Heute soll es mal wieder um ein Restaurant gehen, in das es mich nun auch schon öfters mal verschlagen hat. Dabei handelt es sich um das Suriya Kanti, das dem Besucher singhalesische Gerichte bietet und das im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg liegt.
1.Allgemeines...Was, wo, wie und wann kommt man da hin?
Das Suriya Kanti ist ein Restaurant, das versucht einem die Küche Südindiens und Sri Lankas so authentisch wie möglich anzubieten. So gibt es nicht nur authentische Gerichte, sondern auch so typisch indische Dinge wie ein Handwaschbecken mitten im Restaurant, schließlich isst man so richtig indisch mit der rechten (und nur mit der rechten!!) Hand und die muss man ja vor und nach dem Essen säubern ;-)).
Das Restaurant befindet sich in der Knaackstraße 4.Es ist also recht zentral gelegen im Prenzlberg.
Entsprechend ist die Parkplatzsituation sehr mies, wir sind mehrfach wild um die Ecken der Gegend gekurvt, um einen Parkplatz beim Suriya Kanti zu ergattern, ein paar Mal haben wir auch aufgegeben und sind woanders hingegangen. Man kann aber natürlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Suriya Kanti gelangen, der U-Bahnhof Senesfelder Platz ist nicht allzu weit weg, dort hält die U2, die vom Alexanderplatz kommt und es sind nur wenige Stationen.
Das Restaurant ist recht gut schon von weitem erkennbar, draußen über der Tür prangt ein Holzschild mit dem Namen des Restaurants, daneben hängt eine große goldene Sonne. Im Sommer stehen draußen vor der Tür auch Tische und um diese herum sind schöne Bambussträucher aufgestellt, so dass man eigentlich gar nicht merkt, dass man an einer viel befahrenen Straße sitzt und isst.
Eine eigene Webseite hat das Suriya Kanti bislang nicht, aber telefonisch sind sie erreichbar, so kann man beispielsweise Plätze reservieren oder aber Essen vorbestellen, bei manchen Gerichten ist das sehr sinnvoll, da die Zubereitung mehrere Tage (!) dauert und man daher eben vorbestellen muss.
Montags bis samstags ist das Suriya Kanti von 12-1 Uhr offen, sonntags wird bereits etwas früher geöffnet und zwar um 11 Uhr. Dann gibt's auch das berühmte Sonntagsbüffet, das über die Grenzen des Bezirks Prenzlauer Berg berühmt ist und wo es für 7€ ein großes Büffet gibt, bestehend aus größtenteils warmen Speisen. Reservierungen sind für dieses Büffet sehr sinnvoll, da es voll werden kann.
2.Hereinspaziert...! Das Ambiente
Kommt man in das Suriya Kanti entdeckt man zunächst erstmal eine großen Tresen, wo Getränke serviert werden. Im restlichen Restaurant stehen jede Menge Holztische mit Sitzmöbeln, ebenfalls aus Holz. Im Sommer kann man auch draußen an langen Holztischen sitzen, vor denen lange Bänke aufgestellt sind. So richtig bequem ist es nicht, aber ok.
Die Wände sind liebevoll bemalt, unter anderem findet man Bilder, die den Fresken von Sigiri nachempfunden sind. Wirklich hübsch und das ganze verbreitet eine schöne Athmosphäre. Und das ist doch auch mal was anderes als immer nur die Götterfiguren in anderen südasiatischen Restaurants ;-).
Von den meisten Sitzplätzen des Restaurants kann man in die Küche hineinschauen, eine recht gute Sache, die ja irgendwie immer für Vertrauen sorgt.
Räucherstäbchen und der Geruch von Gewürzen macht das ganze Restaurant nochml etwas schöner.
Und durch große Fensterflächen ist es sehr hell, ein deutlicher Pluspunkt, nicht unbedingt typisch indisch, wo man sich ja oftmals lichtlos eingesperrt fühlt in vielen Restaurants, vor allem in den teureren, aber so lichtdurchflutet gefällts uns Europäern ja doch etwas besser.
3. Die Speisekarte...was gibt's alles?
Wie eingangs schon gesagt, es gibt südindisches Essen und Gerichte aus Sri Lanka und dies alles vegetarisch. Verwendet werden nur Gemüse und Obst aus Bio-Anbau, dafür macht das Suriya Kanti jedenfalls Werbung und die Speisekarte beginnt gleich mit einem Hinweis darauf.
Die Gerichte sind teilweise sehr scharf, wie es eben in Südindien nun einmal ist (je südlicher man in Südasien kommt, umso schärfer wird ja das Essen), aber dennoch schmeckt alles sehr gut und ist nicht zu scharf. Es schmeckt auch tatsächlich indisch, nicht eingedeutscht.
Man bekommt alles mögliche, von leckeren Broten bis hin zu Reispfannen mit Gemüse, alles ist immer gut gewürzt. Die Portionen sind auch ausreichend groß, um auch größeren Hunger zu stillen.
Es dauert ewig bis man die Speisekarte einmal rauf-und runterprobiert hat und die Entscheidung, was man nehmen könnte, ist nie leicht, weil alles so lecker klingt.
In der Karte sind die südindischen Namen der Speisen angegeben, aber es wird immer erläutert, um was es sich handelt.
Alles wird auf Metalltellern serviert, die mich eher an Nordindien erinnern, aber die südindischen Teller, also Bananenblätter, zu verwenden, ist in Deutschland vielleicht etwas arg komisch für viele und außerdem: wo soll man hier so viele Bananenblätter hernehmen? ;-)
Die Getränkekarter kann sich ebenfalls sehen lassen, sogar Bier und Wein aus Sri Lanka sind im Angebot.
4.Und was kostet es?
Die Preise im Suriya Kanti kann man wirklich als günstig bezeichnen, das billigste sind wohl die Brote, die es ab 1€ gibt (wenn man fragt, bekommt man auch eine ganze Tüte Papads eingepackt zum Mitnehmen, für nur 1€!), das teuerste Gericht ist für ca. 14€ zu haben.
Auch die Getränkepreise sind im durchschnittlichen Bereich, Softdrinks gibt's ab 1,30€, ein Bier (0,25l) kostet 1,60€ und Cocktails schlagen mit 3,70€ zu Buche.
5.Die Bedienung...leicht verpeilt, aber nett
Im Suriya Kanti sah man früher ausschießlich Personal, das aussah wie direkt aus Sri Lanka oder Südindien, inzwischen jobben wohl auch deutsche Studenten dort.
Sie sind alle immer sehr nett, nicht aufdringlich und wenn man sie ruft, sind sie recht schnell am Tisch. Zwischendurch fragen sie jedoch nicht, ob es schmeckt und schenken einem auch keine Beachtung, so richtig willkommen als Gast fühlt man sich irgendwie nicht...man bekommt halt Essen serviert. Und fertig.
Und es passieren einem mitunter auch schonmal Dinge wie folgendes:
mein Freund hatte ein Essen mit Erdnüssen geordert, er hatte sich vor allem auf die Erdnüsse gefreut, so dass er doch leicht enttäuscht war, in seinem gesamten Gemüsecurryteller nicht eine einzige Erdnuss zu finden. Auf Nachfrage beim Kellner kam ein recht frech klingendes, aber tatsächlich ernst gemeintes: "oh, hat der Koch eben vergessen...aber ich kann Ihnen die Erdnüsse auch jetzt noch bringen". Naja, ob es Sinn macht, die Erdnüsse nach dem Essen zu bringen? Ok, man hätte sie knabbern können, aber irgendwie ist das nicht ganz das dasselbe wie ein Gericht mit Erdnüssen ;-).
6.Das Publikum
Viel typisches Prenzlberg-Publikum trifft man, also junge Leute und Studenten, aber auch alle anderen Altersklassen sind vertreten und zum Abend und am Wochenende ist es im Suriya Kanti sehr voll, so dass man nicht unbedingt einen Tisch bekommt, wenn man dann spontan vorbeischaut.
Das Publikum ist recht angenehm ruhig und wenn man es nicht drauf anlegt, bekommt man von den Gästen an den anderen Tischen nicht viel mit, da die Tische weit genug ausseinander stehen. Den Flirtfaktor würde ich als gar nicht mal so übel bezeichnen, allein schon wegen den zahlreichen jungen Leuten, die ja typischerweise flirtfreudiger sind als das Publikum in Familienrestaurants.
7.Die Keramikabteilung
Die Toiletten im Suriya Kanti sind auch sauber und man merkt ihnen die starke Frequention nicht an.
Im Vorraum des Toilettenbereiches liegen kostenlose Postkarten aus und auch Infos zu Ayurveda und Yogakursen in Berlin.
Fazit:
Ein Restaurant, in dem sich nicht nur ein Besuch, sondern am besten häufigere Besuche lohnen. Das Essen ist gut und preiswert, das Ambiente angenehm und die Lage ist auch bestens, so dass man nach einem Besuch im Suriya Kanti wunderbar in einen Abend in der Gegend um den Kollwitzplatz starten kann.