DagSonja
Berlin, Germany97%
Nachdem ich nun schon das dritte Mal für ein paar Tage in diesem Hotel übernachtet habe, möchte ich nun endlich darüber einen Bericht schreiben. Gekannt habe ich es ja schon von früher, aber nun nutzen mein Mann und Ich das Hotel als Bleibe, wenn wir in unserer Heimat unterwegs sind. Die Rede ist vom
Hotel Waldhaus Colditz
Das Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es existiert schon seit dem Jahre 1897, als es damals noch ein Landhaus war. Der erste Besitzer baute es in eine kleine Waldgaststätte um. Später wurde es zu einer Waldschänke, die stetig weiter ausgebaut wurde. Ein Saal und ein Wintergarten kamen hinzu. Nach dem zweiten Weltkrieg war es zunächst eine Volkschule für Kunst, danach ein Handwerkerheim.
Ab dem Jahre 1961 wurde es dann zum Waldhaus Colditz. Es wurde nach der Wende dann erst einmal ruhiger um das Haus, dennoch wurde es nach erneuter Renovierung am 1.6 2000 wieder eröffnet. Seitdem ist es eine beliebte Ausflugsgaststätte mit insgesamt 11 Zimmern und 28 Betten, die individuell gestaltet sind. Das Haus knüpft an die alten Traditionen an. Daher stehen auf der Speisekarte auch Gerichte, die viel mit der Jagd zu tun haben.
Die ausführliche Historie des Waldhauses Colditz könnt ihr hier nachlesen: http://www.waldhaus-coldi tz.de/index.php?seite=his torie
Anfahrt/Standort
Zu finden ist das Waldhaus Colditz in der Lausicker Straße, etwas außerhalb der Stadt, die in Richtung Bad Lausick Borna führt. Die Autobahnen A 4 und A 14 sowie die B 95 sind in der Nähe zu erreichen, die ehemalige Kreisstadt Grimma ist nicht weit. Direkt am Hotel befindet sich eine Bushaltestelle. Bis zum Stadtkern Colditz sind es ca. 1,5 Kilometer, die aber so einfach zu überwinden sind.
Hier ein Ausschnitt der Karte für die Reise, wer Interesse hat: http://www.waldhaus-coldi tz.de/index.php?seite=kar te
In die Stadt Colditz geht es etwas bergab, dann rechts über die neue Muldenbrücke, die nun endlich wieder aufgebaut wurde, nachdem sie das Hochwasser 2002 völlig zerstört hatte. Allein diese Stelle lässt mich verweilen, denn von dort aus sieht man das Colditzer Schloss auf dem Berg erstrahlen, in der Nacht wird es sogar beleuchtet.
Die Stadt selbst bietet einen wunderschönen Marktplatz mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, das Schloss Colditz, das eine historischer Geschichte hinter sich hat und auch mal als Krankenhaus genutzt wurde, außerdem beinhaltet es ein umfangreiches Museum. Es gibt einen Tiergarten, den es sich zu erkunden lohnt. Berühmt wurde die Stadt durch das Colditzer Porzellan, dessen Werk es leider heute nicht mehr gibt.
Es gibt enge Gassen, historische Gebäude, aber auch ein Neubaugebiet, das etwas an einem Berghang liegt. Außerdem verfügt die Stadt über einen Heimatturm, der auch als Ausflugsgaststätte dient. Von Colditz aus kann man in alle Richtungen fahren, denn es liegt zentral innerhalb der Region. Angeschlossen ist der Colditzer Forst, die Stadt hat einen Campingplatz und ein Waldbad, das ebenfalls erweitert wurde.
Allgemeines zum Waldhaus
Das Waldhaus hat zwei Eingänge, zunächst den normalen für Restaurantbesucher vorne an der Straße. Hat man aber ein Zimmer bezogen, dann gelangt man ganz bequem vom hoteleigenen Parkplatz durch einen separaten Eingang hinein. Der Schlüssel dazu wird vom Personal beim Einchecken übergeben.
Von der Eingangshalle führt eine Glastür dann in das Foyer, am Tresen wird man vom Personal gleich in Empfang genommen. Weiter geht es von dort aus dann in Richtung Restaurant, Saal, Wintergarten und in die dazu gehörende Parkanlage. Wenn diese bewirtschaftet wird, kann man auch von außen aus direkt im Park Platz nehmen. Eine kleine Eisenbahnlandschaft, Skulpturen und kleine Gewächse beleben die Außenanlagen des Waldhauses Colditz.
Gegenüber vom Hotel beginnt der Colditzer Forst, in dem es Spaß macht, zu wandern. Ein Weg führt an einen Gedenkstein des Tierfotografen Helmut Drechsler, auch ein Fluss plätschert vor sich hin und man kann auch andere Orte zu Fuß erreichen. Wegweiser sind innerhalb des Waldes vorhanden, so dass man sich nicht verlaufen muss. Im Hotel liegen auch Broschüren und Flyer zur Region aus.
Im Foyer des Hotels sind Vitrinen aufgestellt, in denen verschiedene Ausstellungsstücke zu sehen sind. Außerdem ist der Raum mit Material gestaltet, die mit der Region, der Ernte und ländlichem Leben zu tun haben. Eine Raucherecke gibt es dort auch, denn das Restaurant und der Wintergarten sind für Nichtraucher gestaltet. Der Wintergarten ist durch eine Glastür, die an eine Glaswand grenzt, zu erreichen. Somit kann man als Gast durch alle Räume hindurch sehen, dadurch entsteht ein heller und angenehmer Eindruck vom gesamten Ambiente des Restaurantteils.
Zimmer und Einrichtungen
Zu den Zimmern gelangt man durch eine Tür, die vom Foyer ausgeht. Es geht eine Treppe, die mit rotem Samt ausgelegt ist, in zwei Etagen hoch. Dazwischen ist ein Flur mit einer Sitzecke und Blumen sowie noch einer Raucherinsel. Es gibt 2 Einzelzimmer, 7 Doppelzimmer und 2 Dreibettzimmer, die von einem hübsch gestalteten Korridor mit Dimmerlampen und Ornamenten ausgehen. Dies strahlt eine angenehme Wärme aus, man fühlt sich hier gleich heimisch.
Wir waren nun mittlerweile in drei verschiedenen Zimmern, dabei konnten wir feststellen, dass jedes Zimmer einen anderen individuellen Charakter hat. Einmal ist ein Wandteppich an der Wand, dann wieder ein hübsches Bild. Beim letzten Mal war es ein Zebrafell, das hinter den Betten angebracht war. Auch die Möbel sind verschieden aufgestellt. Jedes Zimmer enthält Spiegel, Telefon, Sitzecke, Schreibtisch, Bad mit jeweils abgestimmter Farbe oder Muster (in unserem Falle diesmal schwarz-weiß, wie das Zebrafell), ein Blumenkasten vor dem Fenster, Fernseher und was sonst noch so üblich ist für Hotelzimmer.
Erwähnen möchte ich noch den Service, der außer dem obligatorischen Betten machen nach einmaligem Gebrauch frische Handtücher enthält, was eigentlich gar nicht notwendig gewesen wäre. Außerdem gibt es für jeden Tag eine neue Flasche Mineralwasser. Das kannte ich bisher in anderen Hotels nicht, nur am ersten Tag.
Die Zimmer haben wir immer sauber und ordentlich vorgefunden, manchmal wurde sogar schon während des Frühstückes das Zimmer neu vorgerichtet.
Erwähnen möchte ich aber, dass die Treppe nach unten hin an der linken Seite immer enger wird und man dadurch rutschen kann, deshalb muss ich immer daran denken, diese am Außenrand zu gehen. Beim ersten Mal bin ich nämlich dadurch auf meinem Hintern unsanft gelandet.
Haustiere sind erlaubt, bei unserem letzten Besuch waren dort 2 Ehepaare mit insgesamt 4 Eurasier-Hunden untergebracht, die auch mit im Restaurant waren.
Speisen und Service
Beim Frühstück wird der Tisch schon gedeckt, ein Buffet gibt es da nicht. Es werden die normalen Sachen angeboten, wie Schinken, Wurst, Käse, Ei, Marmelade, Pflaumenmus, man kann sein Getränk wählen, auch Rührei zu bestellen ist möglich, das muss aber am Abend vorher gesagt werden. Dies alles ist ansprechend auf dem Tisch gestellt, mit Tischdecken, Servietten, Kerzen und Blumen. So macht das Frühstücken richtig Spaß und der Tag kann fröhlich beginnen.
Am Abend gibt es A la carte, da kann man zwischen vegetarischen Gerichten, Fisch, Wild und Hausmannskost wählen, Vorsuppen nach Saison, Salate, auch eine Brotzeit alles ist möglich. Die Getränkeauswahl ist vielfältig, auch Schnäpse aus der Region gehören dazu und das einheimische Bier.
Wem die großen Portionen zu viel sind, der kann mit Abzug von 1,50 Euro kleinere Portionen bestellen. Auch das ist möglich. Jeden Freitag gibt es am Abend ein Buffet, da kann man essen, was man möchte und soviel wie man möchte und das Ganze für nur 9,95 Euro pro Abend. Da haben wir uns richtig durchkosten können mit warmen wie auch kalten Gerichten, Suppe, Salat, Brot, Quark und Nachtisch.
Manchmal gibt es auch vor dem eigentlichen Essen einen kleinen Snack wie auch nach dem Verzehr einen Schnaps oder ein Dessert. Das ist aber, so haben wir festgestellt, je nach Angebot und Personal verschieden.
Das Essen schmeckt immer und ist hübsch angerichtet. Dafür kann man die Küche wirklich loben und es ist auch sehr reichlich. Angefreundet hab ich mich zum Beispiel sogar mit der hauseigenen Kürbissuppe, vor allem, weil Kürbis eigentlich gar nicht so mein Fall ist. Aber diese hier ist einfach lecker und das Kürbisgemüse auch.
Das Waldhaus Colditz ist auch dafür bekannt, Gruppen mit mehreren Personen oder Feste ausrichten zu können. Dazu ist hinten dann auch noch der Saal offen. Das Personal ist immer freundlich und zuvorkommend und wenn genügend Zeit da ist, dann lassen sie sich auch gerne mal zu einem ausführlicheren Plausch ein, sie freuen sich, wenn ihre Region aufgesucht wird und geben gerne Auskunft.
Die Preise für die Zimmer sind meines Erachtens nicht zu teuer. Wir als Daydreams-Gäste bezahlen allerdings die 55 Euro für ein Doppelzimmer nicht, sondern nur das Essen für Abendbrot und Frühstück. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Waldhaus Colditz zu besuchen. Wer einmal etwas Ruhe haben möchte und auch ein Naturfreund ist, gern wandert, der kann sich im Colditzer Forst vergnügen und alle Wege auskundschaften.
Für die Historiker kann ich das Schloss mit Museum und Geschichte zur Region empfehlen. Auf dem Markt kommt der Shopping-Typ nicht zu kurz und es gibt auch in der Stadt noch diverse Cafes und Restaurants. Auch ein Standesamt ist dort, also geheiratet werden kann da auch. Ein Springbrunnen in mitten des Marktes lässt uns auch gern dort verweilen, bevor der nächste Erkundungsgang möglich ist.
Es ist ein angenehmer Aufenthalt in Colditz und wir werden beim nächsten Mal, wenn es sich für Sachsen ergibt, wieder dort auftauchen und sicher ein 4. Zimmer vom Waldhaus kennen lernen.
Bis dahin also
Eure DagSonja