[
dottigross, 07.10.2007] Hotel Mediterraneo - Kreta
Warum Kreta? Nun, jedes Jahr fliegen wir in der ersten Oktoberwoche noch einmal weg. Die Auswahl des Landes hängt im Allgemeinen von unserem Hobby, dem "Geocaching", ab. Da wir in Griechenland noch keinen Cache gefunden haben (wir waren ja auch noch nie in Griechenland!!!), wurde es Zeit, unsere Statistik ein wenig aufzupolieren. Doch warum Kreta? Na ja, eigentlich wollte mein Freund auf Kos. Aber diese Insel war uns zu klein, da wir immer gerne für ein paar Tage ein Auto mieten und die Umgebung erkunden. Außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt nach Kos nur ein/zwei Caches. Also suchten wir nach einer größeren Insel, und stießen auf Rhodos und Kreta. Mit diesen Vorstellungen gingen wir ins Reisebüro.
Dort wurden uns hauptsächlich Angebote zu Kreta gemacht. Die Reisepreise lagen zwischen 480.- und 750.- EUR. Wir entschieden uns für das Hotel Mediterraneo (513.- EUR/Person inkl. AI-Verpflegung und TUIfly-Flug ab München), weil es im Katalog mit vier Sternen aufgeführt war. Wir wussten zwar, dass es kein Strandhotel ist, aber die Entfernung zum Meer war mit 400 m angegeben, was wir trotzdem in Ordnung fanden, schließlich wollten wir die meiste Zeit unterwegs sein. Das zweite, in Frage kommende Hotel sollte 700 m vom Strand entfernt liegen, was uns dann aber doch zu weit war, "um abends noch mal schnell ins Meer zu hüpfen". Strandhotels - eben jene Hotels, die direkten Zugang zum Strand haben - hätten 150.- bis 250.- EUR mehr gekostet. Das war es uns nicht wert. Wir buchten also das Hotel "Mediterraneo".
Als wir nach Hause kamen und ich mich in diversen Foren über das Hotel erkundigte, fiel alle Vorfreude in sich zusammen. Die Kritiken waren deutlich: "Keine 4 Sterne verdient - höchstens drei." - "Unfreundliches Personal. . . . vor allem All Inclusive-Urlauber werden schlecht behandelt, weil es von denen kein Trinkgeld gibt." - "Zimmer in der Nähe zum Hoteleingang eine Katastrophe, weil Busse ihre Abgase ins Zimmer blasen."
Nun... Heute möchte ich meine Meinung dazu äußern.
Homepage
Die Homepage (www.thulien.com/mediterr aneo) ist ansprechend gestaltet. Verwundert haben mich aber die Fotos, die in der Gallerie zu finden sind. Sie entsprechen erstens nicht dem aktuellen Stand (es sind weitere Gebäude hinzu gekommen, Internet-Ecke sieht inzwischen anders aus. . .) und sind zweitens sehr professionell aufgemacht und beschönigen deshalb einige Dinge. So hat z.B. das Buffet mit seinen tollen "Obstschnitzereien&q uot; während unseres Aufenthalts niemals (!!!) so toll ausgesehen. Auch das Schwimmbecken wirkt auf den Bildern wie einige riesisge Poollandschaft, was
Anreise
Kreta erreicht man von Deutschland aus in 2 1/2 bis 3 1/2 Stunden. Der Zielflughafen heißt Heraklion und liegt ziemlich mittig an der Nordküste der Insel. Wir wurden von unserem Reiseunternehmen am Flughafen abgeholt. Die Fahrt zum Hotel dauerte ungefähr eine Stunde, in denen wir ca. fünf Hotels anfuhren, um Urlauber "abzuladen".
Eingangsbereich/Rezeption
Mein erster Gedanke, als wir vor dem Hotel hielten, war: "Oh, Gott, wo sind wir denn hier gelandet?" - Zwischen einem nicht sehr einladenden Strand und unserem Urlausdomizil verlief eine breite und stark befahrene Straße. Der Parkplatz vor dem Hotel bestand aus einer lieblos angelegten Teerfläche, das Gebäude lag blass und architektonisch unattraktiv vor uns und der Eingang sah ebenfalls nicht sehr einladend aus. Das alles erinnerte mich eher an eine Krankenhaus-Auffahrt als an ein 4-Sterne-Hotel.
Die anderen Hotels, die wir zuvor angefahren waren, hatten wunderschöne Parkanlagen, weiß bekieste Fußwege und Springbrunnen vor dem Eingang.
Wir betraten die Lobby und ich dachte: "Naja, geht ja. Einfach, aber sauber." Im Gedanken malte ich mit das Zimmer aus, das uns erwartete. An der Rezeption nahm uns ein sehr netter, junger Mann in Empfang. Er sprach gutes Deutsch, nahm unsere Vouchers und Ausweise entgegen und nannte uns die Essenszeiten. Nachdem wir unser "Hundearmband" an den Arm geklebt bekommen hatten, das uns als AI-Gäste erkenntlich machte, ging der junge Mann mit uns zum Lift, erklärte uns den Weg zu unserem Zimmer und ließ uns laufen und laufen und laufen. . . - bis ans (gefühlte) andere Ende der Anlage.
Zimmer
Das Hotel besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Größe, die sich - ziemlich verschachtelt - an einen Hang schmiegen. Unser Zimmer lag ziemlich weit oben, so dass wir einige Treppen (97 Stufen - ich weiß es genau) und Übergänge bewältigen mussten. Glücklicherweise hatte man uns gesagt, dass unser Gepäck aufs Zimmer gebracht werden würde. Jetzt verstanden wir auch warum.
Als wir das Zimmer betraten, bestätigte sich meine Vermutung, die ich bereits in der Lobby gehabt hatte: "Einfach, aber es scheint sauber zu sein." - Auch wenn das Bad und der Wohnraum einen verwohnten Eindruck machten, war alles sehr ordentlich und sauber.
Wir standen in einem Gang, in dem sich auf der linken Seite ein Kleiderschrank mit einem kleinen Safe (Gebühr 10.- EUR/Woche) befand und rechts eine Tür ins Bad führte. Dieses bestand aus einer Toilette, einer Dusche, einem Waschbecken mit großer Ablagefläche und einem ausreichend großen Spiegel sowie einem kleinen Fenster, das man nur kippen, aber nicht komplett öffnen konnte. Ein Föhn, zwei kleine Seifen und Tütchen mit Shampoo lagen für uns bereit.
Der Abfluss des Waschbeckens war nicht sehr groß und/oder ließ sich nicht ganz öffnen, so dass das Wasser bei uns schlecht ablief. Die Duschwanne bestand aus einem im Boden eingelassenen Loch mit einem etwa 15 cm hohen Mäuerchen drumherum. Die Armatur der Dusche beschreibt man am besten mit dem Begriff "ärmlich". Unser Duschkopf spritzte aus allen Seiten Wasser und ich wartete nur darauf, dass ich irgendwann den Kopf in der Hand hielt und der Schlauch sich verselbstständigte.
Erfreulich: das Wasser im Bad kann man auch zum Zähneputzen verwenden! Das ist auf Inseln nicht immer der Fall. Auf Lanzarote und Mallorca benützten wir dazu z.B. Trinkwasser aus Flaschen.
Ärgerlich: Ab Mitte September ist die Benützung der Klimaanlage nicht mehr im Preis inbegriffen. Pro Tag muss der Gast nun 4.- EUR bezahlen. Den Grund dieser seltsamen Regel kann ich nicht nachvollziehen. Ich ärgerte mich jedoch darüber. Wenn es heiß ist, ist es heiß - ob im Juli oder im Oktober. Die Balkontür konnten wir nachts kaum geöffnet lassen, weil die Straße, das Meer und der Wind einen gewissen Lärmpegel hatten und es ziemlich zog.
Der eigentliche Wohnraum schien mir anfangs sehr klein, aber das lag daran, dass die schweren Vorhänge der Terrassentür zugezogen waren. Diese war nicht sehr groß und ein zusätzliches Fenster gab es nicht, was den Raum dunkel und somit klein erscheinen ließ. Die relativ kleine Glasfläche hatte jedoch den Vorteil, dass sich der Innenraum nicht so stark aufheizen konnte.
Unser Bett war angenehm groß, aber die Matratzen sehr hart. Unwillkürlich musste ich an einen deutschen Autor denken, der die italienischen Betten als katastrophal weich bezeichnete und deshalb gerne mal nach Griechenland in den Urlaub gefahren wäre. Hier hätte er seine wahre Freude. Ich persönlich konnte kaum schlafen, was sicherlich auch an den schrecklichen, typischen Bettdecken - oder soll ich lieber "Laken" sagen - lag.
Es gab in unserem Zimmer einen kleinen Kühlschrank. Wollten wir diesen benützen, mussten wir 10.- EUR/Woche dafür bezahlen. Wir nahmen diesen "kostenpflichtigen Service" nicht in Anspruch, weshalb ich über die Funktionstüchtigkeit des Gerätes nichts berichten kann.
Die Kofferablage nahm übrigens ich in Beschlag und mein Freund machte sich auf dem Schreibtisch breit. Hier stand auch der sehr kleine Fernseher, dessen Ton fix auf Zimmerlautstärke gedimmt war. Wir konnten verschiedene internationale Sender empfangen (z.B. Niederlande, Italien, England) und drei deutsche Sender (ARD, eine Version des ZDF und das schweizer RTL2). Das reichte uns völlig aus. Im Urlaub sehen wir nicht fern. Ausnahme machen wir nur bei den Nachrichten. Den Ton konnte man nur dann akustisch verstehen, wenn man direkt vor dem Gerät saß und die Balkontür geschlossen war. Wer eine Fußballübertragung oder ein Formel 1-Rennen sehen wollte, konnte dies am Großbildschirm in der Hotelbar tun.
Apropos Balkon. Unser Balkon war schön groß. Es standen ein kleiner Tisch und zwei Stühle darauf. Leider vermisste ich eine Wäschestange oder -leine, auf der ich Badetücher etc. zum Trocknen aufhängen konnte. Die anderen Balkone hatten teilweise ein Geländer - unserer leider nicht.
Unser Blick vom Balkon ging . . . - grob gesagt - aufs Meer. Ja, wir hatten Meerblick, was wir auch gebucht hatten. Schaute man nicht gerade aufs Meer, sah man die Rückseite des Hauptgebäudes mit offenen Fenstern zur Küche (ein Vorteil: man roch, wenn das Essen fertig war), die Fußgängerbrücke zwischen dem Hauptgebäude und dem Rest der Anlage (und dem dazwischen liegenden Grünstreifen), eine Stromleitung, die bei hoher Luftfeuchtigkeit gefährlich knisterte und . . . Ach ja, da war ja noch die stark befahrene Straße.
Mein Tipp: Man sollte sich keines der Zimmer im Hauptgebäude geben lassen, da hier aufgrund des Buswendeplatzes, des Restaurants und des Pools ein höherer Lärmpegel herrscht. Die Nebengebäude sind nur über einige steile Anstiege zu erreichen, liegen dafür aber ruhiger.
Hotelanlage
An dieser Stelle sollte ich vielleicht von der Anlage berichten. Das Hotel besteht aus einem Haupt- und mehrere Nebengebäuden. Weitere werden wohl folgen, was man an einem Rohbau und reichlich Baugrund sehen kann. Im Haupthaus sind die Rezeption, ein Lese- und Spieleraum, eine Internet-Ecke (5.-/Std.), das Restaurant mit großer (teils überdachter) Außenterrasse und die Bar untergebracht. Der Swimmingpool schließt direkt an die Terrasse an. Die Wirtschaftsräume des Hotels befinden sich - wie es scheint - im Hauptgebäude, außerdem ein paar Zimmer.
Die meisten Gästezimmer befinden sich aber in den an einem Berghang liegenden Nebengebäuden.
Strand
Der Strand ist zwischen 200 bis 300 m entfernt - Luftlinie!!! Um ihn auf direktem Weg zu erreichen, muss man lebensmüde über die stark befahrene Straße hetzen, beherzt über eine kleine Mauer springen und dann ein dorniges und felsiges Gestrüpp überwinden. "Einfacher" geht es einen schmalen, geteerten Weg - parallel zur Hauptstraße - entlang (ca. 500 m), unter einer, äh, Unterführung durch (Stehhöhe ca. 1,40 m) und dann nochmals die gleiche Strecke einen staubigen Strandabschnitt zurück. Da verging uns definitiv die Lust, zum Strand zu gehen. Schade eigentlich, denn dieser ist zwar klein, aber flach abfallend und somit ideal zum Baden. Ein Teil besteht aus Sand, ein anderer Teil aus flachen Felsen oder Kies. Für die Hotelgäste standen ein paar Liegen bereit Sonnenschirme sahen wir zu dieser Zeit nicht. Das Wasser war während unseres Aufenthalts schön klar und offensichtlich auch sauber.
Ein Stück vom Hotelstrand entfernt beginnt bereits die "Strandmeile" von Hersonissos mit Bars, Cafes und anderen Hotels.
Publikum
Das Publikum im Hotel bestand Anfang Oktober 2007 zu hundert Prozent aus All Inclusive-Urlaubern. Deutsche, Holländer, Dänen, Engländer und Russen... - hier fand man fast alle Nationen. Ärgerlich: es gab auffallend viele Urlauber, die sich im Restaurant nicht benehmen konnten. Zwar zogen sich die meisten wie von der Hotelleitung gewünscht ordentlich an, aber es gab einige, die sich auf das Buffet stürzten, als ob es bald nichts mehr geben würde. Ich wurde teilweise vom Salatbuffet weggeschupst oder mir wurde der Löffel aus der Hand gerissen. Unmöglich!!!
Außerhalb der Ferienzeit waren es vor allem kinderlose Paare und ältere Personen, die hier ihren Urlaub verbrachten. Wir drückten das Durchschnittsalter nach unten. Gruppen haben wir während unseres Aufenthalts kaum gesehen. Eine Kegelgruppe aus dem Allgäu war uns nur deshalb aufgefallen, weil ich auf allgäuerisch angesprochen wurde.
Verpflegung
Wir hatten uns für "All inclusive" entschieden. Zwar ist das normalerweise nicht unsere erste Wahl (das einzige Mal war 1994 in der Dom. Rep.), aber diesmal machten wir eine Ausnahme. Wir wollten von den Essenszeiten unabhängiger bleiben. Letztes Jahr waren wir auf Lanzarote und beeilten uns abends immer, zurück ins Hotel zu kommen, weil es Abendessen gab und "man es schließlich auch bezahlt hatte". Während die Sonne blutrot hinter der Vulkaninsel unter ging, saßen wir im Speisesaal. Der romantische Sonnenuntergang fand ohne uns statt. Das wollten wir diesmal umgehen. Wir buchten AI, was genauso viel kostete, und konnten nun - wenn wir wollten - mittags essen und bis in die Nacht hinein unterwegs sein.
Als wir das Hotel "Mediterraneo" am späten Vormittag erreichten, stand uns eigentlich noch kein Mittagessen zu. Die AI-Leistungen sollten mit dem Abendessen beginnen und mit dem Frühstück am letzten Tag enden. Großzügig erhielten wir jedoch beim Einchecken das "Hundearmband" angebracht, so dass wir uns bereits mittags am Buffet bedienen konnten. Das fand ich wirklich großzügig und möchte es deshalb lobend hervorheben.
So! Wie waren wir mit dem Essen zufrieden?
Das Frühstück bot all die Dinge, die das internationale Publikum erwartet. Weißbrot und Brötchen, ein "Möchtegern-Graubro t" und Keksgebäck. Dazu Marmelade (zwei Sorten), Honig, Käse, Wurst (zwei bis vier Sorten, die sich geschmacklich kaum voneinander unterschieden), Frühstücks- und Rühreier (manchmal auch Spiegelei), heiße Würstchen, Speck und Bohnen, Salatgurkenscheiben und Kräuterquark (mit Knoblauch). Die Müsli-Auswahl war nicht sehr groß. Der Kaffee am Morgen war besser als das dünne Zeug am Nachmittag. Tee gab es auch. Ob es auch Kakao gab, weiß ich nicht. Aber man konnte aus zwei Sorten Fruchtsaft Die Qualität des Frühstücks war in Ordnung. Das Rührei war sehr gut und leckeres Brot erwarte ich allgemein im Ausland nicht, denn nur die Deutschen und die Kroaten können meiner Meinung nach gutes Brot backen. Doch seltsamerweise bekam ich auf unseren Ausflügen ins kretische Hinterland immer hervorragendes Brot vorgesetzt. Dann muss es wohl doch am Hotellieferanten liegen.
Mittagessen und Abendessen? Ich erwartete, dass es mittags das gleiche Essen geben würde wie am Abend. Das war aber nicht der Fall. Ich hatte z.B. mittags vergessen, Weinblätter zu essen und freute mich schon auf den Abend, wo ich das nachholen wollte. Doch abends (und auch am nächsten Mittag) gab es sie leider nicht. Das bedeutet aber auf der anderen Seite, dass das Buffet sehr abwechslungsreich war. Das "Grundgerüst" war zwar immer gleich: es gab Nudeln, Gemüse, Fleisch... aber die Art und die Zubereitung wechselten. So gab es an einem Tag Hörnchennudeln, am anderen Tag Spirellis oder Spaghetti, mal Tomatensoße, mal Thunfischsoße oder Bolognese. Einmal Rindfleisch mit dunkler Bratensoße, einmal Gyros, einmal Leber. Die Salate wechselten ebenfalls durch. Es lagen u.a. griechischer Bauernsalat, grüne Paprika, grüner Salat, Reissalat, Fischsalat, gehobelte Karotten, Rot- und Weißkraut, rote Beete, Linsen- oder Meeresfrüchtesalat, Zwiebeln und jeden Tag Zaziki bereit.
Als Nachtisch gab es jeden Tag Eis, Wasser- und Honigmelone, Pflaumen und Trauben sowie diverse Kuchenstückchen. Ein Highlight war das Mousse au Chocolat, das es während unserer Urlaubswoche zweimal gab.
Das Essen wurde ausreichend heiß serviert und nicht - wie ich im Reiseführer gelesen hatte - typisch griechisch, nämlich kalt, aufgetischt. Die Würzung der Gerichte war unterschiedlich. Mal etwas zu geschmacklos, mal etwas zu salzig, selten scharf, aber meistens sehr gut. Zum Nachwürzen standen Salz und Pfeffer bereit. Mir schmeckte das Essen sehr gut, was man meiner Figur nach einer Woche auch ansah . . . Aber ich bereue nichts!
Das Buffet war nicht sehr übersichtlich angeordnet. Ich brauchte eine knappe Woche, um den Joghurt zu finden, eine ganze Woche, um festzustellen, dass es meine geliebte Nussnougat-Creme gab. Der Grund war einfach: Die Nougat-Creme stand beim Müsli und der Joghurt bei Wurst und Käse.
Die All inclusive-Leistungen beinhalteten laut Prospekt Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Tee sowie Gebäck zwischen 17 und 18 Uhr, Abendessen und alle lokalen alkoholischen und antialkoholischen Getränke zwischen 11 und 23 Uhr. In der Praxis hieß das z.B., dass es an der Außenbar einen Zapfhahn gab, an dem der Gast "ständig" nichtalkoholische Getränke zapfen konnte. Das gleiche galt für die "Bierzapfanlage" ;. Außerdem "zapfte" man seinen Kaffee am Nachmittag aus einem beheizten Kaffeespender und nahm sich kleine Krapfen, Kekse oder ähnliche Leckereien von einem Tablett. Zusätzlich standen belegte Brötchen in Kühltheken bereit. Hungern musste man also Den dünnen Kaffee konnte man übrigens vergessen - er schmeckte überhaupt nicht. Wir bestellten uns lieber einen Cappuccino für 2,50 EUR, der allerdings nicht mit Milchschaum, sondern mit gesüßter Sahne serviert wurde.
Alkoholische Getränke umfassten während unseres Aufenthalts z.B. Bier, Wein, Ouzo, Raki und Brandy. Wer Whisky bevorzugte, musste dafür 4.- EUR hinlegen, für einen Cocktail zahlte man ca. (+/-) 5.- EUR, was günstiger war als in Hersonissos.
Ambiente
(Restaurant, Terrasse und Bar)
Hier gibt es Abzüge. Das Restaurant ist einfach eingerichtet, das Mobiliar nicht sehr hünsch - "praktisch" ist wohl das gängige Wort dafür. Die Tische sind sehr eng gestellt, so dass man seinem Nachbarn schnell in die Quere kommt und man Schwierigkeiten hat, mit dem Teller in der Hand seinen Tisch zu erreichen.
Am Buffet geht es besonders eng zu!! Wenn ein Teil der Gäste hier ansteht und ein weiterer Teil sich an der Salatbar bedient, ist fast kein Durchkommen mehr. Einen großen Bogen zu machen, ist dann unmöglich, da man sich schlecht durch die engen Tischreihen zwängen kann. Der Buffetbereich ist nicht sehr lang, was den Nachteil hat, dass sich die Menschenschlange davor schnell staut. Wollte ich nun daran vorbei gehen, wurde ich als "Vordrängler" bezeichnet. So musste ich mich notgedrungen ganz vorne am Brot (Vorspeise, Nudeln etc. . .) anstellen, obwohl ich doch eigentlich nur etwas Fisch und Kartoffeln haben wollte. Das wiederum hatte die Folge, dass sich eine Schlange bildete die bis weit in den Gang hinaus reichte, was viele Gäste verärgerte.
Die ist jedoch nicht das Einzige, was ich bemängeln möchte. Plastikbecher im Außenbereich, Billigbesteck mit Spülflecken und dünne Servietten (mittags) von schlechter Qualität... das wurde uns auf den Tisch gelegt. Das sah, meiner Ansicht nach, sehr nach All inclusive-Urlaub aus.
Personal
Wie ich schon geschrieben habe, hatte ich gelesen, dass das Personal angeblich sehr unhöflich und vor allem gegenüber AI-Urlaubern unfreundlich sei. Nein!!! Absolut nicht! Ich habe das gesamte Personal sehr freundlich erlebt. Die Kellner/innen im Restaurant grüßten immer, kümmerten sich um die Gäste und räumten flink und zuverlässig das Geschirr ab. Dabei waren sie überhaupt nicht aufdringlich und hatten immer ein Lächeln übrig. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass die schmutzigen Tischdecken öfters gewechselt worden wären (abends angeblich frisch gedeckt und trotzdem schmutzig), doch ob das in der Verantwortung der Kellner/innen oder der Hotel-/Restaurantleitung lag, weiß ich nicht.
Der Barkeeper war ebenfalls sehr freundlich und flink. Er schenkte mit einem breiten Lachen und immer einem Scherz auf den Lippen den vielleicht hunderttausendsten kostenlosen All inclusive-Ouzo aus und befreite die Theke von Stapeln von Plastikbechern.
Das Zimmermädchen grüßte immer höflich und fragte uns kurz nach dem Bezug, ob mit dem Zimmer alles in Ordnung sei.
Animation und Unterhaltung
Unterhaltung? So gut wie gar nicht. - In der ersten Oktoberwoche (Sa. Sa.) erlebten wir einen einzigen "Unterhaltungsabend& quot; (dienstags), der von zwei Musikern mit Keyboard und Gitarre gestaltet wurde. Für ein 4-Sterne-Hotel, das Anfang Oktober sehr gut belegt war, fand ich die Unterhaltung der
Animation? Nichts. Keine Animation. Keine Morgengymnastik, Dartturniere etc. Es gibt im Hotel auch (außer dem Spielezimmer) keine Beschäftigungsmöglichke it. Einen Fitnessraum, Billard, Dart oder Tischtennis wie auf der Homepage angegeben haben wir nicht gefunden. Ein Hinweisschild oder ähnliches auf diese Einrichtungen auch nicht. Das ärgert mich im Nachhinein, denn ich hätte die All inclusive-Pfunde gerne jeden Morgen abtrainiert. Außerdem setze ich solche Einrichtungen bei einem 4-Sterne-Hotel auch Es muss aber einen Wellness-Bereich im Hotel geben. An der Informationstafel sah ich einige Werbeflyer für Massagen etc. Dieses Angebot habe ich aber nicht genutzt, was ich inzwischen bedauere. Gerne hätte ich den Wellness-Bereich einmal besichtigt und/oder eine Massage in Anspruch genommen.
Auf den Hotelfotos der Homepage ist eine Internet-Ecke zu sehen, neben der ein Flipper steht. Dieses Bild ist laut eigenen Erfahrungen - nicht mehr aktuell, weshalb ich den Verdacht habe, dass es auch keinen Fitnessraum, Billard etc. mehr gibt. Aber das ist wirklich nur eine Vermutung.
Nun, eines steht fest: Hätten wir nicht für vier Tage ein Auto gemietet, ich glaube, mir wäre in diesem Hotel die Decke auf den Kopf gefallen. Ich weiß nicht, wie das die anderen Gäste aushielten - essen, am Pool liegen, essen, am Pool liegen, duschen, essen und in die Bar gehen . . . Schrecklich!
Ich habe jedoch gehört, dass auf dem Baugrundstück eine "Einrichtung für sportliche Aktivitäten" gebaut werden soll. Ob und wann das der Fall sein wird, weiß ich nicht.
Schwimmbad
Das Schwimmbecken (Salzwasser) ist nicht sehr groß und ich kann mir vorstellen, das es hier im Sommer sehr eng zugeht. Ein Großteil steht den Kindern zur Verfügung. Sollte das nicht genug "Action" bieten, gibt es in ca. einem Kilometer Entfernung ein großes Strandbad mit umfangreichem Unterhaltungsprogramm bei freiem (!!!) Eintritt.
Am Hotelpool muss man sich auf "Handtuch-Reserviere r" einstellen. Wer aber nicht unbedingt in der ersten Reihe (sprich: mit den Zehen bereits im Wasser) liegen muss, findet sicherlich ein schattiges Plätzchen unter Palmen oder Bastschirmen. Liegen sind ausreichend vorhanden. Im hinteren Bereich der sandigen Liegewiese muss man aber mit Geruchsbelästigungen rechnen. Hier gibt es wohl irgendwo einen übel riechenden Abfluss. In diesem Bereich liegt auch der Kinderspielplatz inmitten einer großen Sandfläche. Er machte aber einen guten
Wer ein kleines Nickerchen am Pool machen möchte, sollte lärmunempfindlich sein. Die Straße, die am Hotelgelände vorbei führt, ist ziemlich laut.
Lärm
Zusammengefasst: Die Straße macht tagsüber den meisten Lärm, nachts - je nach Wetter - der Wind und das Meer. Die Räume sind nicht sehr hellhörig, denke ich. Aber wir hatten auch keine lauten Nachbarn, so dass wir damit wenig Erfahrung gemacht haben.
Sauberkeit
Die Zimmer waren immer sehr sauber, die Hotelanlage selbst und der Poolbereich ebenso. Nur im Restaurant wurden einem schmutzige Tischdecken und Geschirr mit Spülflecken vorgesetzt.
Umgebung
Wer nicht fußfaul ist, kann bis Limenas-Hersonissos, dem quirrligen Badeort laufen. Die ersten Bars und Cafes beginnen bereits in ca. 400 bis 500 m Entfernung. Souvenirläden, Boutiquen, Schmuckgeschäfte etc. laden zum Einkaufsbummel ein. Hier gibt es auch Internet-Cafes, die günstigere Verbindungen (1.- EUR für 20 Min.) anbieten, als das Hotel. Beliebtes Mitbringsel sind diverse Gewürze (Zimt, Muskatnüsse, Anis, Kardamom, Pfeffer etc.), die hier wesentlich günstiger sind und Produkte aus Olivenöl.
Sonstiges
Behindertengerecht? Bedingt. - Das Hauptgebäude mit Restaurant und Poolbereich sind rollstuhltauglich. Hier gibt es auch einen Lift. Die Nebengebäude sind nicht behindertengerecht angelegt.
Autovermietungen gibt es in Hersonissos wie Sand am Meer. Wer z.B. für drei Tage einen Kleinwagen mieten (Twingo etc.) möchte, bezahlt dafür ca. 30.- EUR. Die Qualität der Autos kann ich nicht beurteilen. Wir hatten unser Auto über Europcar ab Deutschland gebucht und zahlten alles in allem ca. 37.- EUR/Tag. Das Auto war in sehr gutem Zustand (Reifen, Bremsen etc.) und machte uns in den vier Tagen keine Probleme. Andere Gäste hatten sich drei Roller gemietet, um die Umgebung zu erkunden. Bei allen dreien Rollern waren die Reifen abgefahren. Bei einem funktionierte die Tankanzeige nicht und obwohl er angeblich vollgetankt sei, blieb er nach wenigen Kilometern stehen. Das letzte Fahrzeug blieb ebenfalls irgendwann stehen - grundlos. Ich rate übrigens grundsätzlich davon ab, auf Kreta ein Zweirad zu mieten, da der Teer unangenehm glatt ist. Auch ein Quad käme für uns nicht in Frage. Erstens würden wir in einem fremden Land niemals ein Fahrzeug mieten, dessen Handling wir nicht auf Anhieb beherrschen und zweitens ist man mit einem Quad auf Kreta den anderen Verkehrsteilnehmern absolut unterlegen. Wer sich etwas gönnen möchte, dem empfehle ich - aufgrund örtlicher Umstände - einen off-road-tauglichen Jeep.
Wer sich nicht auf eigene Faust auf den Weg machen möchte, kann bei einem der Reiseveranstalter einen Tagesausflug buchen. Ein Halbtagesausflug nach Heraklion mit Besuch des Zigeunermarktes kostete 2007 ca. 25.- EUR. Für die Tagesfahrt in den Süden (Festos, Gorty, Mantala) zahlte man während dieser Zeit um die 44.- EUR.
Sehenswürdigkeiten
Dieser Hotelbericht ist schon viel zu lang geworden. Eine Aufzählung der Sehenswürdigkeiten würde zu weit führen. Doch einen Tipp möchte ich geben. Bei einem Aufenthalt von einer Woche ist EIN Sightseeing-Tag Pflicht! Mit zwei Tagen hat man das Gröbste gesehen - drei Tage sind ideal. Bei vier Tagen ist der Kopf bereits zu voll und es artet in Stress aus. Außerdem: Man sollte Kreta aufgrund seiner Größe in zwei Hälften teilen. Urlauber, die ein Hotel im Westen der Insel gebucht haben, sollten sich auf diesen Teil beschränken. Hotelgäste aus dem Osten der Insel auf den östlichen Teil. Die Fahrt vom Norden in den Süden der Insel ist jedoch machbar.
Kreta ist sehr bergig (!!!) und die Straßen extrem kurvig. Die Einheimischen fahren schnell und defensiv - ein Wunder, dass so wenige Unfälle passieren.
Fazit
Alles in allem kann ich mich in einem Punkt den Meinungen, die ich über das Hotel "Mediterraneo" gelesen habe, anschließen: Ich würde ihm keine vier Sterne geben. In meinen Augen ist es ein 3-Sterne-Hotel.
Hier nochmals kurz die Vor- und Nachteile, die ich in diesem Hotel sehe.
VORTEILE:
- Sehr sauber
- freundliches Personal
- sehr gutes, abwechslungsreiches Essen
NACHTEILE:
- Entfernung und Zugang zum Strand
- stark befahrene Straße vor dem Hotel
- Bad und Zimmer verwohnt
- Kein schönes Ambiente
- nur 1x die Woche Unterhaltungsabend
- Keine sportlichen Freizeitangebote