Bei dem schönen Wetter, ob nun zu Ostern, zu Pfingsten oder auch an anderen schönen Tagen lohnt sich ein Besuch im Botanischen Garten in Berlin-Dahlem.
Im Botanischen Garten Dahlem ist es immer wieder sehr schön. Dieser gehört zur Freien Universität Berlin und befindet sich in der Königin-Luise-Strasse 6 8 in 14195 Berlin. Ausserdem befindet sich auf diesem Gelände auch das Botanische Museum Berlin-Dahlem. Dort waren wir auch schon drin, aber dieses Mal nicht.
Der Botanische Garten hat eine ganz schön umfangreiche Fläche, alles davon schaffen wir nie an einem Tag, denn wir wollen uns ja die Pflanzen und die Anlagen immer intensiv anschauen und er bildet zu jeder Jahreszeit eine Augenweide und die Gewächshäuser gibt es ja dort auch noch. Insgesamt umfasst der Botanische Garten eine Fläche von 43 Hektar und es sind über 22 000 verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt zu sehen sei es in den Aussenflächen oder auch in den Häusern.
Der Garten ist in verschiedene Pflanzen-Abteilungen gegliedert, es gibt auch einen Faltplan, mit diesem kann man sehen, wo welcher Einzelgarten versteckt ist oder auch wie man zu den Gewächshäusern, den Toiletten oder zum Ausgang gelangen kann.
Aussengelände
Es gibt einen Arzneipflanzengarten, darin sind 250 Heilpflanzen zu sehen. Jede dieser Pflanzen ist durch ein Schild gekennzeichnet, auf dem die wirksamen Inhaltsstoffe, die lateinischen und deutschen Namen (nicht bei jeder Pflanze beide Kennzeichnungen) und die Anwendungsgebiete für den Körper abzulesen sind. Geordnet sind sie nach der Gestaltung des menschlischen Körpers, also von Kopf, über Rumpf bis Fuss, je nachdem, welches Arzneimittel dazu verwendet werden kann.
Im Duft- und Tastgarten das sagt schon der Name, geht es darum, die Pflanzenwelt über Tast- und Geruchssinn zu ergründen. Hier sind die Etiketten der Schilder auch in Blindenschrift zu lesen. Hier macht es richtig Spass, die Pflanzenwelt zu entdecken, denn die verschiedenen Blätter mit ihren Eigenschaften oder auch die verschiedenen Gerüche sind schon sehr interessant.
Verschiedene Pflanzen in den Mooren, Sümpfen, Teichen, Küsten oder ähnlichem Lebensraum kann man innerhalb des Sumpf- und Wassergartens entdecken. Diese Pflanzen sieht man im Normalfall auch selten, da man ja an diese Gebiete gar nicht so herankommt oder versinken würde. Viele dieser Pflanzen sind ausserdem in Europa stark gefährdet. Damit man hier diese Pflanzen bewundern kann, sind sie in kleinen Wasserbecken kultiviert und können so betrachtet werden. Es ist aber wichtig, dass man sie nicht anfasst, denn manche sind giftig.
Im Bauernnutzgarten geht es um kultivierte Gemüse- und Färbepflanzen. Da entdecken regelmäßig unsere Kinder neue Pflanzen, denn, auch wenn wir einen Balkon haben und auch viel herumfahren, einen Garten, so wie ich auf dem Dorf damals, haben wir leider nicht und da kann man durch den Supermarkt nicht immer wissen, wie das Gemüse eigentlich so richtig im Garten wächst oder auch wie die gesamte Pflanze aussieht, denn es gibt ja dort nur die Früchte zu kaufen oder im Glas oder tiefgefroren.
Wenn wir sehen wollen, wie Gartenschmuck angelegt werden kann, dann müssen wir uns in den Italienischen Garten bewegen. Dort ist diese Variante sehr schön gestaltet und der Garten ist geometrisch präzise angelegt, entgegen den
Wiesenflächen, die eher wildwachsend sind. In diesem wieder kann man die Gras- und Wiesen-Blumen-Vielfalt bewundern und das haben wir erst recht nicht auf unserem Balkon und auch vor dem Haus wird regelmäßig von der Stadt her abgemäht, so dass die schönen Wiesenkräuter- oder gräser gar nicht so recht zu Geltung kommen können und der Rasen sehr kurz gehalten wird.
Es gibt auch noch im Botanischen Garten eine Pflanzengeographische Abteilung, darin sind die Pflanzen so angelegt, dass die Pflanzen miteinander oder nebeneinander wachsen, die in den Gebieten auf der Welt gedeihen. Zum Beispiel die Abteilung Alpen, Balkan, Wald, Heide, Steppe, usw. Das finden wir auch interessant, denn da kann man sehen, was so alles ausserhalb von Europa wächst und wie diese Pflanzen aussehen. Das alles ist hier auch dem Gebiet angepasst, zum Beispiel ist der Alpengarten mit Steinen verziert, so wie es im Gebirge auch ist und bei den Steppen oder den Waldgebieten ist die Gestaltung der Pflanzen dementsprechend auch angepasst.
Im Arboretum geht es um 1800 verschiedene Bäume, hier ist ebenfalls unterteilt in Sträucherähnliche Gewächse, Laubbäume und Nadelwald. Einige Bäume in diesem Garten sind schon über 100 Jahre alt. Leider weiss ich nicht, wie alt der Botanische Garten insgesamt existiert. Dieser Teil beinhaltet allein 14 Hektar Fläche.
Es gibt auch eine direkte Ostasien-Gestaltung im Garten. Hier geht es dann um sibirische, chinesische und japanische Pflanzen. Ebenfalls in der Nordamerika-Abteilung sind die Wälder des Atlantiks und des Pazifiks zu sehen und was in den-Prärie-Revieren wächst.
Schau-Gewächshäuser
Eine besondere Attraktion sind immer wieder die Gewächshäuser, die sich ca. in der Mitte des Gartens befinden. Die Häuser sind gekennzeichnet von Buchstabe A bis O. Das grösste Haus in der Mitte ( Haus A) ist das Grosse Tropenhaus, es ist 60 m lang und 23 m hoch und freitragend. Darin sind Palmen, Lianen, Riesenbambus und attraktive Blattpflanzen zu sehen. Ausserdem ist darin auch ein schöner Wasserfall und ein kleiner Teich, über den man auch laufen kann und in dem Wasser sind seltene Fische und Schildkröten zu bewundern. Im angrenzenden Haus O, das nennt sich Victoria-Haus, gibt es die grossen Teich- und Seepflanzen, unter anderem Seerosen mit einem Durchmesser der Blätter von 2 Metern.
Eine eindrucksvolle Begoniensammlung gibt es im Haus B, die Orchideen laden im Haus D ein und wer Bromelien sehen will, der muss bis Haus G vorwärtsgehen. Die Artenvielfalt der Farne oder ähnliche Pflanzen sind im Haus F zu bewundern. Es gibt tropische Nutzpflanzen, wie Kaffee, Vanille oder Kakao im Haus C. Es gibt auch kühlere Häuser, zum Beispiel Haus N, dort sind die Kamelien und Rhododendren eingepflanzt und laden zum Bestaunen ein. Was in Australien wächst kann man im Haus M sehen und das Haus K beherbergt Pflanzen aus Südafrika. Pflanzen der Südhälfte der Erde oder insektenfangende Pflanzen findet man im Haus L. Die subtropischen oder tropischen Trockengebiete mit ihren Besonderheiten bietet das Haus H mit seinen wasserspeichernden Pflanzen.
Hier sind auch die Aloe-Arten mit dabei.
Wer Sukkulenten oder Kakteen sucht oder den berühmten Schwiegermutterstuhl (Kaktus), der muss bis zum Haus I vordringen. Dort sind auch Agaven und Dickblattgewächse zu sehen. Im Haus P machen wir einen Ausflug zum Mittelmeer und zu den Kanarischen Inseln. Es gibt auch vom Haupthaus noch zwei Ableger, dort sind einmal Moose zu sehen und in dem anderen kleine Wüstenpflanzen und die berühmt Wilwitschije, die über 1000 Jahre alt werden kann.
Man kommt von einem Haus in das nächste, ganz automatisch. Die Temperatur der Häuser ist den jeweiligen Pflanzen angepasst, die sich darin befinden. Nur das Haus P ist separat zu betreten.
So, nun habe ich euch den Botanischen Garten Dahlem etwas näher gebracht. Wir gehen insgesamt immer wieder gern in diesen Garten und es ist egal, ob Frühling, Sommer oder Herbst, wir entdecken stets neue Pflanzen, die gerade blühen und bewundern sie gern.
Allein die Aussenanlagen sind sehr schön angelegt und attraktiv gestaltet. Die Wege sind verzweigt und es ist ausgeschildert, wie man zu welchem Garten gelangen kann oder wo er sich befindet. Wir haben auch einen Lageplan, mit dem können wir uns erst recht nicht verlaufen.
Jede einzelne Pflanze, Baum oder Busch ist ein Anschauen wert und wir lernen immer wieder Neues hinzu, denn man kann sich all diese Bezeichnungen und Erklärungen nicht merken und bei jedem Besuch bleibt wieder etwas mehr hängen. Man lernt echt immer dazu.
Die attraktiven Pflanzen in den Häusern geben mir eine Dschungelatmosphäre und das satte Grün der Pflanzen sowie die verschiedenen Kreationen der Gewächse untereinander sehen sehr schön aus. Es ist immer wieder eine Augenweide, dort zu sein. Die Gestalter haben da auch vorgesorgt, denn es gibt in den Häusern auch markante Punkte, wo auch Bänke zum Verweilen und Geniessen stehen.
In den Botanischen Garten kann man übrigens von zwei verschiedenen Seiten gelangen, denn er hat zwei Eingänge. Einmal vom Königin-Luise-Platz und einmal von der Strasse Unter den Eichen.
Der Eintrittspreis hält sich für diese grosse Vielfalt in Grenzen. Erwachsene bezahlen 8 Euro und Kinder 4 Euro. Wir haben aber eine Familienkarte für 10 Euro kaufen können. Das finde ich für einen Tag in diesem grossen Gelände mit seinen Attraktionen eigentlich preiswert und angemessen.
Ausserdem wäre da ja auch noch das Museum, was sich in diesem Gelände befindet. Dort kann man dann auch noch mit hinein. Dort geht es um noch mehr Wissen der Pflanzenwelt allgemein, es beinhaltet vergrösserte Modelle von Feinstrukturen, Hintergrundwissen, Vermehrung und Fortpflanzung von Bakterien oder den höheren Pflanzen, Holzverarbeitung, Imkerei, Anpassung von Standort und Klima, die Entwicklungsgeschichte der Pflanzen, Aufzeigung der Erdepochen bei der Vegetation, Erklärungen der Klimazonen usw usw. Ausserdem finden auch regelmäßig Sonderausstellungen statt.
Toiletten befinden sich am Eingang, bei den Schaugewächshäusern, im Museum es ist auch alles ausgeschildert. Zwischen den Wegen kann man auch Eis kaufen. Einen Shop rund um den Botanischen Garten gibt es bei den Gewächshäusern in der Mitte und eine Gaststätte mit normalen Preisen und schmackhaftem Essen befindet sich am Eingang Unter den Eichen. Dort haben wir auch Mittag gegessen für 41 Euro und 4 Personen und alle waren satt.
Achja, fast hätte ich es vergessen die Öffnungszeiten sind von 9 bis spätestens 21.00 Uhr. Die Häuser schliessen 20.30 Uhr, da wird der letzte eingelassen. Wer sich erkundigen möchte, der kann das telefonisch tun: 030 / 83850-0, für Fax hinten die 186 und für Info die 127. Auch im Internet kann man den Botanischen Garten erreichen: http://www.bgbm.fu-berlin .de.
Ausserdem gibt es auch eine Pilzberatung dort von Mai bis Oktober, und zwar Montag, Dienstag, Donnerstag von 14 bis 16.00 Uhr und Mittwoch von 10 12 Uhr.
Mit der S-Bahn kommt ihr von Station Rathaus Steglitz oder Botanischer Garten, mit der U-Bahn von Dahlem-Dorf oder Station Podbielskialle dorthin.
Es war für uns ein wunderschöner Dienstag, spätestens in einem Vierteljahr werden wir wieder dort sein, dann blühen wieder andere Pflanzen und ein Besuch zum Botanischen Garten Dahlem lohnt sich immer wieder.
Eure DagSonja