Museum/ Exhibition/ GalleryDomschatzkammer Köln

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Domschatzkammer Köln
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Domschatzkammer Köln
Mistrinanka
Mistrinanka (43)
Alsdorf, Germany
98%
perfection!

Krönender Abschluss eines jeden Dombesuchs

[Mistrinanka, 16.04.2008] Ich habe die Domschatzkammer kurz vor meiner Abreise aus Köln besucht und war am Ende sehr beeindruckt von der Qualität der Ausstellungsstücken, das Konzept der ganzen Ausstellung und von den Räumlichkeiten, die eine wahrlich perfekte Kulisse für den wertvollen Kirchenschatz bieten. Die 4 Euro Eintritt waren gut investiert.
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  • ERREICHBARKEIT

    Die Domschatzkammer kann man entweder über einen Durchgang direkt vom Dom aus erreichen, oder über einen eigenen Eingang an der Nordseite des Domgebäudes. Direkt vor dem Haupteingang der Domschatzkammer befindet eine U-Bahnstation (circa 25 Meter entfernt) und den Hauptbahnhof kann man schon sehen vom Domplatz aus. Dieser ist nach wenigen Minuten Fußweg bereits erreicht. Mit dem Auto kann man die Schatzkammer nicht erreiche, da aber die Anbindung am öffentlichen Nahverkehr sehr gut ist, dürfte dies weiter kein Problem sein. Die Domschatzkammer ist außerdem über den drei Ebenen komplett behindertengerecht ausgestattet und somit auch für Rollstuhlfahrer sehr gut erreichbar bzw. erkundbar.

    MUST SEE

    Nachdem der Besuch am Kölner Dom selbst recht enttäuschend war, machte der Besuch an die Domschatzkammer alles wieder gut. Hier werden wirklich einmalige, sensationelle und wertvolle Sachen ausgestellt und es ist sehr beeindruckend auf der tiefsten Ebene zu stehen und dann zu wissen, dass der Kölner Dom sich in all seiner Größe direkt über einem befindet und man quasi gleichzeitig an der Geburtsstätte eben dieses Prachtbaus steht.

    BUDGET-FREUNDLICHKEIT

    Beim (sehr netten) Verkäufer am Ticketschalter erhält man ein normales Ticket für 4 Euro. Ermäßigt kostet die Eintrittskarte nur 2 Euro. Dazu bekommt man noch einen Prospekt, der alle Räumlichkeiten und deren Sehenswürdigkeiten kurz erläutert. In diesem Prospekt ist auch ein kleiner Lageplan abgebildet, so dass man sich nicht verlaufen kann. Wenn man die Qualität der Ausstellungsstücke bedenkt und die Wichtigkeit der gesamten Ausstellung, dann waren (im Nachhinein gesehen) die 4 Euro gut investiert. Man kann übrigens noch ein Kombiticket kaufen beim Ticketverkäufer. Damit kann man erst die Domschatzkammer besuchen und anschließend eine Turmbesteigung (Südturm, 506 Stufen) machen. Dieses Ticket kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Da ich aber in Begleitung einer gehbehinderten Person war und selbst auch nicht gut zu Fuß bin, kam für uns eine Turmbesteigung nicht in betracht.

    ARCHITEKTUR

    Von außen kann man so gut wie nichts erkennen, von all den prächtigen Sachen, die sich hier verbergen. Der Eingang ist recht unscheinbar und liegt auch ziemlich versteckt. Betritt man den Eingangsbereich kommt man in einen ziemlich dunklen Raum mit einem futuristisch anmutenden Schreibtisch und links und rechts davon befinden sich Drehtürchen wie an einem Flughafen.

    Betritt man den ersten Raum (links von Ticketschalter) merkt man auch noch nicht viel von der prächtigen Architektur, da der erste Raum ein riesiger Tresor ist, dessen Wände mit hellblauem Tuch bespannt sind. Die wahre Pracht entdeckt man erst, wenn man den Raum wieder verlässt und rechts am Ticketschalter vorbei die erste Treppe hinab steigt. Plötzlich tauchen neben einem die Wände des Doms auf. Jede tiefer man hinabsteigt, je mehr taucht man in der Baugeschichte des Kirchenbaus hinab und so steht man irgendwann auf der tiefsten Ebene in einem Raum, dessen Wände einen Teil des Stadtwalls aus der Römerzeit sowie einen Abwasserkanal aus der gleichen Zeit bilden. Die einzelnen Räumlichkeiten waren ursprünglich Teile des Doms: eine ehemalige Sakristei aus dem 13. Jahrhundert, ein Lapidarium aus dem 6. Jahrhundert usw. Auf ganz wenig Raum erfährt man hier vieles über die Baugeschichte des Doms und man kann die Jahrhunderte quasi von den Wänden ablesen und eine Bauschicht ist noch interessanter als die andere.

    KONZEPT

    Das Konzept der Ausstellung gefiel mir außerordentlich gut, da man alle Ausstellungsstücke im zeitlichen Rahmen passend auf den drei Ebenen verteilt hat. So findet man Messgewänder, liturgische Geräte und bischöfliche Insignien dort, wo sie in jeder Kirche aufbewahrt werden - in der Sakristei. Hier stammt die Sakristei aber aus dem 13. Jahrhundert und die im Gewölbe präsentierten Stücke passen nicht nur von Gebrauch her in diesem Raum - sie wurden auch der Zeit entsprechend dem Raum hinzugefügt. Hier findet man also auch nur Stücke aus der entsprechenden geschichtlichen Periode.

    Ebenso sieht es aus in der ehemaligen Dombibliothek - hier werden nur Manuskripte und Dokumente ausgestellt aus verschiedenen Jahrhunderten. Leider leiden diese Dokumente unter den vielen Besuchern und müssen gut konserviert werden. Aus dem Grund war (April 2008) dieser Raum für Publikum geschlossen.

    Das Konzept der Ausstellung folgt mehrere Linien und wer sich ein wenig für die Geschichte des Doms interessiert, wird die Logik dieses Konzepts auch erkennen. In früher Zeit gab es keine Gebeine der Heiligen Drei Könige im Dom. Dafür gab es hier aber andere, gleich wichtige und wertvolle Reliquien und das schon im 13. Jahrhundert - der Stab des heiligen Petrus, die Ketten womit Petrus gefesselt war und später der Schrein des Heiligen Engelbert. Über viele Jahrhunderte waren diese Stücke die wichtigsten Reliquien Kölns und die ersten Pilger kamen nach Köln wegen diese Stücke - das mit den Heiligen Drei Könige kam erst viel später. Es wundert also nicht, dass die Ausstellung auch mit der Präsentation dieser Stücke beginnt - sie waren über Jahrhunderte, das Wichtigste und Schönste, was der Dom (damals wesentlich kleiner als heute) zu bieten hatte.

    Und so geht es weiter in de gesamten Ausstellung - alles dort, wo es geschichtlich und kulturhistorisch hingehört. Es muss bestimmt eine große Rätselaufgabe gewesen sein, die richtige Anordnung der einzelnen Stücke auf den drei Ebenen raus zu finden, aber die Aufgabe wurde meisterlich gelöst.

    EXPONATE

    Was gibt es nun im einzelnen dort zu sehen, werdet ihr euch fragen. Zu sehen sind in Raum 1 (Heilige Kammer) unter anderem der Petrusstab und die Petrusketten, die Kreuzreliquientriptychen, zwei Büstenreliquiare aus dem 15. und 19. Jahrhundert sowie der prächtige feuervergoldete Schrein des hl. Engelbert aus dem 17. Jahrhundert. Natürlich alles 1A restauriert und unermesslich wertvoll. Die Stücke sind alle separat in eigenen Vitrinen untergebracht, so dass jedes Stück für sich gut zur Geltung kommt. Alle Stücke sind zudem gut ausgeleuchtet und mit erklärenden Texten versehen - um manche Texte lesen zu können, muss man sich manchmal bücken, da diese alle so angebracht wurden, dass auch Rollstuhlfahrer diese bequem lesen können.

    Auch die anderen Ebenen können mit prächtigen Exponaten prunken, wenn auch anderer Natur, da hier eben nicht nur Gold und Silber ausgestellt wird, sondern hier gibt es auch historische Textilien, zwei Gräber aus der Frankenzeit, nichtverwendete Bauteile des Kölner Doms aus dem Mittelalter und vieles mehr zu sehen gibt. Insgesamt findet man hier über 200 Exponate in bestem Zustand und derart gut erhalten, dass einige der ausgestellten liturgischen Geräte sogar heute noch bei Hochmessen und Prozessionen im und um den Kölner Dom verwendet werden.

    BEDEUTUNG

    Die Bedeutung der Domschatzkammer und auch die Räumlichkeiten, die den Schatz beherbergen, ist schon immens zu nennen, denn hier findet man Baugeschichte, Kirchengeschichte und Goldschmiedekunst höchster Qualität in einer Ausstellung vereint. Hier zählt nicht nur den immens hohen materiellen Wert der Exponate, sondern auch das moderne, aber trotzdem elegante Konzept, der gesamten Präsentation. Auch der Ausstellungsort als Ganzes macht die Ausstellung umso wertvoller, weil man quasi direkt an der Geburtsstätte des Kölner Doms steht - da wird einem ganz schon "anders", wenn man sich auf der tiefsten Ebene (also die Grundsteine der ersten Kirche an dieser Stelle, wo heute der Dom steht) befindet und dann langsam die Augen an den Wänden hochstreifen läßt und dann an den Dom denkt, der in all seine Größe und Pracht über einem steht. Einmalig...

    Abgesehen von den Reichtümern in den Vatikanischen Museen, dürfte dies die einmaligste Ausstellung dieser Art weltweit sein. Sehr sehr empfehlenswert. Ich werde die Schatzkammer mit Sicherheit nochmal besuchen - versprochen.

    SONSTIGES

    Zur Domschatzkammer gehört übrigens auch ein kleiner Domladen. Hier kann man Bücher, Foto-Postkarten, Souvenirs und sonstigen Dom-Nippes kaufen. Da fotografieren in der Domschatzkammer verboten ist, lohnt es sich übrigens kurz in den Domladen reinzuschauen, denn dort konnte ich (erstaunlicherweise) doch recht günstige Foto-Postkarten kaufen, allerdings war die Auswahl recht klein. Die Preise der anderen Artikel kann ich nicht bewerten, da ich darauf erst gar nicht geschaut habe.

    I. M. Liska für www.trivago.de

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Comments to this review

  • Ganga
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    Ganga, 19.09.2008 16:29 o'clock


    Ein sehr interessanter Bericht, liebe Grüße
  • templeroliver
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    templeroliver, 28.05.2008 14:40 o'clock


    perfekter Bericht
  • mipezo
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    mipezo, 25.04.2008 08:29 o'clock


    Bestens
  • Lenaerts
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    Lenaerts, 16.04.2008 17:00 o'clock


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