Als das Badeschiff im Jahr 2004 erstmals im Sommer seine Pforten öffnete, tauchte es in so ziemlich jedem Stadtmagazin Berlins auf, denn es ist eine recht ungewöhnliche Location. Strandbars gibt es in Berlin ja wie Sand am Meer, aber im Badeschiff kann man eben auch baden und das in der Spree, ohne sich in dass kalte, nicht wirklich saubere Wasser des Flusses zu begeben. Das Badeschiff ist nämlich ein alter Transportkahn, in dessen Bauch alles ausgeräumt wurde und ein Badepool auf voller Länge des Schiffes eingelassen wurde. Die Länge ermöglicht einem allemal hier durchaus richtige Bahnen zu schwimmen.
Das Wasser ist nur 2m tief und immer 22-24°C warm oder kalt, je nachdem wie man das empfindet. Im Sommer hat das Badeschiff kein Dach und man kann hier in der Sonne seine Bahnen ziehen. Im Winter bekommt das Schiff ein Dach, das aber nicht durchgehend ist, man kann jeweils an den äußeren Enden hinaus schwimmen. Hier gibt es auf beiden Seiten Bereiche, die ganz flach sind, so dass man sich hinlegen kann und von hier aus die Schiffe auf der Spree oder in der Nacht die Sterne betrachten kann.
Im Sommer gehört zum Badeschiff eine Strandbar, ein aufgeschütteter Sandstrand, Liegen und Hängematten. Es ist meist sehr voll, vor allem bei gutem Wetter. Einige Stammgäste kommen daher lieber, wenn das Wetter nicht ganz so genial ist, denn dann ist eben entsprechend leerer.
Im Winter bekommt das Schiff, wie gesagt, ein Dach. Aber nicht nur das Schiff, sondern auch ein ganzes Areal an Land bekommt ein dünnes Dach, das aussieht wie ein Zeltdach aus Plastik, gehalten von schick wirkenden dunklen Holzbalken. Das ganze sieht von weitem aus wie ein Raupe, da sich das Gelände auf mehrere Bootsstege, die miteinander verbunden sind, ersteckt. Das Licht strahlt phantastisch auf die Spree.
Hier drin gibt es Liegen, Liegeflächen, eine Bar, an der man zu moderaten Preisen neben Wein, Softdrinks und Bier auch sehr leckere Obstteller bekommt. Im Winter gibt es auch zwei Saunen, von denen aus man, dank großer Glasfronten, eine wunderbare Aussicht auf die Stadt hat. Man sieht richtig, wie alle begeistert da drin sitzen und gebannt heraus schauen, obwohl es im Dunklen nicht wirklich spektakuläres zu sehen gibt. Beide Saunen sind nicht sonderlich groß (maximale Kapizät 24 bzw. 14 Leute) und es gibt auch kaum Duschen. Zum Abkühlen kann man, eben entweder duschen oder aber nach draußen gehen, zu einer der kleinen Terrassen. Oder man geht eben ins Schiff zum Baden. Auch medizinischen Massagen werden angeboten.
Das Publikum ist nicht wirklich das klassische Sauna-Publikum. Im Badeschiff trifft man in erster Linie viele junge Leute, die Leute, die man sonst in irgendwelchen Bars oder Clubs trifft, finden sich zum Baden im Badeschiff ein. Unter der Woche ist es abends und nachmittags angenehm leer. Auf dem Schiff werden auch Partys gefeiert, da ist es dann sicherlich deutlich voller.
Das Badeschiff liegt direkt im Osthafen, hinter der Arena. Der S-Bahnhof Treptower Park ist in der Nähe, man kann binnen weniger Minuten zum Schiff laufen. Der Eingang liegt hinter der Arena, alles wirkt ziemlich verlassen und heruntergekommen. Das Schiff ist ein echtes Highlight. Der Umkleidebereich hingegen ist dies nicht. Er liegt außerhalb des Schiffsbereiches. Hier zahlt man seinen Eintritt (im Winter stolze 12 Euro, im Sommer ist der Badespaß billiger) und geht dann eine gaaaanz schnmale Treppe hinauf in einen Raum, der voller Schließfächer und richtig kalt ist. Er hat den Charme einer alten Industriebaracke und das ist es ja auch. Hier kann man sich umziehen bzw. Im Winter schlichtweg ausziehen, denn die Wellness-Landschaft des Badeschiffs ist ein FKK-Bereich. Nur im Bademantel bekleidet (kann man für 2 Euro auch ausleihen), geht man dann hinüber ins Badeschiff.
Ich muss gestehen, dass mir das Wasser im Winter im Schiff mit 24°C zu kalt ist, zumal es in dem ganzen Badeschiff-Bereich, sieht man von der Sauna ab, recht kühl ist und man trotz Bademantel und eventuell mitgebrachter Decke nicht mehr richtig warm wird. Ich habe mir letztes Jahr nach dem Besuch im Badeschiff eine so heftige Erkältung zugezogen, dass ich damit zwei Monate gekämpft habe. Klar, kann Zufall sein, aber die Tatsache, dass ich mir erst beim Baden einen abgefroren habe (wollte ja da an sich gar nicht rein, aber die Neugierde auf das Schwimmen raus aus dem Innenbereich siegte) und dann den Rest des Abends gebibbert habe, waren sicher nicht förderlich. Dies ist der Grund, weshalb ich dieses Jahr bislang nicht im Badeschiff war. Es ist mir einfach zu kalt. Es ist eine wunderschöne, ungewöhnliche Location mit interessantem Publikum und teilweise kommt man sich, vor allem beim Umziehen in der alten Industriebaracke, vor wie in einem angesagten Nachtclub, denn alles hat so einen gewissen Charme der Improvisation und was von Szene, aber wie gesagt, es ist nichts für Frostbeulen. Im Sommer sieht das schon anders aus, da gibt es im Badeschiff aber eben nur Baden und in der Sonne sitzen und weder Sauna noch Wellness.
Aufgrund der ungewöhnlichen Idee, die hinter dem Badeschiff steckt und der Tatsache, dass das Konzept wohl ziemlich einmalig, würde ich das Badeschiff definitiv als sehr sehenswert einstufen. Der Eintritt ist, im Vergleich an anderen Wellness-Tempeln auch noch im Rahmen, jedoch wird einem nicht auch nicht beliebig viel an Wellness geboten und leider ist es im Badeschiff mitunter ganz schön kalt.
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Accessibility
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness