Django006
Köln, Germany94%
Hallo liebe Leser/innen, heute mal ein etwas doch eher ungewöhnlicher Bericht von mir, denn es ist kein Technik Bericht. Heute geht es um etwas Sinnliches, spannendes, JA sogar Extrem Außergewöhnliches, denn ich schreibe über ein Restaurant. Nun, denkt ihr sicher, der "spinnt" aber nein, denn etwas in dieser Art gibt es eben noch nicht sehr oft in Deutschland und daher zählt jede Erfahrung. Ich mache es mal etwas kürzer, ich schreibe über das Restaurant "Finster" in Essen.
Wie kam ich zu diesem Restaurant???
Nicki28 hatte es mir zum Geburtstag geschenkt und zwar für zwei Personen ein vier Gänge Menü (zu dem Preisen komme ich später). Hier noch einmal lieben dank für dieses Geschenk ;)) Sie hatte es über My Days gebucht. Also musste natürlich ein Termin her, denn die Gutscheine sind nur bis Ende des Jahres gültig. Der Zufall wollte es so, das ich am letzten Wochenende frei hatte, also fuhren wir am 5 Juni nach Essenzum essen lach
Was macht das Restaurant in Essen so Außergewöhnlich?
ES beginnt schon mit dem Namen, denn wer nennt schon ein Restaurant "Finster" auf Kölsch könnte man ja noch vermuten "Fenster" aber nein es ist in der Tat die Umschreibung für Dunkel, sogar "Extrem" dunkel. Dann die Mitarbeiter (Kellner/innen) dieses Restaurants, denn die sind entweder alle Blind, oder extrem Sehbehindert. "nun beginnt das Grübeln" aber OK, ich sage es Euch..
Das Restaurant Finster:
Es ist ein Restaurant wo man ein "Dinners in the Dark" buchen kann, also ein Essen im Dunkeln, wobei es geht noch dunkler als dunkel und daher auch der Name "Finster" Man kann also z.B. über My Days oder andere online dieses Restaurant per Gutschein verschenken, oder man Reserviert direkt vor Ort, oder eben über die HP, Fax oder E-Mail. Dies sollte man auch tun, denn es ist gut besucht.
Das sagt das Restaurant über sich selbst:
Original von der HP und nur zur Info, Quelle Finster HP:
Dinner in the Dark!
Herzlich Willkommen im FINSTER,
dem ersten und einzigen Dunkelrestaurant des Ruhrgebiets!
Genießen Sie in völliger Finsternis die Explosion der Sinne.
Eine noch nie zuvor erlebte Gefühlserfahrung.
Schmecken, Riechen, Hören, Fühlen, Sehen.
Wir bieten Ihnen zwei verschiedene "Dunkelräume" , nun auch mit Klimatisierung, in unterschiedlicher Größe und Akustik. Entdecken sie Ihre Sinne, "erhören" Sie Ihren Speisesaal. Lassen Sie sich ein auf das Abenteuer:
FINSTER - SINNreich essen
Kurze Beschreibung des Restaurants:
ES sieht von außen mehr wie unscheinbar aus, ein Haus, mit Mietern über dem Restaurant, helle Fassade, Fenster mit Blumendeko auf den Fensterbänken, ein Raucherbereich außen. Dann die Werbetafeln, wie sie jedes Restaurant hat, aber die ist auch mit einem gelben Rechteck mit drei schwarzen Punkten versehen. Innen eine schöne große Theke, ein paar Sitzplätze an der Theke, aber auch ein paar Tische, alles sehr gemütlich, klein und sauber. Sofern man es betritt, wird man sozusagen schon Erwartet, denn man muss sich anmelden, auch das ist schon etwas außergewöhnlich. Dann wird man von dem netten Personal befragt, man muss sich sein Menü schon vorab aussuchen, eben nicht am Tisch. Dann muss man alle Taschen abgeben, und seine Uhren ausziehen und die Handys muss man ausschalten. Sofern dies alles erledigt ist, bekommt man seine Tischnummer gesagt, die sollte man sich auch merken. Danach wird man persönlich von seinem zugewiesenen Kellner abgeholt, der einen auch zu seinem Tisch bringt. Gleich geht es weiter mit dem Ablauf, aber erst einmal die Technischen Daten lach
Wo ist dieses "Finster"
Hier die Kontaktdaten:
Finster
Steinhausenstraße 26
45147 Essen
Tel. 0201 / 4519567
Fax. 0201 / 7499848
E-Mail: infofinster-essen.de
HP: www.finster-essen.de
Menü 1 Wild, da gibt es ein 3 oder 4 Gänge Menü, wie bei den anderen Menüs auch, der Preis liegt von 44,50 48,50 €. Der günstigere Preis ist immer das 3 Gänge Menü.
Menü 2 Italienisch, von 41,50 45,50 €
Menü 3 Vegetarisch, von 33,50 bis 37,50 €
Menü 4 Rind, von 44,50 48,50 €
Menü 5 Schwein, 39,50 43,50 €
Menü 6 Fisch, 44,50 48,50 €
Menü 7 Geflügel, 39,50 43,50 €
Und zum Schluss das Kindermenü, für 26,50 €
Zu jedem Menü gehört ein Hauptgetränk und ein Kaffee zum Schluss, sollte man mehr trinken wollen, muss es gesondert bezahlen.
Eine genaue Wegbeschreibung findet ihr auf der HP, oder nutzt ein Navi, oder druckt euch die Route aus. Parkplätze findet man in direkter Nähe genügend, denn direkt vor dem Restaurant ist auch ein Parkplatz für etwa 14 Autos.
Der Ablauf des Abends:
Hier vorweg, ich werde nichts beschreiben was ich gegessen hab, oder was es war, hier lest ihr nur, was ich empfunden hab.
Der Kellner, unserer hieß Andre, holt einen persönlich ab, bzw. er sagt nur "Tisch 111" das war unser Tisch und dann wird man zum Tisch geführt. Allein das ist schon ein Erlebnis für sich, denn man weiß gar nicht wo man hingeht, denn es ist Dunkel, nein man kann schon sagen schwarz. Selbst wenn ihr die Augen noch so fest zumacht, ist das noch hell, im Gegensatz zu diesem Raum. Sofern man dann seinen Tisch zugewiesen bekommen hat, sollte man sich auch setzen. Den Stuhl, aber auch den Tisch hab ich dann sehr gut ertastet, sodass ich zumindest in etwa einen Plan hatte wo etwas ist. Man hat einen Teller, zwei Gabeln links, zwei Messer rechts und einen großen und einen Dessertlöffel über den Teller.
Andre sagte zu uns, nun müsst ihr euch selbst zurechtfinden, wenn ihr etwas bracht, einfach Andre rufen, oder eben die Tischnummer sagen. Und schwups war er weg. Nach einer Weile, keinen Plan wie lange es gedauert hat, (denn ein Zeitgefühl in der absoluten Dunkelheit hat man nicht. Man hört nur die anderen Gäste, es waren noch 3 weitere Tische besetzt worden, die vor uns drin waren. Eine Gruppe von 5 Leuten, und noch zwei Pärchen. Es ist schon irre, aber man konnte sie tatsächlich hören, und so auch wissen es sind insgesamt 4 Tische belegt.) kam unser Kellner andre wieder, und zwar mit den Getränken. Da ich Wasser ohne Kohlensäure bestellt hat und Nicki mit, wollte sich Andre selbst vergewissern, ob die an der Theke auch die beiden Wasser auch richtig waren. Ich sagte zwar, egal, wenn ich das mit der Kohlensäure hab, tauschen wir das selbst aber er wollte dies nicht. OK. Guter Service. Andre war aber doch recht schnell wieder bei uns, stellte die Flaschen auf den Tisch, sagte wo sie sind und wo die Gläser stehen. Dazu noch die Worte, aber bitte nichts verschütten. Ich glaube er hatte ein grinsen aufgelegt.
Nicki und ich ertasteten die Flaschen und die Gläser und füllten die Gläser. Nun denkt man, klar, ist doch kein Problem, aber schüttet mal ein Glas Wasser in der absoluten Dunkelheit ein. , das ist doch sehr spannend, vor allen weil man ja nicht weiß, wann ist das Glas voll. Aber Nicki sagte dann schon "da geht alles rein" ich war noch mit etwas anderem beschäftig. Es gab ja auch Brot und Dip, so wie es sich für ein gutes Restaurant gehört. Auch wenn man hier natürlich auch das Brot und den Dip als Übung bekommt, so zumindest unser Andre, der sagte "dann übt schon mal, denn der Rest wird schwerer. (ich glaube auch da grinste er sich einen) Ich hatte es aber doch relativ schnell im Griff, denn das Brot lag ja auch vorm Dip, Nickis dahinter.
Nun hatten wir also den Tisch in etwa abgetastet, wussten wo die Getränke sind, wo das Besteck ist, wo der Dip und das Brot waren. So plauderten wir natürlich auch schon über das, was man gerade erlebte, denn ich kann es euch sagen, es ist anders als man denkt und zwar extrem anders. Unser Kellner der auch aus dem Kölner Raum ist und der auch bald im Kölner "Dinners in the Dark" zu finden ist, ist ja sehr stark Sehbehindert, einige andere sogar ganz Blind. Sie finden sich in der Dunkelheit zurecht, die messen alles ab, scannen ihre Umgebung ab, und so wissen sie ganz genau wo man ist. Wir die sehen können, sind nicht so sensibel, so dass man alles sofort kann. Man erlebt dies, zum ersten Mal, man hält seine Augen offen, sie zoomen, versuchen noch so in der Dunkelheit etwas Licht zu finden, sie arbeiten doch sie finden nichts. Ich stelle für mich nach einer ganzen Weile, das es sogar anstrengend ist, aber einfach genial dies zu erleben, mit der Gewissheit, nach dem Essen, wird es auch wieder hell.
Das 4 Gänge Menü, wir hatten Rind, nun begann unser Essen, denn der erste Gang kam, es war ja ein vier Gänge Menü und so kann man sich Vorstellen, es war eine Suppe, danach kam die zweite Vorspeise, danach das Hauptgericht und danach ein Dessert. Hier zu werde ich nichts schreiben, auch nicht was wir hier erlebt haben, denn das sollt ihr ja alles selbst erleben und auch genießen. Dies ist ja so als würde ich euch den Film vorab erzählen. Nur soviel, wir hatten 48,50 € pro. Person bezahlt, dazu die Anfahrt und jeder Cent war es wert, es war sehr lecker, und der Preis nicht überzogen.
Djangos Schlussfazit:
Ich werde jedem der nur das Wort "Diners in the Dark" in den Mund nimmt, sofort das Finster in Essen empfehlen, denn da stimmte alles, nicht nur der Service, das Ambiente und der Preis, nein auch das Essen ist ein purer Genuss. Man kommt rein, man wird begrüßt, man wird den ganzen Abend lang betreut, und wenn man sagt man möchte gehen, führt der Kellner den gast zum Ausgang.
Man muss sich das mal so vorstellen, es gibt ein Restaurant, wo Blinde oder extrem Sehbehinderte Kellnern, den Gast am Tisch bedienen und man merkt nichts, denn nun ist man in "IHRER" Welt, dem Dunklen. Man sieht ja nichts, man weiß nicht was man isst, man weiß nur, es gibt das "Menü Rind" 4 Gänge, etwas zu trinken und es dauert ca. 2 Stunden. Man ertastet alles, erfühlt alles, erlebt du genießt alles ganz anders, es ist nicht zu beschreiben, denn das MUSS man einfach mal erleben.
Für mich persönlich noch zum Abschluss, es war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, nicht nur der Genuss des Essens und des Trinkens, nein auch den Einblick zu gewinnen, zu erleben was Blinde tagtäglich haben die Dunkelheit.
Von mir alle 5 Sterne, sogar noch mit einem fetten PLUS davor und eine 1000% Empfehlung.
Macht es, erlebt und genießt es, noch heute sind so viele Eindrücke in mir, die ich gewonnen habe, die ich noch nicht verarbeitet habe, aber im positiven Sinn.
Bis dann, guten Appetit und viel Spaß am "Erleben"
Euer
Django006