Palace / CastleEdinburgh Castle

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Edinburgh Castle
Bagpiper
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Nürnberg, Germany
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perfection!

Man spürt die Geschichte

Travel date: December 2004
Man spürt, wieviel Blut vergossen wurde...



Für mich eines der imposantesten Castles in Schottland, Nicht nur weil es so überdurchschnittlich groß ist, nein von so ziemlich jeder Straße, jedem Winkel der Stadt ist dieses Castle auszumachen. Es hilft unheimlich, da man sich sehr gut daran orientieren kann.
So ist es nicht verwunderlich, das wenn ich nach dem Weg frage, schon öfters die Antwort erhalten habe: Wenn der Turm oder Gebäude X so nah ist, das Du die Fenster richtig erkennen kannst, dann kommt eine große Kreuzung.. So ist es mir mehr als einmal ergangen.
Beim Anflug auf Edinburgh, dessen Zentrum wie gesagt die Burg ausmacht, ist das erste was einem bei einem Nachtanflug auffällt, die hell erleuchtete Burg. Ich habe viele Burgen schon gesehen, wenn sie beleuchtet waren, aber keines war so schön wie Edinburgh Castle.
Sicherlich liegt es auch daran, dass die Burg 135 m über dem Meeresspiegel liegt und die meisten Straßen 100 m unterhalb der Burg verlaufen.
Sicherlich ein Grund mehr, warum vor über 3000 Jahren diese Stelle ausgesucht wurde, um eine Burg zu errichten. Das Plateau bildet ein riesiger Felsen, auf dem die heutige Burg steht.

Wie gesagt, das erste Mal wurde in der Bronzezeit eine Festung auf dem Edinburgh Felsen erwähnt. Aber nicht so wie die Burg heute ist. Nein, viel kleiner und aus Holz.
Die erste Festung, die dort erbaut wurde, wurde Din Eidyn genannt, nach dem dortigen Keltenstamm Votadini.
Din Eidyn bestand zur Entstehungszeit aus 300 Kriegern und wurde von ihrem König Mynyddog Mwynfawr regiert. The Stronghold of Eidyn

638 überfielen die Northumbrians unter Führung von ihrem König King Edwin den südöstlichen Teil Schottlands. Und besetzten die Festung.
Aber nicht das ihr jetzt denkt, das daher der Name Edinburgh kommt, das ist definitiv falsch, obwohl man es so ableiten könnte.
Denn schon 1018 wurden die Northumbrians in der Craham Schlacht durch Malcom dem II. vertrieben.

Ich hoffe, ihr könnt mir noch folgen, denn im Verlauf werdet ihr feststellen, was für einen regen Wandel diese Burg im Laufe der Zeit vollzogen hat.

King Malcom II. Und Queen Magaret bauten ab 1070 die Festung zu einem ständigen Jagdsitz aus. Jedoch starb Queen Margaret 1093, nachdem sie erfuhr, das ihr Mann in der Schlacht um Alnwick sein Leben lies. Ihr Sohn, King David baute zu Ehren der Queen auf dem höchsten Punkt des Felsens eine kleine Kapelle, was heute das älteste Gebäude Edinburghs ist.
Wer die Burg betritt, wird verwundert sein, wenn er vor diesem freistehenden, unscheinbaren Gebäude steht. Die Wände sind sehr hoch, die Fenster wirklich klein. Wenn ich die Kapelle betrete, umgibt mich ein mulmiges Gefühl, denn die nachträglichen Fenster bestehen aus Buntgläsern, die 1922 von Douglas Strachan gefertigt wurden. Seltsame Lichtspiele kann ich beobachten, wenn ich ein paar Minuten hier verweile. Die Gläser erzählen ihre eigene Geschichte über St.Margaret, St.Ninian, St.Andrew, St.Columba und Sir William Wallace. 2 triste Holzbänke zieren die schlicht gehaltene Kapelle, an dessen Ende ein Steinbogen endet. Dort steht symbolisch der Stein, der an die verstorbene Queen erinnern soll. Mit einem leicht beklemmenden Gefühl verlasse ich diese Kapelle.....

1174, also acht Jahre später wurde König William the Lion in Alnwick geschlagen und gefangen genommen. Wie es früher üblich war, wenn ein König lebend gefangen genommen wurde, bot man ihm den Freikauf an. Das bedeutete für King William the Lion, das er 4 Burgen an seine Kontrahenten abgeben musste. Darunter befand sich unter anderem der Felsen von Edinburgh. Der Clan des Königs eroberte im Jahr 1186 Edinburgh zurück, unter hohen Verlusten.

Eine Zeit der Ruhe kam über den Felsen von Edinburgh. Jedenfalls bis zu den Freiheitskriegen von 1296 bis 1342.
Robert the Bruce (heutiger Nationalheld) war nach der Einnahme (1314) des Felsen (Befreiung von den Bastards Engländer) so beeindruckt, das er den Felsen weiter zur Festung ausbaute. Er konnte seine Stellung aber nicht halten und befahl alle Verteidigungsanlagen zu vernichten, bevor er die Flucht antrat.
Edward der III. eroberte den Felsen zurück und erbaute 1335 eine komplett neue Burg, die er aber schon 1341 verlassen musste.

Als David der II. 1356 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück kehrte, begann eine mehr als 200 jährige Bauperiode. Die Konstruktion der neuen, königlichen Residenz begann mit dem David Tower. Den Turm benannte er nach sich und sollte lange Zeit das Wahrzeichen des Felsens sein. 30 Meter ragt heute noch der David Tower über dem Felsen, der als eine Art Festung gebaut wurde. Der Turm wurde mit 3 Ebenen geplant. Die erste war mit einer Halle und privaten Kammern ausgestattet. Aber bevor der Turm fertiggestellt wurde, starb 1371 David II. Im Verlauf der Jahre wurde der Turm belagert und angriffen. Schwer war er einzunehmen, da 1540 ein großes Atelleriegeschütz auf die turmspitze geschafft. Die Engländer die sich verbissen daran probierten, den Turm einzunehmen, schafften es erst am Ende der Lang Siege Schlacht 1573, den Turm bis auf die unterste Ebene zu zerstören. Mehr als 50 Kanonen mit jeweils 150 kg Kugelschusskraft waren von Nöten, um den Turm unter hohen Verlusten zu zerstören.
Heute kann man noch sehr gut erkennen, wo das alte Fundament verlief und was nachträglich aufgebaut worden ist.

Aber David der II. beschäftigte sich nicht nur mit dem Turmbau, als er noch lebte. Unter seiner Herrschaft wurde ein große, schweres Zugtor gebaut, eine Nord-West Verteidigungslinie und die St. Marys Church. Der große Königssaal wurde erst 1434 fertig gestellt und 1445 zerstört während der Lang Siege

Ich hoffe ihr könnt mir noch folgen, aber schottische Geschichte ist nicht die leichteste Kost. Jedenfalls gehört sie zu den blutigsten, der damaligen Zeit, aber es sollte für den Felsen von Edinburgh noch blutiger kommen. Ihr habt jetzt schon viel über den Begriff Lang Siege gehört. Ich hab diesen Punkt auch schon kurz angerissen und möchte ihn aber noch mal aufgreifen, denn dieser Abschnitt war und ist immer noch prägend für das Castle.

Im 16. Jahrhundert wurde Sir William Kirkcaldy of Grange durch Queen Mary als Regent der Burg eingesetzt. Er verteidigte erfolgreich im 16. Jahrhundert die Burg gegen den Regent Morton, der 1573 Handlanger der Engländer war.
Er schickte einen Gesandten nach England, der berichtete: Um die Burg einnehmen zu können benötigen wir mehrere Kanonen Regimenter, bevor wir die Burg stürmen können... Diesen Auszug findet man übrigens in der großen Halle, als Originaldokument.
Sir William Drury, Regent von Berwick, bekam den Befehl mit all seinen schweren Kanonen nach Edinburgh zu gehen und den Felsen zu erstürmen. Sogleich machte sich Drury auf den Weg mit mehreren schweren Regimentern. Die Burg war komplett mit schweren Kanonen umstellt. Am 16. Mai wurde der Befehl zum Beschuß gegeben. 10 lange Tage und Nächte dauerte es, bis der David Tower und der Constable Tower sowie die östliche Verteidigungsmauer zusammenbrachen. Ein Soldat schrieb: Feiner Nebel aus Staub hüllt den Felsen ein und verdunkelt die ganze Gegend...
Als die Truppen den Aufmarsch begannen und am Foggs Gate ankamen (dahinter liegt die Kapelle) mussten wohl viele Engländer erschaudern. Die meisten überlebenden des Angriffs hatten sich am Tor und an der angrenzenden Verteidigungslinie erhängt.

Nach der Einnahme der Burg wurde umgehend mit dem Wiederaufbau begonnen. Jedoch mit diversen Änderungen. So wurde anstelle des Constables Tower das Portcullis Gate gebaut und um den ehemaligen David Tower die schweren Kanonen stationiert, die heute noch die Burg bewachen.

Portcullis Gate ist ein langgezogener Eingang mit insgesamt drei Fallgittern. Das schwerste hängt in der Mitte. Links und rechts besteht fast keine Möglichkeit, das Tor zu nehmen.
Wer durch dieses Tor läuft, wird die Ausmaße sehen, es ist unbeschreiblich....


Oliver Cromwell, ihr kennt ihn bereits aus einem anderen Bericht, machte die Burg zu seinem Hauptquartier und baute die Burg aus. Unterkünfte für die Armee und diverse anderen Gebäude wie ein Krankenhaus und diverse militärische Handwerksbetriebe.
Im Laufe der Zeit wandelte sich die königliche Residenz in eine bis unter die Zähne bewaffnete Burg.
1818 kam das wichtigste für die Schotten auf die Burg. Der Palace Yard wurde Crown Palace umbenannt und die Honours of Scotland fanden ihren Platz, der bis heute erhalten geblieben ist.
Der östliche Teil des Palace wurde von den Stewart Königen geprägt. Prachtvolle Zimmer, mit vielen Verzierungen und Wappen prägen das Bild. Interessante Details lassen sich überall entdecken. Vor allem dort, wo man es am wenigsten erwartet. So findet man diverse Wappen, Inschriften über Türen und Eingängen. Mauertafeln aus damaliger Zeit sind schwer zu entdecken, aber man findet sie...Aber das wichtigste ist ein abgedunkelter und mit Panzerglas verkleideter Raum. Mehrere Wärter beobachten jeden Besucher auf das Strengste. Absolutes Fotografierverbot in diesen Räumen....

The Stone of Destiny

Das Heiligtum der Schotten. 700 Jahre nachdem Edward der I. von England den Stein stahl, kam er wieder in sein Land zurück. Was ist so besonderes an diesem Stein? Nun, auf diesem Stein sind alle schottischen Könige gekürt worden, alle! Auch die englischen Könige, die ja bekanntlich beide Länder regierten.
Zum letzten Mal wurde Queen Elizabeth 1952 auf diesem Stein gekürt. Er ist wertvoller als alles andere für die Schotten.

Der Crown Room befindet sich unten und beinhaltet neben dem Stone of Destiny auch die Honours of Scotland, die zum ersten Mal 1543 im Castle of Stirling benutzt worden waren.

Hierbei handelt es sich um Die Krone, das Zepter und das Schwert

Die Krone wurde 1540 von einem Goldschmied in Edinburgh gemacht. Dafür gab James V. seine alte Krone und kaufte noch Gold hinzu.
Das Zepter wurde einige Jahre zuvor hergestellt, von einem Silberschmied in Edinburgh.
Das Schwert, ein dreiteiliges sehr schön verziertes Schwert, war ein Geschenk an James V. von Papst Julius II. im Jahre 1507.

Diese Gegenstände schauen absolut faszinierend aus. Besser als die Kronjuwelen.

Geblendet von solcher Schönheit habt ihr die Möglichkeit, euch die Geschichte und Entwicklung der schottischen Regimenter anzuschauen. Oft bildlich dargestellt in Form von Wachsfiguren, findet ihr viele interessante Informationen. Aber nicht nur über Schotten. Viele exotische Ausstellungsstücke finden sich in diversen Türmen und Räumen. So haben mich ganz besonders 3 lebensgroße chinesische Krieger fasziniert.

Von dort aus gelangt man über mehrere Wege in die Great Hall. Ein riesiger Raum in dem Rüstungen, Gemälde, Waffen und vieles mehr dargestellt werden. Ein herrlicher Blick hat man aus diesem Raum.

Zur Stärkung gibt es ein hervorragendes Cafe mit Blick über Edinburgh, in dem man es ohne weiteres längere Zeit aushalten kann. Ein Laden, indem man Briefmarken, Bücher oder andere andenken kaufen kann, befindet sich ganz in der Nähe.

Um 13. Uhr Ortszeit wird ein Schuß mit einer modernen Kanone über Edinburgh abgegeben. Absolut sehenswert, wenn auch gleich ein bisschen laut.
Ohne Probleme schaffe ich es, wenn ich die Verliese weg lasse, mich mehr als 4 Stunden dort aufzuhalten. Der Preis von knapp 7 Euro ist absolut gerechtfertigt, zu mal man gegen eine kleine Leihgebühr, einen Kopfhörer bekommt. Somit kann jeder eine sehr interessante Führung machen. Im Sommer gibts das Military Tattoo, während des generellen Festivals im August. Geöffnet genau gesagt im Sommer von 9-17.00 Uhr und im Winter bis 16 uhr.
Es ist und wird sicherlich für jeden ein unvergessliches Erlebnis bleiben, hat man einmal diese Burg betreten. Einen Tipp noch am Rande. Das ganze Jahr wird die Burg von Touristen regelrecht bevölkert, hier ist zu empfehlen zu kälteren Jahreszeiten, wie Ende des Jahres oder im Frühjahr zu fahren. Das hat aber noch einen Vorteil. Steht ihr zu diesen Zeiten in der Burg an Fenstern, spürt ihr den Windzug und nachdem alles auf Alt gemacht ist, ergibt ein windiges Wetter oft den richtigen Schliff. Die Burg erscheint düster und bedrohlich zu gleich und schaut man sich die Geschichte an, so stellt man fest, das sie es auch war. Heute jedenfalls eines der schönsten Sehenswürdigkeiten in Edinburgh.


In diesem Sinne
Euer Alex


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