Vorige Woche haben wir endlich einmal die Gelegenheit genutzt, um das Mauermuseum das Haus am Checkpoint Charlie wie es auch genannt wird, zu besuchen.
Entstehung und Entwicklung
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Entstanden ist das Museum durch die Tatsache des Baues des antifaschistischen Schutzwalls zwischen den beiden Mächten am 13. August 1961. Schon ein Jahr später, am 19. Oktober 1962 eröffnete Rainer Hildebrandt in einer 2 ½ Zimmer-Wohnung in der Bernauer Straße eine erste Ausstellung über die Mauer dazu.
Nachdem sie gut angekommen ist, entschloss sich Rainer Hildebrandt dazu, sich in dem letzten Haus von der westlichen Seite der Grenze anzusiedeln und somit wurde das Mauermuseum zum Haus am Checkpoint Charlie, dieser stellte den Grenzübergang des amerikanischen Sektors zum sowjetischen Sektor dar.
Günstig erwies sich dieser Standort auch für die Fluchthelfer, die aus dem Fenster viele Bewegungen an der Grenzübergangsstelle beobachten konnten. Auch Geflüchtete sahen sich in diesem Haus wieder.
Die Idee des Museums war, das Grenzsicherungssystem zwischen BRD und DDR zu veranschaulichen und den Beistand der Schutzmächte zu bewirken. In dem Museum entstanden dann nach und nach viele weitere Ausstellungen zu verschiedenen Komplexen, die alle etwas mit gewaltfreiem Kampf für Menschenrechte oder nahe liegende Begebenheiten in allen Ländern zu tun hatten. Das Grundthema dabei blieb aber immer die Mauer zwischen Ost und West.
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Während unseres Rundgangs erlebten wir die verschiedenen Komplexe, die ich im weiteren Verlauf meines Berichtes näher vorstellen möchte:
Die Mauer vom 13. August bis zu ihrem Fall
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Das erste Thema im Erdgeschoss und auch noch im ersten Stock handelt von den ersten Maßnahmen zum Bau der Mauer, der am 13. August 1961 begann.
Mit in die Betrachtung einbezogen wurden die voran gegangenen Beobachtungen, die Politik, die damals herrschte, der Volksaufstand am 17. Juni 1953, die Rolle von Josef Stalin und Felix Dzershinski, Plünderungen, Ausblutung des Landes, Flucht in den Westteil der Stadt, etc, alles Dinge, die eine Abriegelung der DDR damals notwendig machten.
Diese politischen Turbulenzen und Einflüsse bedingten den Bau der Mauer, dessen erster Aufbau und weitere Grenzsysteme in diesem Komplex aufgezeigt werden. Dabei wird deutlich, dass die Mauer aus 4 Generationen bestand. Zunächst wurde Draht, dann Hohlblocksteine verwendet, L-förmige Segmente bis hin zur längsten Betonwand mit Rohrsystemen.
Gezeigt werden auch Grenzsicherungsanlagen in Form von unterirdischen Gittern, die in die Flüsse gelegt wurden, Selbstschussgeräte und andere Schikanen für Flüchtlinge. Hundelaufanlagen sind erklärt und original aufgestellt. Ein Modell der Grenzanlagen in der Mitte des Raumes zum Anschauen. Türme in drei Generationen der Grenzsicherheit sind zu sehen, Funkanlagen der Posten etc.
Auch die ersten Fluchtversuche sind dort dokumentiert, die Schlagzeilen machten.
Eine Selbstschussanlage mit ihrer Funktion und Gefährlichkeit ist im Original ausgestellt. Diese sind an den Streckmetallzäunen installiert. Über eine misslungene Flucht, die mit Verletzungen und nachfolgendem Tod endete, wird berichtet.
Dokumentiert sind gelungene Fluchten, die zum Beispiel in Koffern, Kabelrollen, in einem U-Boot, einem großen Lautsprecher, einer Musikanlage, einem Schweißgerät, verschiedenen Autos, Zügen usw. erfolgten. Auch gefälschte Diplomatenpässe oder auch Schweizer Pässe kamen zum Einsatz, amerikanische Uniformen wurden benutzt. Durchbrüche von LKWs und Bussen, getarnten PKWs fanden statt. Meist blieben diese an einer Ecke der Mauer stecken und die Insassen wurden erschossen.
Ein Schicksal machte besondere Schlagzeilen, das war der Tod von Peter Fechter, der angeschossen nach 50 Minuten im Todesstreifen verblutete. Erst danach einigte man sich darauf, Verletzte in ein Krankenhaus zu bringen, vorher war es den Grenzposten verboten, einzugreifen. Ein Holzkreuz erinnert noch heute an dessen Tod.
Berlin von der Frontstadt zur Brücke Europas
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In diesem Komplex des Museums gibt es zahlreiche Dokumente zu sehen, die mit der Geschichte der beiden Teile Deutschlands zu tun haben. Dazu gehören Gemeinsamkeiten ebenso wie Gegensätze, die sich seit dem Ende des 2. Weltkrieges und darüber hinaus entwickelt haben.
Themen der Ereignisse zu diesem Komplex sind also das Ende des 2. Weltkrieges, das zerstörte Berlin, der Wiederaufbau, Blockade und Luftbrücke, der Appell von Ernst Reuter an die Welt, der Volksaufstand am 17. Juni 1953, das Viermächte-Abkommen, die 750-Jahrfeier, der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung.
Das alles ist historisch chronologisch mit Texten und Bildern aufgearbeitet und verständlich dargestellt. Es werden dabei die Darstellungen aus beiden Blickwinkeln also aus Ost und West gezeigt das ist für mich als Ostler besonders interessant gewesen, denn die DDR hat verschiedene Ereignisse natürlich nur aus ihrer Sichtweise gezeigt. Westfernsehen oder auch andere Medien sind in unsere Welt nicht vorgedrungen. Es war sehr aufschlussreich, auch mal zu sehen, wie die andere Seite die Dinge gesehen und ihrer Bevölkerung vermittelt hat.
Es geschah am Checkpoint Charlie
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Im diesem Museumsteil geht es um alle Geschehnisse, die mit dem Checkpoint Charlie zusammen hängen. Dieser war der bekannteste Grenzübergang in Berlin und stellt den Übergang des amerikanischen in den sowjetischen Sektor dar.
Im Oktober 1961, also knapp nach dem Mauerbau, standen sich hier Panzer der USA und der UdSSR gegenüber. Die Verteidigung der fundamentalen Rechte der USA zum Berlin-Status fand hier unblutig statt.
An diesem Standort gelangen auch die meisten Fluchten, zum Beispiel mit dem kleinsten Auto der Welt, dem PKW Isetta, in dessen Vorderteil die Leute durchgeschleust worden. Manche Fluchten sind aber hier auch kurz vor dem Grenzstrich gescheitert. Viele kleine Schleusungen fanden hier vor den Augen der Grenzposten statt.
Dieser Grenzübergang wurde am 22. Juni 1990 offiziell durch eine feierliche Zeremonie abgebaut. Dabei waren die Außenminister der 4 Siegermächte des 2. Weltkrieges und auch der beiden (ehemalige) deutschen Staaten zugegen.
Heute steht dort zwar auch noch ein Häuschen mit der Bezeichnung Checkpoint Charlie. In ihm sind aber Dokumente enthalten, die zum Museum gehören. Vor dem Haus aber stehen zwei Posten in amerikanischen Uniformen, die jeder eine US-Flagge halten, die aber nur Repräsentationszwecken dienen. Mit ihnen zusammen können Fotos gemacht werden. Im Hintergrund sind Blumenkästen aufgestellt.
Der Platz des ehemaligen Grenzübergangs enthält außerdem das Schild Sie betreten den amerikanischen Sektor und Sie verlassen den amerikanischen Sektor und von jeder Seite kann man ein Porträt eines Soldaten sehen einmal in russischer und einmal amerikanischer Uniform. So dient der Platz der Erinnerung an die vergangenen Zeiten bzw. als Denkmal.
Von Gandhi bis Walesa
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In dieser Ausstellung geht es um zahlreiche Dokumente, Aufzeichnungen und Ereignisse aus der ganzen Welt, die mit gewaltfreiem Kampf für Menschenrechte zu tun haben. Dabei spielen auch Religionen wie Christentum, Buddhismus, Moslems, Hinduismus und Judentum eine Rolle.
Auch die Ereignisse in Deutschland bis zu den legendären 4. November und der 9. November 1989 sind aufgezeigt, die Bedeutung der Neuen Forums, der Kirche, die Montagsdemonstrationen, verschiedene Widersprüche und/oder Maßnahmen der DDR zur Verhinderung von Ausreise, die Rolle der Staatssicherheit der DDR.
Der Einfluss von Michael Gorbatschow und seine Theorien werden deutlich. Der Versuch, die DDR zu retten, die Worte Glasnost und Perestroika. Zahlreiche Dokumente der Ereignisse vor der Wende sind zu lesen, der Sturz von Erich Honecker, die Rolle von Egon Krenz und Günter Schabowski.
Es gibt Dokumente von Indien, Polen, China, Ungarn, der CSSR, - alles, was mit Menschenrechten, Durchsetzung von Theorien und Religionen zu tun hat. In Wort und Bild, Ausschnitte von Programmen der Regierungen, Aufstände des Volkes und anderer Schichten, Glaubensvertreter je nach dem jeweiligen Land, was dort passiert ist. Sozusagen eine historische Abhandlung solcher Ereignisse in der ganzen Welt.
Dieser Komplex erschien mir sehr monumental. Die verschiedenen Ereignisse sind nicht so einfach zu verdauen, miteinander zu vergleichen, denn jedes einzelne Land hat seine eigene Geschichte. Die Religionen und Theorien dazu sind verschieden, es ist ein Wahnsinns-Komplex, der aber auch aufzeigt, dass es in verschiedenen Gebieten auf der Welt brodelt und die DDR/BRD-Sache kein Einzelfall ist.
Sicher habe ich hier nicht alles aufzählen können, so vieles kann man sich nach einem Rundgang alleine hier im Weltkomplex nicht merken und niederschreiben.
Die Mauer Maler interpretieren
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Dieser Teil des Museums ist schon fast eine Art Kunstausstellung. Hier geht es um die Verzierung der Berliner Mauer in ihrer ganzen Länge.
Viele Künstler haben sich daran verewigt und ihre ganz eigene Interpretation der Gedanken an die Mauer gemalt. Dabei geht es teilweise um die Erlebnisse innerhalb dieser Zeit, aber auch um Menschenrechts-Themen, die auf den Mauerteilen verewigt wurden.
Auch Sprüche und Parolen sind aufgetragen wurden. Dabei hat zum Beispiel auch der Mauerläufer John Runnings aus den USA beigetragen, der einige Exempel an der Mauer statuierte. Er wurde geduldet, oft festgenommen und immer wieder freigelassen. Auf der Mauer lief er oben entlang, auch nahm er sich eine Leiter und schrieb in die Rohrverkleidung wichtige Botschaften. Mit einer Bohrmaschine schlägt er ein Teil der Mauer heraus und mit einem Rammbock auf dem Autodach wollte er zeigen, wie durchlässig die Mauer doch ist.
Die Mauer ist also für sich gesehen schon ein Dokument an sich, eine Zeitreise der Künstler, eine Botschaft von der ganzen Welt an die ganze Menschheit. Denn es waren auch internationale Künstler am Werk. Graffiti von Bürgern kommen ebenfalls noch hinzu.
Flucht macht erfinderisch
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Allein diesen Komplex dieses Museums füllt eine ganze Etage. Zahlreiche Dokumente in Wort und Bild, Fotos, Skizzen, Erlebnisberichte befinden sich hier.
Über 5000 Menschen ist in der Zeit von 1961 bis 1989 die Flucht gelungen. Allein an zwei Abenden im Jahre 1964 gelang es 57 Personen, die DDR zu verlassen. Die Leute haben alle Mittel und Hebel in Bewegung gesetzt, um das Grenzsicherheitssystem zu überwinden. Dabei waren sie sehr erfinderisch.
Die Tunnel, die in der Zeit gegraben wurden, waren alle verschieden und jeder einzelne hat seine eigene Geschichte, die im Museum nachvollzogen werden kann. Manchmal haben sie 8 Monate gegraben und die vielseitigsten Hilfsmittel dafür benutzt. Einmal handelte es sich um einen Keller, dann um eine Bäckereistube, ein Wohnhaus, von wo der Tunnel gegraben wurde, usw.
Es waren Studenten, Frauen, Kinder und Fluchthelfer im Einsatz. Ständig auf die Gefahr hin, erwischt oder ertappt zu werden, gruben sie Tag für Tag und Monat für Monat um die Grenzanlagen herum, mussten Keller erst abgepumpt werden vom Grundwasser, manche Tunnel auch aufgegeben werden.
Oft schafften es die Leute, den Tunnel zu Ende zu bringen und auch zu flüchten. Meist gelang es bis zu 29 Menschen, die Grenze zu überwinden. Aber es gab auch Tote, denn manches Mal lauerte der Grenzposten schon am Ende des Tunnels. Oder ein Knacken verriet, dass Flüchtlinge unterwegs sind.
Bei den Tunnelfluchten kamen auch Grenzposten zu Tode. Bei einem Beispiel im Museum wurde aufgedeckt, dass Egon Schulz nicht von einem Fluchthelfer, sondern von einem russischen Soldaten erschossen wurde, was vorher nicht zugegeben sondern verschleiert wiedergegeben wurde.
Manche Fluchthelfer wurden später verhaftet, auch schafften es nicht alle Flüchtlinge bis in die Freiheit. Ein bedeutender Fluchthelfer war zum Beispiel Reinhard Furrer, dieser war Ingenieur und flog später dann als Astronaut ins Weltall. Dieser verunglückte im Jahre 1995 bei einem Privatflug mit dem Flugzeug. Viele andere Biografien von Fluchthelfern sind in Tafeln beschrieben und zu jedem genannten Tunnel gibt es Fotos vom Bau und der Flucht der Menschen.
In diesem Teil des Museums sind auch Fluchtfahrzeuge zu sehen, zum Beispiel kleine Flugzeuge, ein Drachenflieger, die o.g. erwähnten Koffer, Musikbox, Lautsprecher, Schweißbrenngerät, Kisten. Bei manchen Gerätschaften ist es mir fast unmöglich gewesen, zu glauben, dass damit Menschen transportiert worden sind.
Eine Frau hat in einer Tasche ihr Kind mit der S-Bahn über die Grenze transportiert, nachdem sie ausprobiert hat, ob sie kontrolliert wird, wenn sie von einer Station des Ostens in den Westen fährt und ihr Kind trainiert, dass es nicht weint.
Zwei Familien haben in längerer Zeit einen Heißluftballon mit Plattform gebaut und sind von Pößneck aus in den Westen geflogen. Diese Tatsache musste aber zweimal getätigt werden, nachdem die Landung beim ersten Mal nicht die nötige Entfernung mit sich brachte und sogar die Grenzsicherung schon aufmerksam wurde. Ein heikles Unterfangen, das beim zweiten Anlauf gelang.
Und so gibt es im Museum zahlreiche Geschichten, die alle mit dem Thema Flucht zu tun haben und anschaulich darstellen, welche Kreativität, Akribie und starker Wille die Leute zu den fast unmöglichen Versuchen zu fliehen, aufgebracht haben.
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Zu allen Themenkomplexen gibt es Texte, Dokumente, Fotos, Skizzen, Grafiken, Pläne, Geschichten, historische Hintergründe, Motive und Erklärungen. Alles ist anschaulich dargestellt, so dass man alles Gelesene nachvollziehen kann.
Der Text ist in 4 Sprachen enthalten. Einmal Deutsch, Englisch, Russisch und Französisch. Die meisten Fotos sind in schwarz-weiß, die Aussagekraft ist davon nicht abhängig. Im Gegenteil kommt doch die düstere und ernste Stimmung dadurch erst zur Geltung.
In manchen Räumen gibt es zudem noch kleine Filme, die originale Aufzeichnungen zum Beispiel von Tunnelarbeiten enthalten. Aber auch andere Themen, die zum Museum gehören, sind in dokumentiertem Filmmaterial zur besseren Veranschaulichung für die Besucher vorhanden. Insgesamt gibt es 16 Themen, die auch auf der Seite http://www.mauermuseum.de /frame-index-mauer.html nachgelesen werden können. Jedes Bild- und Tonmaterial wird in deutscher Sprache ausgestrahlt, mit englischen Untertiteln.
Die Ausstellungsstücke sind im Original zu sehen: diverse Autos, Flugobjekte, die Ballonflucht als Zeichnung, Dokumente, Bilder der Welt, Anlagen verschiedener Art, PKWs mit offener Motorhaube und Einsicht, wie die Leute darin untergebracht waren. Alle Exemplare sind mit Text untersetzt oder umgekehrt, es gibt zum Text immer auch Bilder, Veranschaulichungen etc, so dass man jedes Thema wirklich auch verstehen kann.
Ein beeindruckendes und erdrückendes Material kommt da manchmal zum Einsatz, so wie ich es bisher noch nie in einem Museum oder Ausstellung erlebt habe. Immerhin handelt es sich dabei auch um 41 Jahre Geschichte. Mich hat vor allem beeindruckt, zu welchen Erfindungen die Leute fähig waren, um ihr Ziel zu erreichen.
Ich selbst habe das alles nur in den Nachrichten gehört von einer Seite. Ich muss sagen, ich habe eine große Hochachtung vor den Menschen, die sich auf die Flucht und auch andere gefährliche Dinge eingelassen haben. Ich kann einige Aussagen und Begebenheiten nun besser verstehen als früher, auch wenn ich nie die Notwendigkeit gesehen habe, mein Land zu verlassen oder auch krass verändern zu wollen, auch wenn ich nicht mit allem in der DDR zufrieden war.
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Zum Museum allgemein möchte ich noch sagen, es ist teilweise geräumig, vor allem der neuere Teil, der noch im Umbau begriffen ist. In diesem Teil des Museums war das Fotografieren nicht erlaubt, jedoch habe ich in den anderen Komplexen viele Bilder gemacht, um das Gesehene festzuhalten und nie mehr zu vergessen.
Außerdem hat der Eintritt pro Person für einen Erwachsenen 9,50 Euro gekostet und so konnte ich auch ein paar Eindrücke mitnehmen, dafür hat sich das Geld auch gelohnt, denn bei so vielen Informationen und Dokumenten ist es fast nicht möglich, sich alles zu merken. An Tafeln gibt es auch historische Daten und Zahlen, die mit der Mauer, den Ereignissen, den Toten, der Länge der Mauer in Berlin und auch zur BRD etc. zu tun haben.
In dem Kinoraum werden zwei verschiedene Filme gezeigt. Einmal Mein Kampf und zum anderen wird alle zwei Stunden der Film Mit dem Wind nach Westen, den wir angeschaut haben und der sich auf die Ballonfahrt von Pößneck mit den 8 Personen bezieht, gezeigt. Dieser ist sehr aufschlussreich und spannend, wie sich die Dinge damals entwickelt haben. Am Ende muss ich sagen, dass ich wirklich mit den Flüchtlingen mitgefiebert habe, dass sie es schaffen. Das hätte ich anfangs gar nicht für möglich gehalten, hatte ich doch nie den Gedanken an Flucht gehabt. Es ist schon eine Erfahrung, das Ganze einmal von der anderen Seite zu sehen.
Neben dem Kino und an zwei weiteren Stellen im Museum sind Toiletten. Diese hatten zwar immer nur eine Kabine, waren aber sauber und anstehen musste auch keiner. Ansonsten war das Museum eher überlaufen, es gab viele Leute, die sich für die verschiedenen Thematiken interessiert haben. Auch Ausländer haben wir gehört, dabei waren Engländer oder Amerikaner, Franzosen und auch Russen und Holländer.
Für diese war es abgesehen von der mehrsprachigen Schrift in den Dokumentationen möglich, Audioführungen mit der Eintrittskarte zu erwerben. Bei jedem einzelnen Thema mussten sie dann eine Zahl eingeben, dann konnten sie sich den Komplex mit Tonband anhören.
Die anderen Eintrittspreise belaufen sich übrigens für Schüler und Studenten auf 5,50 Euro und für Gruppen ab 10 Personen für jeden 5,50 Euro. Es gibt Garderobe und Schließfächer, auch Wertschließfächer, diese sind kostenlos. Für Behinderte ist das Museum eher ungeeignet, denn es hat viele Treppen und ist auch an manchen Stellen etwas eng.
Zu erreichen ist das Museum über die U-Bahnlinie 6 und U-Bahnlinie 2 sowie den Bus 129 geöffnet ist es zu allen Tagen im Jahr von 9.00 bis 22.00 Uhr. Ich halte dieses Museum für ein neutrales Museum, das alle Themen der Menschheitsgeschichte in Bezug auf Gewaltfreiheit und Historie beinhaltet, aber sich auch sehr auf die Berliner Mauer und seine Ereignisse konzentriert. Es wird meiner Meinung nach seines Namens gerecht und ich halte deshalb den Gehalt für sehr wichtig und den Eintrittspreis für seine Bedeutung angemessen.
Man sollte das Mauermuseum wirklich einmal gesehen haben. Ich gebe zu, dass ich am Anfang etwas zögerlich war aber es lohnt sich und ich denke, es würde wohl niemand enttäuscht, wenn er sich für diese Dinge interessiert und die Geschichte nachvollziehen und verstehen will. Beeindruckend, hautnah, ergreifend, bewundernd, vielleicht auch an manchen Stellen wütend machend.
Zum weiteren Verarbeitung gibt es nach dem Besuch auch einen Mauershop, in dem man viele Bücher und Souvenire kaufen kann, um das Ganze zu verarbeiten oder auch nochmals nachzulesen. Die Preise gehen von 5 Euro vom kleinsten Buch bis 17,50 Euro zum mittleren Buch bis hin zu größeren Dokumentationen hoch. Alle gibt es auch in englischer Sprache. Andere Souvenire und Bruchstücke der Mauer, Karten, Leporellos, Pläne etc. sind ebenfalls darin erhältlich.
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Ich halte dieses Museum für sehr wichtig, einmal um das Verhältnis zwischen BRD und DDR aufzuarbeiten, aber auch um aufzuzeigen, welche Konflikte es auf der Welt gibt. Das Mauermuseum bildet eine geschichtliche Abwicklung der Geschehnisse innerhalb von 41 Jahren. Dieser Aspekt der Betrachtung sollte während des Besuches und auch danach mitgenommen werden. Ich finde es klasse, dass Rainer Hildebrandt diese Idee hatte. Schade, dass er schon 2004 verstorben ist.
Eure DagSonja
PS: ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit.