Lange schon hatten wir uns vorgenommen, dem Erotikmuseum einen Besuch abzustatten. Letzte Woche haben wir das nun endlich gemacht und wie es uns gefiel und was wir eigentlich alles zu sehen bekamen, darum soll es hier gehen.
Auf der Webseite von Beate Uhse fand ich die Information, dass das Erotikmuseum in Berlin das größte seiner Art auf der ganzen Welt sei. 5000 Exponate auf 2 Etagen gibt's zu sehen und das klingt ja erstmal ganz gut.
Ich hatte mir im Vorfeld so meine Gedanken gemacht, was mAN da wohl so sehen kann, man hat ja immer gewisse Erwartungen, wenn man irgendwo hingeht. Bei Erotikmuseum dachte ich an alte erotische Abbildungen aus Indien (Kamasutra...), aber auch an spannende Dinge wie erotische Kleidung aus verschiedenen Jahrhunderten, antike Sextoys, antike Verhütungsmittel (gehört ja irgendwie auch zur Erotik) und vielleicht noch was über verschiedene Dinge wie Fetische, Homosexualität und mehr und der Umgang damit in verschiedenen Zeiten und verschiedenen Kulturen. Ja, ich hatte mir so einiges spannendes vorgestellt...
Als wir letzte Woche dann endlich in das Museum gingen, war ich erstmal erstaunt, dass das Museum keinen eigenen Eingang hat, sondern man lediglich über den Beate-Uhse-Shop hineingelangt. Da ich deutsche Sexshops irgendwie überhaupt nicht anziehend finde, wäre ich da allein als Frau wohl gar nicht reingegangen, da ich hierzulande halt immer das Gefühl habe, ich gehöre nicht so recht zur Zielgruppe der Läden.
Nachdem wir den Eintritt gezahlt haben, bekommen wir Eintrittskarten und uns wird von der Frau, die die Karten verkauft, der Weg zum Fahrstuhl gewiesen. Damit sollen wir in die 3.Etage fahren und dort ginge es los mit der Ausstellung, über Treppen begibt man sich dann immer weiter runter, bis man wieder unten und somit am Ausgang ist.
Der Fahrstuhl ist klein und mit rotem Samt ausgekleidet. Genauso ausgekleidet ist auch die Etage, in die wir nun gelangen. Und als erstes sehen wir nur eins...Gemälde...Gemäld e...Gemälde. Unzählbar viele Gemälde, lauter chinesische Gemälde, die alle kopulierde Paare zeigen. Das ganze irgendwie sehr eindeutig, nix von der subtilen Erotik, die ich bei indischen Gemälden so gern mag, sondern irgendwie immer fast brutal anmutende Szenen. Ok, alles schön und gut, aber müssen 2500 der 5000 Exponate nun alle so ziemlich dasselbe zeigen, lediglich die Stellung wechselte ab und an, ansonsten glichen sich die Bilder sehr.
Ab und an bekommt man auf der Etage auch ein paar indische Bilder zu sehen, aber leider nicht die niedlichen, wo man die Erotik versteckt irgendwo suchen muss, sondern halt nur ein paar Szenen aus dem Teil des Kamasutra, in dem es um Sex geht.
Ansonsten gibt's auf der Etage auch eine kleine Ausstellung mit Korsagen und jede Menge Glaskästen, in denen man allerlei kleine, erotisch verzierte Alltagsgegenstände bewundern kann. Zunächst ist es schon recht nett, zu sehen, was früher so alles an lustigen Gegenständen gab, aber da sind dann wieder derart viele und schon wieder soviele chinesische Dinge und so viele sich stark ähnelnde Abbildungen, dass es doch widerum etwas langweilig wird.
Bevor es zur Treppe hinab in die nächstuntere Etage geht,kann man nun noch eine Ausstellung über Beate Uhse und ihr Leben anschauen. Die Ausstellung besteht zum größten Teil aus Zeitungssausschnitten und Fotos.
Die Treppe hinab, kommt man in eher heimische Gefilde, hier gibt's Gemälde von Heinrich Zille und andere Bildnisse aus Deutschland in den 30er Jahren. Aber auch indische Abbildungen aus den Kamasutra-Tempeln kann man hier bewundern, ein wenig habe ich mich ein paar Mal über die etwas ungewöhnlichen Schreibweisen für verschiedene Götter gewundert...also fachlich liess da manchmal schon manches ein wenig zu wünschen übrig.
In dieser Etage gibt's auch wieder reichlich viel chinesisches (so langsam wird einem klar, warum es sooo viele Chinesen gibt, gemäss dieses Museums haben sie offensichtlich den allermeisten Sex...).
Auch wird man über diverse Aphrodisiaka aufgeklärt und dabei geht es auch um Umwelt- und Artenschutz, denn oftmals sind Aphrodisiaka ja aus tierischen Produkten, die aus zweifelhaften Quellen stammen.
Tja, und das war es dann...2 Etagen, größtenteils voll mit Gemälden, durchaus erotischen Gemälden, aber insgesamt eher langweilig, da sie immer und immer wieder dasselbe zeigen...meist sind es chinesische Bilder, es gibt aber natürlich auch andere...aber alles hat eher pornomässigen Charakter, keine subtile Erotik, kaum Abwechslung. Schade.
3.Zeitaufwand, Publikum, Bistro und Shop
Wer das Erotikmuseum besuchen möchte, sollte, wenn er wirklich alle Bilder anschauen mag, die an recht verwinkelt gebauten Wänden (- um alles zu sehen, muss man oft mehrfach hin-und herlaufen) hängen, ungefähr 1-1 ½ Stunden mitbringen. Die wenigsten Leute scheinen aber nicht wirlich riesiges Interesse an all den einzelnen Bilderchen zu haben und viele machten den Eindruck eher durch das Museum zu rennen.
Der Großteil des Publikums besteht aus jugendlichen Gruppen, sie kamen mir vor wie Oberstufenklassen auf Klassenfahrt in Berlin, die halt mal was richtig cooles machen wollten. Nur recht wenige Pärchen waren auch dort, allein herumstreifende Männer fielen mir, zu meiner Überraschung, gar nicht auf.
Auf der Homepage von Beate Uhse wurde groß ein Bistro sowie ein Shop, und auch 3 Kinos (davon ein Gay-Kino) angekündigt.
Das Bistro habe ich nicht gesehen. In der untersten Etage, wo dann der Ausgang des Museums ist, ist zwar eine Art kleines Café, da es aber wirkte wie ein Mix aus Sex-Kino und Spielhalle und weil davor ein paar schmierige Typen herumhingen, haben wir das Bistro nicht näher betrachtet.
Auch die beiden Shops, ein großer Beate Uhse-Shop und ein weiterer Sex-Shop lohnen sich irgendwie nicht wirklich, es gibt halt Videos, Toys und billige Fetischkleidung, denen man nunmal auch den Preis ansieht.
Die Kinos müssen wir übersehen haben, aber ich vermute, das ist kein großer Verlust.
Eine Toilette gibt's natürlich auch.Sie ist einigermassen sauber und eigentlich nichts weiter als ein weiß gefliestes, durchschnittliches, öffentliches Klo eben, für dessen Nutzung man nicht zahlen braucht.
Fazit:
Es ist schonmal was anderes als herkömmliche Museen und da Sex so ziemlich jeden interessiert, lockt das Erotikmuseum natürlich jede Menge Kundschaft an, vor allem Schulklassen auf Berlinreise scheint das Museum anzulocken.
Ich persönlich hatte weit mehr erwartet, mehr als nur zahlreiche chinesische Gemälde und so war ich doch etwas enttäuscht als wir die zwei Etagen durchgesehen hatten.
So richtig vom Hocker gerissen hat mich das Museum nicht, es waren zuviele chinesische Bilder, die sich alle ähnelten und mich nervte auch die Anordnung der Exponate mitunter ziemlich, weil man oft im Kreis laufen oder gar wieder zurücklaufen musste.
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Accessibility
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"Must See"-Factor
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Budget Friendliness
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Architecture
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Concept
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Exhibits
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Relevance