Detailed review by K30de
Der Tempel von Esna ist dem widderköpfigen Gott Chnum geweiht. Beim Chnum-Tempel handelt es sich um den am spätesten erbauten Tempel im alten Ägypten.
ERREICHBARKEIT:
Der Tempel liegt mitten in Esna. Vom Nil aus sind wir mit Pferdekutschen zum Tempel gefahren worden. Hier ging man während unseres Aufenthalts (noch) schlecht mit den Pferden um - das hat auch unser Reiseleiter eingeräumt (in Edfu und Assuan sei der Umgang besser) und hofft (wie ich) auf Besserung und Einsicht. Konsequenz unsererseits war, kein Bakschisch (Trinkgeld) zu geben. Taxis und Sammeltaxis gibt es hier auch, die waren auf unserer Pauschalreise hier in Esna nicht vorgesehen. Als Individualreisender kann man auf Taxis und Sammeltaxis als Alternative zurückgreifen, wenn man am Esnaer Bahnhof ankommt.
MUSS MAN GESEHEN/GEMACHT HABEN:
Der Tempel von Esna ist in meinen Augen nicht so sehenswert wie der Horus-Tempel von Edfu oder dem Tempel von Kom Ombo.
Es kommen zwei Dinge hierfür zusammen:
1. viel zu sehen gibt es hier nicht - nur die Vorhalle ist zu besichtigen, da der Rest des Tempels unter der heutigen Stadt Esna begraben ist.
2. Die Vorhalle selbst ist nur teilweise fertiggestellt. In diesem Tempel verewigten sich mehrere Epochen, vor allem Ptolemäer und mehrere römische Kaiser. Im Tempel von Esna fallen ungewöhnliche Darstellungen ins Auge, die sich so von den anderen von uns besuchten Tempeln unterscheidet. Es sind Darstellungen römischer Kaiser mit altägyptischen Kronen, aber in römischen Gewändern gekleidet.
BUDGET-FREUNDLICHKEIT:
Zum Zeitpunkt unseres Besuchs im Dezember 22004 betrug der Eintrittspreis 8 LE, das war zum damaligen Wechselkurs ca. 1 Euro. Der Eintrittspreis dürfte zwischenzeitlich erhöht worden sein, des entsprechende Ankündigungen für viele Ausflugsziele entlang des Nils gab. Da wir ein Ausflugspaket gebucht hatten, waren unsere Kosten für den Eintritt, die Fahrt mit der Pferdekutsche und unserem Reiseführer (studierter Ägyptologe im Hauptfach und im Nebenfach Deutsch) inklusive. Für Individualreisende kommen u.a. die Kosten für die Bahnfahrt, Taxi, Sammeltaxi oder Pferdekutsche hinzu.
ZUSTAND:
Wie bereits erwähnt, kann man vom Tempel von Esna lediglich nur die Vorhalle besichtigen. Der Rest des Tempels liegt unter Schutt, Nilschlamm und der Stadt Esna verborgen. Besonders wird es daran deutlich, daß die Straße rund neun Meter über der Bodenplatte des Tempels liegt. Der freigelegte Teil des Tempels macht einen unfertigen Eindruck. Es ist auch der Zahn der Zeit, der am Gebäude genagt hat. Einst vorhandene Farben sind (fast) verblasst, der verwendete Stein zeigt Verwitterungserscheinunge n.
Trotzdem sind die Reliefs für ihr Alter erstaunlich gut erhalten geblieben. Es sind Szenen der Reinigung und der Einführung in den Tempel zu bestaunen. Die Reliefs zeigen nicht nur rein ägyptische Darstellungen, sondern auch den römischen Einfluß mit Darstellungen, in denen sich Römer "ägyptisch" zeigen, wie als Pharao im römischen Mantel oder sich (als Römer) mit den ägyptischen Gottheiten zeigen.
HISTORISCHE BEDEUTUNG:
Wie bereits am Ende des vorherigen Abschnitts "Zustand" angedeutet, haben sich hier auch die Römer verewigt. Es ist eine seltsame Mischung aus dem Ende der altägyptischen Zeit und der Besetzung durch die Römer, denn es habe sich Kaiser von Claudius bis Septimius Severus hier verewigt. Hier im Vorhof sind auch pflanzliche Motive wie die von Weintrauben und Blüten verewigt, die als Vorstufe des späteren christlichen Architekturschmucks gedeutet werden.
MEIN FAZIT:
Bei diesem Tempel gibt es wenig zu sehen, desto komprimierter ist alles zusammengerückt. Es werden hier zwei Einflüsse besonders deutlich: zum Einen der Einfluß des Nils, der gibt (den fruchtbaren Boden), aber auch nimmt (wie einen Großteil des Tempels). Zum Anderen der Einfluß der Besatzung durch die Römer, die die Tempel auch nutzten (u.a. als militärisches Waffenlager).
Der Tempel wird zu etwas Besonderen, da es sich um den spätesten Tempelbau überhaupt im alten Ägypten handelt.
Esna Temple6
Ratings
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Accessibility
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness
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Condition
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Historical Significance