Das Zollmuseum ist das einzige seiner Art in Deutschland. Hier wird dem Besucher Zollgeschichte vom Altertum bis in die Gegenwart näher gebracht. Urkunden, Schmuggelverstecke, Uniformen und das komplette Ruderhaus eines Zollkreuzers sind zu sehen. Eines der ältesten Ausstellungsstücke ist eine alte Zollquittung aus dem Jahre 43 n. Chr.
Alter Wandrahm 15a - 16, Tel. 040/30 08 76 11
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
SPIELZEUGMUSEUM DACHBODENBANDE
Die Dachbodenbande - das ist eine bunte Truppe aus sechs Plüschtieren, die den Besucher in die Zeit zurückversetzt, als man noch auf Großmutters Dachboden nach altem Spielzeug und Erinnerungen gesucht hat. Zu sehen gibt es hier alte Puppen, Rennautos, Holzspielzeug Bücher, Schmusetiere und Figuren die aus der Zeit der Jahrhundertwende und der Vorkriegszeit stammen.
Kehrwieder 4, Telefon 0172/3 29 32 50,
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00 Uhr,
Eintritt: Kinder 3,00 €, Erwachsene 6,00 €, Familien 12,00 €
DIALOG IM DUNKELN
Der Besucher wird in einer Gruppe durch einen völlig abgedunkelten Bereich geführt, und so in die Lage versetzt, blind zu sein. Auf Gehör, Geruchs- und Tastsinn angewiesen und mit einem Blindenstock ausgerüstet geht man durch verschiedene Themenbereiche (z. B. Straßenverkehr, Parkanlage oder Bar).
Alter Wandrahm 4, Telefon: 0700 / 44 33 20 00,
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 9.00 - 17.00 Uhr, Samstag/Sonntag 12.00 - 19.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 10,00 € ermäßigt 7,00 €, Kinder bis 14 Jahre 4,00 €
MINIATUR-WUNDERLAND HAMBURG
Hinter dem Begriff Miniatur-Wunderland verbirgt sich die weltgrößte digital gesteuerte Modelleisenbahnanlage. Hier kann man eine riesige, sehr schön und bis ins kleinste Detail gestaltete Modelllandschaft bewundern - und Stunden verbringen.
Kehrwieder 2, Telefon: 040/ 3 00 68 00
Öffnungszeiten: täglich 9.30 - 18.00 Uhr, Dienstag bis 21.00 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertag 8.45 Uhr bis 20.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 9,00 € (ermäßigt 7,00 €), Kinder 4,00 €.
HAMBURG DUNGEON
In den finsteren Gemäuern des Hamburg Dungeon erwacht die dunkle Geschichte dieser Stadt wieder zum Leben. Auf seinem Rundgang durch verschiedene Themenbereiche (z. B. der Große Brand von Hamburg, Pest, Inquisition) wird der Besucher von Schauspielern begleitet und so in vergangene Zeiten zurückversetzt. Aber wird er es auch überleben?
Kehrwieder 2, Telefon: 040/36 00 55 00
Öffnungszeiten: täglich 11.00 - 18.00 Uhr (letzter Einlass)
Eintritt: Erwachsene 14.50 € (ermäßigt 12,50 €), Kinder (ab 10 Jahre) 10,00 €
Das war ein kleiner Überblick darüber, was man in der Speicherstadt sehen und erleben kann. Daneben wird die Speicherstadt auch immer wieder gern als Ort für Kulturelle Einzelveranstaltungen wie z. B. Literaturvorträge gewählt.
Abends, wenn es dunkel wird, erstrahlen die Häuser der Speicherstadt in einem sanften Licht. Initiator für die Lichtillumination ist der Verein Lichtkunst Speicherstadt e. V. Die erleuchtete Speicherstadt kann man bis 23.30 Uhr von Land und vom Wasser aus bewundern.
Außerdem wird in der Speicherstadt bereits im 12. Jahr das Theaterstück Hamburger Jedermann aufgeführt (Termine immer im Sommer).
Ihr seht schon, die Speicherstadt hat eine Menge zu bieten. Da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Die Zukunft der Speicherstadt
HAFENCITY heißt das Schlagwort, das der eine oder andere bestimmt schon mal gehört hat. Dahinter steckt das größte derzeit laufende Vorhaben zur Stadtentwicklung. Im Bereich Hamburg-Altstadt und Hamburg-Klostertor entsteht quasi ein ganz neuer Stadtteil. Auf 155 Hektar Bauland sollen neben Büroflächen, die teilweise bereits fertig gestellt sind, auch Wohnungen für 12.000 Einwohner entstehen. Die Hafencity, die die Speicherstadt mit einbezieht, wird voraussichtlich frühestens 2020 fertiggestellt sein.
Meine Meinung und Empfehlungen
Die Speicherstadt gehört für mich zu den schönsten Fleckchen von Hamburg. Mich faszinieren nicht nur die wirklich sehr hübsch aussehenden Gebäude, sondern auch die Vielfalt, die sich hier bietet. In der Speicherstadt sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehr nah beieinander.
Wer sich die Speicherstadt insgesamt ansehen möchte, der tut dies am besten vom Wasser aus. Hafenrundfahrten mit kleinen Barkassen, deren Weg auch durch die Speicherstadt führt, werden von den Landungsbrücken aus angeboten.
Ich persönlich möchte euch die Fleetfahrt ganz besonders ans Herz legen. Die Schiffe starten dreimal täglich vom Jungfernstieg aus. Die langsame Fahrt durch die Wasserstraßen von Hamburg wird euch noch lange im Gedächtnis bleiben.
Wer sich lieber zu Fuß einen Eindruck von der Speicherstadt verschaffen möchte, kann dies selbstverständlich auch tun. Es macht Spaß, einfach nur zwischen den roten Backsteingebäuden spazieren zu gehen. Die Speicherstadt ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Am besten in die U-Bahn steigen (U3) und bis Baumwall fahren. Von dort sind es nicht mal 10 Gehminuten - und ihr seid am Ziel.
Und wenn ihr schon mal in der Speicherstadt seid, dann besucht ruhig eines (oder mehrere) der vielen Museen und Ausstellungen, die ich euch genannt habe. Ich kann das Miniatur-Wunderland und das Hamburg Dungeon ganz besonders empfehlen.
Fazit
Die Speicherstadt - ein Wahrzeichen dieser Stadt - ist ein Muss für jeden Hamburg-Besucher. Ob vom Wasser aus, an Land oder im Inneren der Gebäude. Die Speicherstadt und euere mit ihr verbundenen Erlebnisse und Eindrücke werdet ihr bestimmt so schnell nicht vergessen.
Klar, dass ich hier guten Gewissens fünf Sterne vergebe und dazu meine absolute Empfehlung ausspreche. Ich liebe dieses Stückchen Hamburg und halte mich somit auch öfter in dieser Gegend auf. Immer wieder beeindruckt bin ich von der Architektur der Gebäude, aber auch die Freizeitmöglichkeiten in der Speicherstadt können sich durchaus sehen lassen.
Also, worauf wartet ihr? Kommt nach Hamburg und überzeugt euch selbst!
Die Entstehung der Speicherstadt
Unsere Reise führt uns in das späte 19. Jahrhundert und in den Stadtteil Hamburg-Altstadt. Der in Hamburgs Mitte gelegene Stadtteil ist - wie sein Name schon andeutet - auch der älteste Stadtteil der Hansestadt.
Im Jahr 1866 wurde der Norddeutsche Bund gegründet. Seine Verfassung von 1867 sah ein gemeinsames Zoll- und Handelsgebiet vor, machte jedoch den Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg ein Zugeständnis: Die Hansestädte mit einem dem Zweck entsprechenden Bezirk ihres oder des umliegenden Gebiets bleiben als Freihafen außerhalb der gemeinschaftlichen Zollgrenze, bis sie ihren Anschluss in dieselbe beantragen.
Zwischenzeitlich kam es zur Gründung des Deutschen Reiches (1871) und ab 1879 wurde Hamburg von Reichskanzler Otto von Bismark dahingehend unter Druck gesetzt, auf seine Zollausschlussstellung zu verzichten. 1881 einigten sich Hamburger Senat und Reichsregierung. Die Hansestadt trat dem Zollgebiet bei, behielt aber ein Freihafengebiet, das von jeder Zollkontrolle befreit war.
Der Senat wurde daraufhin verpflichtet, die zur Ausführung des Anschlusses erforderlichen Bauten und Einrichtungen möglichst zügig zu errichten. Zur Realisierung wurde Hamburg eine Übergangszeit von sieben Jahren gewährt. Am 15. Oktober 1888 trat der Zollanschluss in Kraft.
Solange Hamburg insgesamt nicht zum Zollgebiet des Deutschen Reiches gehörte, konnten Lagerhäuser für den Seehandel an beliebigen Stellen im Stadtgebiet stehen. Das änderte sich nun. Alle Gebäude, in denen Waren für den zollfreien Umschlag gelagert wurden, mussten sich innerhalb des Freihafengebietes befinden. Aus diesem Grund wurde die Speicherstadt errichtet.
Für den Bau der Speicherstadt begann man 1883 damit, die bis dahin auf den Elbinseln Kehrwieder, Brook und Wandrahm bestehenden Wohnhäuser abzureißen. Insgesamt wurden rund 20.000 Bewohner u. a. nach Winterhude und Barmbek umgesiedelt.
Baubeginn für die Speicherstadt war 1885. Bis 1912 wurde sie in drei Bauabschnitten errichtet. Es entstand ein Lagerhauskomplex von ca. 1,5 km Länge, der noch heute der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt ist.
Die Geschichte der Speicherstadt
Franz Andreas Meyer - so hieß der Mann, der für die Brücken, Straßen, Fleete und nicht zuletzt für die Gestaltung der Speicherbauten verantwortlich war. Der seinerzeit erste Vorsitzende des Architekten- und Ingenieurvereins war ein Verfechter der Hannoverschen Schule, die neugotische Elemente auf Backsteinbauten übertrug.
In einem Zeitraum von 27 Jahren entstand eine ganze Stadt die ihresgleichen sucht: Einheitliche rote Gebäude, Fleete und zahlreiche Brücken sind die drei wesentlichsten Merkmale der Speicherstadt.
Die Häuser wurden auf insgesamt 3,5 Millionen Eichenpfählen gebaut, die ca. 12 m Tief in die Elbschicht gerammt wurden. Sie verfügen über sechs bis acht Stockwerke und eine Lagerfläche von insgesamt 26 Hektar. Ihre Dächer sind mit zahllosen Türmchen, Zinnen, Staffelgiebeln, Kupferdächern sowie Keramik- und Glasursteinen verziert.
Nach dem Prinzip des althamburgischen Bürgerhauses verfügen die Gebäude auf der einen Seite über eine Anbindung zur Straße, auf der anderen Seite sind sie über Fleete erreichbar, die durch die gesamte Speicherstadt verlaufen.
Die Speicherstadt sollte ein großer wirtschaftlicher Erfolg werden. Immerhin gelang Hamburg durch den Freihafenbau bis 1913 im Bereich Güterumschlag der Aufstieg zum viertgrößten Hafen der Welt.
Gelagert wurden in der Speicherstadt vor allem Kaffee, Tee und Gewürze. Die Lagerung, teilweise auch die Weiterverarbeitung, wurde von Quartiersleuten für die Importeure, die keine eigenen Lager unterhielten, übernommen. Die Quartiersleute waren meist auf bestimmte Güter spezialisiert und verfügten über eine hohe Sachkenntnis. Insbesondere bei Tee und Kaffee wurden Mischungen fertig konfektioniert. Zu ihren Aufgaben gehört noch heute die Qualitätsprüfung der Waren und der Versand von Proben.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Speicherstadt zur Hälfte zerstört. Für den Wiederaufbau wurde Werner Kallmorgen engagiert. Er rekonstruierte einige Speicher, ergänzte andere und ersetze manche durch Neubauten, wie etwa den Kaispeicher A an der Spitze des Kaiserhöfts, der den alten Kaiserspeicher ersetzte.
1991 wurden die Gebäude der Speicherstadt unter Denkmalschutz gestellt.
2004 wurde die Speicherstadt aus dem Zollausschlussgebiet herausgenommen und ist jetzt zollrechtlich Inland.
Die Speicherstadt heute
Was einst ausschließlich zu Handelszwecken diente, ist inzwischen eine Touristenattraktion geworden. Zwar werden noch heute im größten Teil der Speicherstadt hochwertige Güter wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Teppiche Nüsse und Elektrogeräte gelagert, es siedeln sich aber immer mehr Museen, Ausstellungen und andere Freizeiteinrichtungen in den denkmalgeschützten Gebäuden an. Nachfolgend stelle ich die wesentlichen vor:
SPEICHERSTADTMUSEUM
Hier kann der Besucher ein traditionsreiches Stück Hamburg erleben und sehen, was mit Kaffee, Tee, Kakao, Nüssen oder Gewürzen passiert, bevor die Produkte in den Handel gelangen.
St. Annenufer 2, Tel. 040/32 11 91,
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr und nach Absprache.
SPICY'S GEWÜRZMUSEUM
Das Spicy's ist Europas erstes Gewürzmuseum. Hier kann man rund 50 Gewürze aus aller Welt riechen, anfassen und probieren.
Am Sandtorkai 32, Telefon: 040/36 79 89
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3,00 €, Kinder 1,00 €. Für Erwachsene sind Gewürzproben, für Kinder Gummibärchen im Eintrittspreis enthalten.
DEUTSCHES ZOLLMUSEUM
Das Zollmuseum ist das einzige seiner Art in Deutschland. Hier wird dem Besucher Zollgeschichte vom Altertum bis in die Gegenwart näher gebracht. Urkunden, Schmuggelverstecke, Uniformen und das komplette Ruderhaus eines Zollkreuzers sind zu sehen. Eines der ältesten Ausstellungsstücke ist eine alte Zollquittung aus dem Jahre 43 n. Chr.
Alter Wandrahm 15a - 16, Tel. 040/30 08 76 11
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
SPIELZEUGMUSEUM DACHBODENBANDE
Die Dachbodenbande - das ist eine bunte Truppe aus sechs Plüschtieren, die den Besucher in die Zeit zurückversetzt, als man noch auf Großmutters Dachboden nach altem Spielzeug und Erinnerungen gesucht hat. Zu sehen gibt es hier alte Puppen, Rennautos, Holzspielzeug Bücher, Schmusetiere und Figuren die aus der Zeit der Jahrhundertwende und der Vorkriegszeit stammen.
Kehrwieder 4, Telefon 0172/3 29 32 50,
Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00 Uhr,
Eintritt: Kinder 3,00 €, Erwachsene 6,00 €, Familien 12,00 €
DIALOG IM DUNKELN
Der Besucher wird in einer Gruppe durch einen völlig abgedunkelten Bereich geführt, und so in die Lage versetzt, blind zu sein. Auf Gehör, Geruchs- und Tastsinn angewiesen und mit einem Blindenstock ausgerüstet geht man durch verschiedene Themenbereiche (z. B. Straßenverkehr, Parkanlage oder Bar).
Alter Wandrahm 4, Telefon: 0700 / 44 33 20 00,
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 9.00 - 17.00 Uhr, Samstag/Sonntag 12.00 - 19.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 10,00 € ermäßigt 7,00 €, Kinder bis 14 Jahre 4,00 €
MINIATUR-WUNDERLAND HAMBURG
Hinter dem Begriff Miniatur-Wunderland verbirgt sich die weltgrößte digital gesteuerte Modelleisenbahnanlage. Hier kann man eine riesige, sehr schön und bis ins kleinste Detail gestaltete Modelllandschaft bewundern - und Stunden verbringen.
Kehrwieder 2, Telefon: 040/ 3 00 68 00
Öffnungszeiten: täglich 9.30 - 18.00 Uhr, Dienstag bis 21.00 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertag 8.45 Uhr bis 20.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 9,00 € (ermäßigt 7,00 €), Kinder 4,00 €.
HAMBURG DUNGEON
In den finsteren Gemäuern des Hamburg Dungeon erwacht die dunkle Geschichte dieser Stadt wieder zum Leben. Auf seinem Rundgang durch verschiedene Themenbereiche (z. B. der Große Brand von Hamburg, Pest, Inquisition) wird der Besucher von Schauspielern begleitet und so in vergangene Zeiten zurückversetzt. Aber wird er es auch überleben?
Kehrwieder 2, Telefon: 040/36 00 55 00
Öffnungszeiten: täglich 11.00 - 18.00 Uhr (letzter Einlass)
Eintritt: Erwachsene 14.50 € (ermäßigt 12,50 €), Kinder (ab 10 Jahre) 10,00 €
Das war ein kleiner Überblick darüber, was man in der Speicherstadt sehen und erleben kann. Daneben wird die Speicherstadt auch immer wieder gern als Ort für Kulturelle Einzelveranstaltungen wie z. B. Literaturvorträge gewählt.
Abends, wenn es dunkel wird, erstrahlen die Häuser der Speicherstadt in einem sanften Licht. Initiator für die Lichtillumination ist der Verein Lichtkunst Speicherstadt e. V. Die erleuchtete Speicherstadt kann man bis 23.30 Uhr von Land und vom Wasser aus bewundern.
Außerdem wird in der Speicherstadt bereits im 12. Jahr das Theaterstück Hamburger Jedermann aufgeführt (Termine immer im Sommer).
Ihr seht schon, die Speicherstadt hat eine Menge zu bieten. Da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Die Zukunft der Speicherstadt
HAFENCITY heißt das Schlagwort, das der eine oder andere bestimmt schon mal gehört hat. Dahinter steckt das größte derzeit laufende Vorhaben zur Stadtentwicklung. Im Bereich Hamburg-Altstadt und Hamburg-Klostertor entsteht quasi ein ganz neuer Stadtteil. Auf 155 Hektar Bauland sollen neben Büroflächen, die teilweise bereits fertig gestellt sind, auch Wohnungen für 12.000 Einwohner entstehen. Die Hafencity, die die Speicherstadt mit einbezieht, wird voraussichtlich frühestens 2020 fertiggestellt sein.
Meine Meinung und Empfehlungen
Die Speicherstadt gehört für mich zu den schönsten Fleckchen von Hamburg. Mich faszinieren nicht nur die wirklich sehr hübsch aussehenden Gebäude, sondern auch die Vielfalt, die sich hier bietet. In der Speicherstadt sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehr nah beieinander.
Wer sich die Speicherstadt insgesamt ansehen möchte, der tut dies am besten vom Wasser aus. Hafenrundfahrten mit kleinen Barkassen, deren Weg auch durch die Speicherstadt führt, werden von den Landungsbrücken aus angeboten.
Ich persönlich möchte euch die Fleetfahrt ganz besonders ans Herz legen. Die Schiffe starten dreimal täglich vom Jungfernstieg aus. Die langsame Fahrt durch die Wasserstraßen von Hamburg wird euch noch lange im Gedächtnis bleiben.
Wer sich lieber zu Fuß einen Eindruck von der Speicherstadt verschaffen möchte, kann dies selbstverständlich auch tun. Es macht Spaß, einfach nur zwischen den roten Backsteingebäuden spazieren zu gehen. Die Speicherstadt ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Am besten in die U-Bahn steigen (U3) und bis Baumwall fahren. Von dort sind es nicht mal 10 Gehminuten - und ihr seid am Ziel.
Und wenn ihr schon mal in der Speicherstadt seid, dann besucht ruhig eines (oder mehrere) der vielen Museen und Ausstellungen, die ich euch genannt habe. Ich kann das Miniatur-Wunderland und das Hamburg Dungeon ganz besonders empfehlen.
Fazit
Die Speicherstadt - ein Wahrzeichen dieser Stadt - ist ein Muss für jeden Hamburg-Besucher. Ob vom Wasser aus, an Land oder im Inneren der Gebäude. Die Speicherstadt und euere mit ihr verbundenen Erlebnisse und Eindrücke werdet ihr bestimmt so schnell nicht vergessen.
Klar, dass ich hier guten Gewissens fünf Sterne vergebe und dazu meine absolute Empfehlung ausspreche. Ich liebe dieses Stückchen Hamburg und halte mich somit auch öfter in dieser Gegend auf. Immer wieder beeindruckt bin ich von der Architektur der Gebäude, aber auch die Freizeitmöglichkeiten in der Speicherstadt können sich durchaus sehen lassen.
Also, worauf wartet ihr? Kommt nach Hamburg und überzeugt euch selbst!






















































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