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Steinzeitgrab zum Anfassen (01.12.2007)
aurelia_aurita
aurelia_aurita (33)
hamburg, Germany
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-(_)-


Moin, moin,


nachdem ich über den Ring of Brodgar berichtet habe, möchte ich nun über eine weiter prähistorische Stätte auf der schottischen Inselgruppe Orkney schreiben:

Tomb of the Eagles

Es handelt sich um eine Grabstätte aus der Steinzeit (Neolithikum), man kennt es auch unter dem Namen 'Isbister Chambered Cairn'. .


Adresse/Lage

Liddle
St. Margarets Hope
Ronaldsay
Orkney, Scotland
KW17 2RW

Tel: +44 (0)1856 831 339

http://www.tomboftheeagles.co.uk
infotombo ftheeagles.co.uk

Das Tomb of the Eagles liegt auf der Südspitze der Insel Ronoldsay an der A961, die über St. Margarets Hope bis nach Kirkwall geht.


Eintrittspreise/Öffnungszeiten


Eintrit t

Erwachsene: 5,50 GBP
Senioren: 4,50 GBP
Studenten: 3,50 GBP
Kinder über 13 Jahren: 3,00 GBP
Kinder zwischen 5 und 12 Jahren: 2,00 GBP
Kinder unter 5 Jahren: Eintritt frei
Gruppen ab 10 Personen erhalten 10% Rabatt.


Öffnungszeiten

März: 10:00 bis 12:00 Uhr
April bis Oktober: 9:30 bis 17:30 Uhr
November bis Februar: Nach Absprache



Die Geschichte

Das Tomb of the Eagles - auch Isbister Chambered Cairn genannt - wurde im Jahr 1958 von dem Bauern Ronald "Ronnie" Simison durch Zufall entdeckt. Eigentlich wollte er an den Klippen einen Zaun anbringen als er horizontal angelegte Steine entdeckte - hinzu kamen einige steinzeitliche Werkzeuge. Animiert durch diese Funde begann Ronnie weiterzugraben, bis er schließlich den Eingang fand. Mit seinem Feuerzeug entdeckte er in der dunklem Kammer rund 30 menschliche Schädel. Diese, so stellten Experten später fest, waren rund 5000 Jahre alt und stammten aus dem Neolithikum, der Jungsteinzeit. Ronnie meldete den Behörden seinen Fund und kurze Zeit später wurde das Grab erst einmal wieder verschlossen, um von professionellen Archäologen ausgegraben zu werden - was nie geschah. 1976, als die Fristen nach alter Gesetzgebung für die Behören abgelaufen waren nahm Ronnie die Ausgrabungen selbst in die Hand, diverse Experten halfen- die Fundstätte ist noch heute im Familienbesitz.

Man geht heute davon aus, dass die Grabstätte etwa 3000 vor Christus gebaut und ca. 800 Jahre lang genutzt wurde. Sie ist etwa 3,5 m hoch und besteht aus einer rechteckigen Hauptkammer, die durch große, senkrechte Steine in kleinere Kammern ("Stalls") unterteilt ist. Von der Hauptkammer gehen mehrere kleinere Seitenkammern ab.

Die hier gefundenen menschlichen Skelettteile sollen von etwa 340 Menschen stammen. Komplette Skelette wurden nicht gefunden, man nimmt an, dass die Toten zunächst im Freien aufgebahrt wurden, bis nur noch die Skelette übrig waren, bevor man sie zu ihrer endgültigen Ruhestätte in der Kammer brachte. Hierbei wurden die Schädel in den Seitenkammern untergebracht, die restlichen Knochen in den Endkammern.

Auch wurden in diesem Grab Krallen von rund 70 Seeadlern gefunden, die dem Grab seinen Namen verliehen haben. Man geht davon aus, dass die früher hier ansässigen Seeadler das Totem des hier lebenden Stammes waren.


aurelias Testergebnis

Eintrittskarten erhält man im Besucherzentrum, an dem man auch kostenlos parken kann. Hier erhält man im Anschluss eine Einführung, die sich mit der Entdeckung des Grabes, seiner Geschichte, den Fundstücken und den Lebensumständen im Neolithikum befindet. Das besondere ist, dass die Fundstücke nicht in ihren Glaskästen bleiben, sondern bei der Demonstration und Erklärung herausgenommen und sogar rumgereicht werden - Geschichte zum Anfassen!

Das Grab erreicht man durch einen gut 1,5 km langen Spaziergang, der einen vom Besucherzentrum an die nahe gelegenen Klippen führt. Unterwegs trifft man nur Schafe und im Wasser, wenn man Glück hat, einige Seehunde. Eine weitere Fundstelle liegt außerdem auf dem Weg - ein Haus aus der Bronzezeit, von dem zwar mehr oder weniger die Grundrisse zu erkennen sind, gut zu erkennen sind aber immer noch die Feuer- und Kochstellen, sowie der Wasserzugang von außen. Achtung, der Weg ist nicht befestigt. Gerade nach Regen empfiehlt sich festes, wasserdichtes Schuhwerk! Gummistiefeln können bei Bedarf im Besucherzentrum ausgeliehen werden.

Der Eingang in die Grabkammer ist keinen Meter hoch und ca. 2-3 m lang. Um in die Kammer, die man betreten darf, zu gelangen, stehen dem Besucher Gummiknieschützer sowie ein Rollbrett mit Seil zum Entlanghangeln zur Verfügung. In der Grabkammer, die inzwischen ein neues Dach erhalten hat, um den Bau zu schützen, kann man gut die einzelnen Kammern erkennen, welche durch senkrecht eingbaute Steine entstehen. mit einer Taschenlampe kann man auch einen Blick in die Seitenkammern werfen. Eine davon lässt sich sogar durch Knopfdruck beleuchten - man sieht einige der hier gefundenen Schädel. Eine Schild bitte darum, die Ruhe der Toten zu respektieren.

Wer möchte, der kann zurück einen kleinen Umweg machen und die wunderschönen Klippen, an denen sich das Grab befindet, noch ein wenig länger genießen. Ein bei schönem Wetter absolut lohnender Spaziergang!



Fazit

Das Tomb of the Eagles unterscheidet sich (für Laien) außen wie innen kaum von anderen Grabstätten, die man auf den Orkney-Inseln in der Regel umsonst zu sehen bekommt. Besonders ist in diesem Fall allerdings, dass man im Besucherzentrum eine gute Einführung in die Stätte und ihre Fundstücke bekommt - letztere bekommt man bei anderen Gräbern im besten Fallen auf Skizzen oder Bilder gezeigt - hier darf man sie teilweise sogar anfassen! Daher vergebe ich insgesamt 90%.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!

eure aurelia

Accessibility
80 out of 100
"Must See"-Factor
100 out of 100
Budget Friendliness
80 out of 100
Architecture
90 out of 100
Concept
100 out of 100
Exhibits
100 out of 100
Relevance
100 out of 100
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Comments to this review

  • Read complete message
    Spatz76HH, 02.12.2007 02:40 o'clock


    klingt spannend
    Spatz76HH
  • Read complete message
    Mistrinanka, 03.12.2007 17:14 o'clock


    Das ganze Adressgedöns am Anfang stört sehr. Ist auch überflüssig, da eh hier bereits angegeben.
    Mistrinanka