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Moin, moin,
nach mehreren Berichten über schottische Schlösser möchte ich euch heute einmal auf ein Schiff mitnehmen, nämlich die
Royal Yacht Britannia
Diese war viele Jahre das offizielle Schiff der königlichen Familie in England und kann heute im Hafen von Leith (Edinburgh) besichtigt werden. Relativ ungewöhnlich für schottische Sehenswürdigkeiten ist, dass man hier auch innen fotografieren darf.
A D R E S S E / L A G E
Ocean Terminal
Leith
EH6 6JJ Edinburgh
Fon: +44 (0)131 5555566
http://www.royalyachtbrit annia.co.uk/
Die Royal Yacht Britannia befindet sich am Ocean Terminal in Leith, etwa eine Viertelstunde Busfahrt von der Innenstadt Edinburghs entfernt. Es kann etwas verwirrend sein, den Eingang für das Schiff zu finden, denn dieser befindet sich nicht, wie zu erwarten, am Wasser, sondern im zweiten Stock des hier gelegenen Einkaufszentrums.
Aus der Innenstadt fahren einige Busse zum Ocean Terminal, u.a. Bus 35. Die Fahrt kostet 1 Pfund (One Way), wer mehr vor hat, kann sich auch alternativ eine Bustageskarte für 2,50 Pfund kaufen.
In unmittelbarer Nähe finden sich ausreichend Parkplätze. Per Bus ist das Schiff von der Edinburgher Innenstadt problemlos über die Haltestelle "Ocean Terminal" erreichbar.
E I N T R I T T / Ö F F N U N G S Z E I T E N
Eintritt
Erwachsene: 9,00 GBP
Kinder: 5 GBP
Ermäßigt: 7 GBP
Öffnungszeiten
März - Oktober täglich 10:00 bis 15:00 Uhr
November - Februar täglich 10:00 bis 15:00 Uhr.
Letzter Einlass ist jeweil 1,5 Stunden vor Schließung.
Der Eintrittspreis beinhaltet eine Audiotour, die in mehreren Sprachen, u.a. auch in deutsch, erhältlich ist.
Mitglieder von Historic Scotland erhalten hier einen Rabatt von 20% auf den Eintrittspreis. Dies ist nicht angeschlagen, daher einfach nachfragen!
G E S C H I C H T E
Seit ihrer Außerdienststellung liegt die ehemalige Yacht von Queen Elizabeth II., die HMS Britannia, als Museumsschiff im Ocean Terminal in Leith, dem Hafen von Edinburgh. Zu Wasser gelassen wurde sie im Jahr 1953 in Clydebank und diente danach der englischen Königsfamilie ganze 44 Jahre. 968 offizielle Reisen wurden mit ihr gemacht - von der Südsee bis in die Antarktis. 1997 trat sie ihre letzte offizielle und längste Fahrt an, die von Portsmouth nach Hong Kong ging. Am 11. Dezember 1997 wurde die Royal Yacht Britannia an der Naval Base in Portsmouth im Beisein von Queen Elisabeth II und dem Duke of Edinburgh sowie weiteren 14 Mitgliedern der königlichen Familie offiziell aus dem Dienst verabschiedet. Es fand eine Art Ausschreibung für Städte statt, die schließlich von Edinburgh gewonnen wurde. Hier wird sie im Hafen von Leith liegend von einer gemeinnützigen Stiftung verwaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Großteil der Royal Yacht Britannia kann besichtigt werden, eine Audiotour, die in mehreren Sprachen verfügbar ist, führt den Besucher durch die privaten Schlafgemächer, die offizellen Räumlichkeiten, die Krankenstation, die Wäscherei und die Mannschaftsunterkünfte bis hinunter in den Maschinenraum. Auch ist es heute möglich, den State Dining Room für besondere Anlässe zu mieten.
T E S T E R G E B N I S
Im Eintrittspreis enthalten ist eine Audio-Tour. Hierzu bekommt man einen recht unhandlichen Hörer in die Hand gedrückt, den man sich dauerhaft ans Ohr halten muss. Viele Orte auf dem Schiff haben Nummern, die man hier dann eintippen muss, damit einem etwas über die jeweilige Attraktion bzw. das jeweilige Zimmer erzählt wird. Er ist in mehreren Sprachen, u.a. auch in deutsch, verfügbar. Und er nervt. Denn leider handelt es sich nicht um ein Walkman-ähnliches Gerät mit Kopfhörern, wie man es oft sieht, sondern um einen echten, verlängerten, nicht ganz leichten Hörer. Die Tour selber dauert, wenn man sich alles ansehen und anhören möchte bestimmt 1 Stunden und wenn man sich das Teil einen Großteil der Zeit ans Ohr halten muss, dann wird das nach einer Weile unangenehm. Es stehen alternativ auch keine Schilder zur Verfügung, bei denen man sich den Inhalt auch anlesen kann. Dennoch ist er gut verständlich und halbwegs spannend gemacht. Bei einigen Kapiteln ist es möglich, bei Wunsch noch weitere Informationen zu einem Thema zu erhalten, indem man eine Nummer für ein weiteres Kapitel erhält, die man dann eingeben kann.
Die Tour über die Royal Yacht Britannia beginnt auf dem Oberdeck. Betreten wird das Schiffsinnere durch die Brücke, die verglichen mit heutigen Schiffen mit enorm wenigen Instrumenten ausgestattet ist (das Schiff war immerhin bis 1997 im Einsatz!), es folgen die Unterkünfte und Arbeitsräume der hohen Offiziere. Um das jeweils darunter liegende Deck zu erreichen muss man jedesmal das Schiff wieder verlassen und in das Treppenhaus zurückkehren, durch das man das Oberdeck erreicht hat. Hier stehen für Menschen mit Gehbehinderungen auch Fahrstühle zur Verfügung.
Auf dem nächsten Deck sieht man zunächst das Sonnendeck mit einer Art getäfeltem Wintergarten mit Bar. Dahinter befinden sich die Schlafräume der Königin und ihres Mannes - zwei getrennte Zimmer mit jeweils einem Einzelbett, die durch einen Tür verbunden sind. Die Räume selber kann man nicht betreten, um einen Einblick zu erhalten wurden die Wände teilweise durch dicke Glasscheiben ersetzt. Gleiches gilt für die gegenüberliegende Honeymoonsuite, in der Prinz Charles und Diana ihre Flitterwochen verbrachten. Alle Räume sollen noch so eingerichtet sein, wie sie verlassen wurden. Im Flur zwischen den Räumen verzieren mehrere Bilder, vor allem Familienfotos der Royals, die Wände. Es ist sicherlich ein wenig überraschen, wie klein alle Räume sind - da ist manches Hotelzimmer wesentlich größer.
Über das Treppenhaus geht es in das nächste Stockwerk. Hier findet man Aufenthaltsräume und/oder Speisesäle für die Offiziere, die Familie und den bekannten State Dining Room, in dem die offiziellen Essen mit Staatsgästen stattfanden. Allein das Eindecken des riesigen Tisches soll mehrere Stunden gedauert haben, hier sollen Gäste wie Bill Clinton, Margaret Thatcher und andere gespeist haben. An den Seiten befinden sich Geschenke, die der königlichen Familie zu diesen Anlässen überreicht wurden, teilweise sind sie in Vitrinen untergebracht. Diese reichen von goldenen Schwertern aus arabischen Ländern hin zu Schnitzereien von Karibikbewohnern und sind alle beschriftet. Der Tisch ist bereits gedeckt, denn der Dining Room kann für private Feierlichkeiten gemietet werden. Sehr beeindruckend, aber ehrlich gesagt nichts für mich, es sieht mit den vielen Messern, Gabeln und Gläsern pro Person doch eher nach einer sehr steifen Party aus wer ausgelassen feiern möchte, ist hier vielleicht nicht unbedingt richtig ;-)
Hinter dem State Dining Room kommt die Küche hier arbeiten bei meinem Besuch tatsächlich gerade Leute für einen Anlass am gleichen Abend und leckere Gerüche begleiten mich. Weiter geht es zu den Büros der Queen und des Herzogs, die sich gegenüberliegen und durch ein Telefon miteinander verbunden gewesen sein sollen. Beide sind sich ähnlich, sehr klein und eher altmodisch eingerichtet, dennoch sollen die beiden Royals von hier aus ihre (Staats-)Geschäfte geleitet haben. Zu sehen gibt es einen kleinen Schreibtisch, Regale, ein Sofa und einen Sessel. An der Wand hängen Bilder.
Der nächste Raum auf diesem Deck ist der Drawing Room, sozusagen das Wohnzimmer, mit vielen Sofas, Sesseln, einem Flügel und einem Kamin. Im Vorzimmer dazu gibt es findet man einen kleinen Wartebereich, ebenfalls mit Sofa und kleinem Tisch auf beiden Seiten, dazu Bücherregale. Vorzimmer und Drawing Room können für Feierlichkeiten miteinander verbunden werden. Die Einrichtung hier fand ich überraschend locker, denn die Sessel und Sofas sind mit hellem Blumenmuster überzogen und die Wände in einem schlichten Weiß gehalten, die restlichen Möbel sind aus dunklem Holz ohne große Verzierungen. Der Kamin wurde ursprünglich wohl mit Kohle geheizt und es soll sehr lange gedauert und viel Arbeit gekostet haben, die Queen davon zu überzeugen, hier aus Sicherheitsgründen einen elektrischen Kamin einzubauen.
Im nächsten Bereich, ein Stockwerk weiter unten befinden sich auf dieser Etage die Mannschaftskabinen, wo es teilweise noch persönliche Gegenstände der Besatzung, wie Fotos, Bücher und Uniformen zu sehen gibt. Erstaunlich eng typisch Schiff für mich ein Alptraum. Keine Privatsphäre hier.. Auf diesem Deck gibt es übrigens einen Fudge-Laden, wer mag, darf die Ware vorher probieren durchaus lecker! Auch kann man die Krankenstation inklusive Behandlungsraum und OP bewundern. Hierbei handelt es sich wohl um die ursprüngliche Einrichtung, denn die Behandlungsgeräte hier sehen schon recht alt aus und nicht so, dass man sich damit in den 90er Jahren noch hätte behandeln lassen. Weiter geht es in die Waschküche hier befinden sich riesige Wasch- und Plättmaschinen sowie Bügelstationen, ich finde, es riecht sogar noch ein wenig nach Waschpulver... war bestimmt warm und anstrengend hier und die Maschinen wirken auch ziemlich veraltet...
Letzte Station ist der Maschinenraum, den man durch eine Glasscheibe bewundern kann. Die Maschinen sind immer noch die aus dem Baujahr und wurden wohl nie erneuert, so dass sie, verglichen mit heutigen Motoren, einen nahezu antiken Eindruck hinterlassen. Ich fand es wenig beeindruckend, aber Schiffsfreunde werden hier sicherlich ihre Freude haben, auch wenn man leider nicht hindurchlaufen darf.
Auf dem Weg zu Ausgang gibt es noch die Royal Barge zu sehen, ein kleines Motorboot, das von den Royals für Landgänge genutzt wurde. Diese kann man leider nur von aussen sehen und wenn man Glück hat, einen kleinen Blick durch die Fenster werfen, man kommt aufgrund eines Gitters nur bis auf ca. 1m heran. Recht beeindruckendes, kleines Boot, das tw. mit Gold verziert wurde.
Menschen mit Gehbehinderungen sollten eigentlich keine Probleme zu haben, sich die Royal Yacht Britannia anzuschauen, denn die Böden sind alle eben und es gibt kaum Stufen zu überwinden, der Wechsel von Deck zu Deck erfolgt über ein Treppenhaus, in dem es, wie gesagt, auch einen Fahrstuhl gibt.
F A Z I T
Ein Abstecher, der sich meines Erachtens nach lohnt. Auf der Yacht gibt es viel zu sehen und der Besuch gewährt einen kleinen Einblick in das Leben der Royals, den man so in anderen Sehenswürdigkeiten selten bekommt und welchen man auch noch fotografieren darf. Es muss der Queen wirklich schwer gefallen sein, sich von dieser Luxus-Yacht zu trennen, zumal sie kein neues Schiff bekommen hat! Wer möchte, der kann im Anschluss im anliegenden Shopping-Center noch etwas einkaufen gehen ;-). Von mir gibt es 90% und eine klare Weiterempfehlung!