Sports Facilities / StadiumSommerbad Pankow

70 out of 100 (1 Source)
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Sommerbad Pankow
Hoernchen123
Hoernchen123 (27)
Berlin, Germany
97%
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pretty good

Pack die Boxershorts ein...

Das im Jahr 2000 größtenteils sanierte Sommerbad Pankow ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht gut zu erreichen, so kann man beispielsweise vom Alexanderplatz mit der U2 bis zum S-und U-Bahnhof Pankow fahren und dann mit der Tramlinie 50 bis Stiftsweg fahren. Und dann braucht man nur noch links in eine der Querstraßen einbiegen, die aussehen, als verberge sich inmitten von ihnen nichts weiter als ein Wohnviertel und schon ist man in der Wolfshagener Straße. Das einzige Gebäude in der kleinen Straße, das kein Wohnhaus ist und bei dem auch ein verranzt aussehende Schwimmhalle davor ist... das ist das Frei-bzw. Sommmerbad Pankow. Im Sommer auch immer gut an den Menschenmassen zu erkennen, die dorthin strömen.
Natürlich kann man auch mit dem Auto zum Sommerbad fahren, aber das kann nervenaufreibend werden...die Wolfshagener Straße und auch die Querstraßen davon sind eng, zwei Autos kommen nicht aneinander vorbei,alles ist zugeparkt. Das Finden eines Parkplatzes ist entsprechend auch sehr schwierig. Niemandem, der nicht wirklich dazu berechtigt ist, würde ich empfehlen, sich auf einen der sechs Behindertenparkplätze zu stellen, die gleich vor dem Sommerbad sind...es wird (berechtigerweise) abgeschleppt.
Ich würde als Transportmittel zur Anfahrt am ehesten das Fahrrad empfehlen, dafür gibt es auch jede Menge Möglichkeiten zum Anschliessen.

Auf dem Weg zum Eintrittskartenkauf, der in einer Art kleiner Glasbude gemacht wird, sieht man noch das zum Sommerbad gehörige Schwimmbad. Im Sommer ist es eh zu, aber im Winter wird dieses Bad sicher auch geschlossen sein, es sieht nämlich sehr heruntergekommen aus und Sprayer haben sich hier an Wänden und Fenstern verewigt.

Eine leicht angenervt wirkende Dame verkauft im Akkord die Eintrittskarten und gleich hinter dem Häuschen muss man sich dann entscheiden, was man alles ins Bad mitnehmen will...denn noch bevor es durch die "Schleuse" geht, in die man seine Eintrittskarte zum Entwerten reinsteckt, kommt man an den Schließfächern vorbei. Immerhin, an dieser Stelle hat die Kassendame immer ein waches Auge auf die Fächer und das ist ja ganz gut so.

Ist man dann durch die Schleuse hindurch, ist man im Freibad und sieht erstmal nix, außer Wiesen, Sträuchern und einer Art schmuddeliges Wasserloch in einer Wiese, um das zei Kids ihre Kreise zogen als wir dort waren...Man muss nur ein ganzes Stück laufen, bis man dann zu den Schwimmbecken gelangt. Vorbei an Imbissständen geht es zum Schwimmbecken, daneben befinden sich die Umkleideräume. Um dorthin zu gelangen, muss man die uralte Zuschauerterrasse hochkraxeln, die, bis auf die Treppen, komplett gesperrt ist und es schaut fast so aus, als sei dies wegen Einsturzgefahr der Fall...

Die Umkleiden hingegen wurden mit umgebaut, sie sind recht groß und verfügen über diverse Schränke und 4 Kabinen, in denen man sich einschließen und umziehen kann. Überall hängen Schilder, dass man seine Wertsachen keinesfalls in den Schränken lassen soll, sondern in die Wertschränke an der Kasse packen soll.
In den Umkleiden herrscht auch wirklich durchaus Chaos, es ist nicht so, dass sich jederzeit so extrem viele Leute umziehen wollen, nein, das nicht. Aber als ich da war, hing dort ein ganzes Rudel gröhlender Kinder herum, die immer versuchten, einen Blick auf Leute zu werfen, die sich umziehen. Da wurde dann schonmal unter der Tür durchgekuckt (da sind im Schwimmbad ja immer breite Schlitze) oder aber über die Wand drübergeschaut...Erspäh ten sie was, wurde schallend gelacht und gefeixt...so unwohl wie in Pankow habe ich mich in noch keinem Schwimmbad beim Umziehen gefühlt.

Also gut, rein in den Bikini und ab nach draußen. Wir bahnten uns unseren Weg über die große Liegewiese und fanden trotz Ferientrubel noch ein schönes Plätzchen, die Wiese ist groß genug um auch gewaltigen Personenanstürmen standzuhalten.
Es gibt viele Sonnenplätze, aber auch einige Bäume, so dass man auch die Möglichkeit hat, im Schatten zu sitzen, was ich sehr angenehm fand.

Auf der Liegewiese hat man die Möglichkeit, das Publikum zu beobachten...Eins fällt uns zuallererst auf...mit meinem stinknormalen schwarzen Bikini bin ich irgendwie underdressed, heutzutage trägt frau Bikinioberteil in Kombination mit Männerboxershorts! Oder aber Badeanzug mit Männerboxershorts. Oder Trägertop und Boxershorts. Und ich sah gar mehrere Mädels mit BH unterm Bikinitop...Meine Güte, bin ich alt geworden? Habe ich einen Trend verpasst ?! Trägt frau im Freibad Boxershort mit Comicfigur drauf?! ;-)

Das Publikum war recht gemischt, viele Familien mit Kindern jeden Alters waren da, auch ein paar ältere Frauen drehten im Schwimmbecken ihre Runden. Der Großteil der Leute waren aber junge Leute, alle so im Alter zwischen 13 und 18. Auffallend war die recht große Anzahl Skater und HipHopper, was daran liegen mag, dass im Sommerbad auch ein Skatepark mit drin ist. Auch viele junge Männer, von denen ich vermuten würde, dass sie arabischer Herkunft sind, waren da, was mich erstaunte, da in Pankow eigentlich kaum welche wohnen und sie demnach wohl einen etwas weiteren Weg auf sich genommen hatten. Die große Anzahl Jugendlicher, die sich eben auch in großen Gruppen zusammenrotteten, sorgte bei mir für leichtes Unbehagen. Ganz unberechtigt ist es wohl nicht gewesen. Es kommt im Sommerbad immer wieder zu leichten Unstimmigkeiten unter dem Publikum, im letzten Sommer musste das Bad wegen einer Massenschlägerei auch einmal geschlossen werden.

Zu den Schwimmbädern gelangt man, wenn man durch kleine Wassergräben zum Füße waschen geht. Dort sind auch Duschen.
Schwimmbecken gibt es mehrere. Das kleinste Becken ist das für Kleinkinder, wo das Wasser nur knöchelhoch steht und mehrere Plastikenten installiert sind. An den Enten sind Knöpfe, wenn man die drückt, spuckt die Ente bestimmt normalerweise Wasser, allerdings waren an dem Tag, an dem wir da waren, an allen Enten die Knöpfe kaputt.
Das nächstgrößere Becken ist das "Erlebnisbecken" ;. Hier ist das Wasser schon etwas tiefer und geht einem durchschnittlich großen Erwachsenen mit einer Größe von ca. 1,70m etwa bis zur Brust. Springen ist natürlich nicht gestattet. In dem Becken gibts einen Wildwasserkanal, der gelegentlich eingeschaltet wird und auch lustig ist, würden sich darin nicht so viele Leute tummeln, dass man sich nicht treiben lassen kann, sondern ständig aufpasst, mit niemandem zusammenzurempeln und schon gar nicht von einer Luftmatratze überfahren zu werden... Die Wasserkanonen entpuppten sich als normale Kaskaden, so silbernen Dinger, die eben Wasser speien. Nett, aber unter einer Kanone hatte ich mir was anderes vorgestellt, irgendwas gewaltiges.
In dem Becken war viel los, viele spielten da wie wild mit Tennis-und Wasserbällen und übten zum Teil auch tauchen. In diesem Becken enden auch die beiden Wasserrutschen. Leider kam ich nicht dazu, dort zu rutschen, es war unglaublich voll und alles staute sich die Treppe rauf. Auch achteten die Bademeister nicht sonderlich auf die Sicherheit der Rutschenden, so sahen wir wie eine Gruppe von ca. 8 -10 Leuten mitten beim Rutschen sich gegenseitig stauten und wie einer auch noch aufstand und mit Siegerpose in recht luftiger Höhe in der (ja nun rutschigen...) Rutsche stand...wäre der runtergefallen, wäre der auf den Beton gefallen...aus nicht grad geringer Höhe.
Besser wird beim Sprungbecken aufgepasst, wo es diverse Sprungtürme in verschiedenen Höhen gibt, der höchste ist 7,50m hoch und man darf nur unter Aufsicht der Bademeister springen, die auch immer Stück für Stück eine Sprungturmebene nach der anderen öffnen und wieder schließen, so dass es da zu keinem Chaos kommt.
Und dann gibts da noch ein ganz normales Schwimmbecken, mit einer Bahnlänge von 50m und Startblöcken auf beiden Seiten. Allerdings wird auf eifrig von den Seiten hineingesprungen (und Mädels hineingeworfen...), obwohl die Bademeister ständig aufpassen und einschreiten. Es ist auch recht voll in diesem Becken gewesen und so konnte man nicht so richtig schwimmen und schon gar nicht die 50m Bahnlänge nutzen, da rund um die Startblöcke immer richtig Trubel war und man will ja nicht, dass einem wer auf den Kopf springt.

Alle Becken sind nicht mit Fliesen ausgekleidet, sondern mit Edelstahl. Das macht einen hygienischeren Eindruck und außerdem ist die Verletzungsgefahr geringer, denn bei Fliesen bzw. deren Kanten kann man sich ja schonmal kleine Wunden holen.
Das Wasser wirkte in allen Becken schön sauber, generell war im ganzen Bad nix an der Sauberkeit auszusetzen, auch die Liegewiesen, die Umkleiden und die Toiletten waren ok.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu den Imbissständen. Sie liegen recht zentral neben Schwimmbecken, Umkleiden und Liegewiese und sich kaum zu übersehen. Allerdings sind auch sie noch nicht umgebaut und machen einen eher ergrauten, alten Eindruck. Man fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt, aber nicht nur wegen der Stände, die den Eindruck machen, als habe man in den letzten 20 Jahren nix daran gemacht, sondern auch, weil es typisch ostdeutsches Fastfood wie die Kettwurst gibt ;). Aber auch Pommes und Eis sind im Angebot zu den typisch nicht grad niedrigen Schwimmbadpreisen (für eine Portion Pommes mit Ketchup sind 1,50€ fällig).
Aber man kann sich ja auch was zu essen von zu Hause mitbringen

Alles in allem ist es ein schönes Sommerbad, das, wenn es komplett fertig saniert ist, sicher noch schöner ist. Schade nur, dass das Publikum etwas unangenehm ist.
  • 80/100
    Accessibility
  • 50/100
    "Must See"-Factor
  • 70/100
    Budget Friendliness
  • 60/100
    Architecture

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Comments to this review

  • schneeweisschen
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    schneeweisschen, 27.12.2007 15:49 o'clock


    Als ich vor nunmehr 4 Jahren hier in die Ecke gezogen bin, habe ich mich gefreut, dass ganz in der Nähe ein Schwimmbad ist. Dreimal darfst du raten, ob ich schon einmal dort war ;-). Neee...., und irg
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