Detailed review by Rini
Rini
Frankfurt am Main, Germany98%
Auf den Freiheitspfad in Boston sind wir eigentlich nur zufällig gestoßen: an der Touristeninformation im Boston Common Park sahen wir eine Karte und nahmen diese mit. Praktisch ist, dass auf einer Seite hier eine spezielle Fussgängerkarte ist und auf der anderen Seite eine Karte für Autofahrer. Auf der ersten Karte ist der Freedom Trail eingezeichnet und wir haben uns dann spontan entschlossen, diesen doch einfach mal entlang zu gehen, da er an 16 historischen Stätten vorbei führt.
An der Tremont Street, die direkt am Boston Common Park entlanggeht, beginnt die Route. Der Park ist im Sommer sicherlich wunderschön, da er auch Teiche enthält, aber wir waren Ende Dezember dort und es lag Schnee, so dass man nicht allzu viel vom Park gesehen hat.
Boston Common ist einer der ältesten öffentlichen Parks von Amerika. Er diente während der Besetzung den Briten als Übungsgebiet. Sogar Martin Luther King hielt hier eine Rede und auch Papst Johannes Paul II. hielt hier eine Messe.
Weiter ging es dann die Park Street hinauf zum State House. Dieses kann man gar nicht verfehlen, da man seine goldene Kuppel schon von Weitem sieht. Erbaut wurde das Haus im Jahr 1789. Man kann auch in das Haus hinein gehen, jedoch war es geschlossen als wir dort waren.
Zurück geht es wieder die Park Street entlang auf die Tremont Street. Hier liegt an einer Ecke die Park Street Church. Sie wurde im Jahr 1809 erbaut und fällt besonders durch ihren langen weissen Turm auf.
Unmittelbar an die Kirche angeschlossen befindet sich der Granary Burying Ground, kurzum: ein Friedhof. Hiervon haben wir auch nicht viel gesehen, da alles mit Schnee bedeckt war und nur die Grabsteine heraus geguckt haben. Jedoch sahen diese sich sehr ähnlich. Seit 1660 besteht der Friedhof und ist somit der drittälteste der Stadt Boston. Hier liegen unter anderem Opfer des Boston Massakers. Etwa 2.300 Gräber gibt es hier, aber man schätzt, dass mehr als 5.000 Leute tatsächlich auf dem Friedhof ruhen.
An der nächsten Ecke, nämlich an der Kreuzung zur School Street liegt die Kings Chapel mit ihrem Friedhof. Es handelt sich hierbei um den ältesten Friedhof der Stadt. Die Kapelle sieht meiner Meinung nach gar nicht wie eine Kapelle aus, da sie auf mehreren Säulen steht.
Man geht nun die bekannte kleine School Street hinunter und kommt an das alte Rathaus mit der Benjamin Franklin Statue davor. Das Rathaus ist sehr gut erhalten und sieht schön aus. Umrahmt wir das Ganze von ein paar Bäumen.
Anbei befindet sich auch die erste öffentliche Schule von Amerika, die 1635 eröffnet wurde.
An der nächsten Ecke befindet sich dann links das Old Corner Bookstore, welches meiner Meinung nach eher unscheinbar ist und mehr wie ein normales Haus wirkt.
Schräg gegenüber findet man das Old South Meeting House. Das Haus sieht mehr aus wie eine Kirche, da es auch einen Turm mit einer 56m langen Spitze hat. Die berühmte Boston Tea Party wurde von hier aus organisiert.
Geht man links in die Washington Street, sieht man dann bald rechts das Old State House. Hier fand die erste öffentliche Rede im Jahr 1776 statt, die berühmte Freiheitserklärung. Heute findet man hierin ein Museum. Das Haus wirkt zunächst von aussen nicht sehr auffällig, dafür hat es aber ein paar goldene Verzierungen und einen schönen weissen Turm in der Mitte.
Geht man dann Richtung Faneuil Hall, wird es etwas lebhafter. Hier befindet sich der Quincy Market und als wir dort waren, tanzte gerade eine Ballettgruppe davor. Die Faneuil Halle diente ab 1742 als Treffpunkt. Auch das Haus ist wieder in rot gehalten und hat wie das Old State House einen kleinen weissen Turm.
Nun werden die Wege etwas länger und auch verwirrender, da unsere Einzeichnung auf der Karte nicht ganz so gut war. Man muss ein ganzes Stück weit über eine Hauptstrasse gehen und kommt dann zum Paul Revere House. Dieses wurde im Jahr 1680 erbaut und ist somit das älteste Gebäude der Stadt, was man ihm aber auch ansieht. Sehr auffällig ist es jedoch nicht.
Weiter geht es die Hanover Street hinauf zur Old North Church. Um hierhin zu gelangen, kann man durch die sogenannte Paul Revere Mall gehen. Dies ist jedoch kein Einkaufszentrum, sondern ein kleiner, niedlicher Park, von dem jedoch durch den Schnee nicht viel zu sehen war. Am Ende befindet sich dann die Kirche. Man muss jedoch einmal herum gehen, um sie von vorne zu sehen. Komisch ist, dass es hier nur kleine Gassen gibt und mittendrin die Kirche steht. Die Kirche ist die älteste in Boston und sie hat zudem auch die längste Spitze. Auch diese Kirche ist wieder rot gehalten mit einer hellen Spitze.
Weiter geht es vorbei an einem weiteren Friedhof, den wir jedoch außer Acht gelassen haben. Man geht nun über die Charlestown Bridge über das Wasser. Aufgrund des bewölkten Wetters hatten wir jedoch keine schöne Sicht. Auf der anderen Seite findet man die USS Constitution, ein altes Kriegsschiff sowie das Bunker Hill Monument. Das Kriegsschiff haben wir uns nicht angesehen, jedoch haben wir das Denkmal gesehen.
Alles in allem hat sich der Freiheitspfad wirklich gelohnt, da man viele sehenswerte Sachen sieht. Was jedoch negativ ist, dass meine Karte nicht sehr gut war und zudem die Beschilderung nicht gut war. Ab und an sah man ein Schild, welches Freedom Trail sagte und zur nächsten Sehenswürdigkeit verwies, meist jedoch nicht. Auch wären Schilder an den Sehenswürdigkeiten selbst interessant.
Die Strecke kann man gut zu Fuss bewältigen. Lediglich das letzte Stück nach Charlestown zieht sich etwas. Nachteilig ist auch, dass es keine U-Bahn Haltestelle in der Nähe des Endes vom Freedom Trail gibt, so dass wir nochmals ein ganzes Stück lang laufen mussten um zurück in die Stadt zu kommen.
Empfehlen kann ich den Freiheitspfad definitiv, jedoch ist es wohl lohnenswerter und schöner im Sommer!
The Freedom Trail10
Ratings
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Accessibility
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness
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Number of Attractions