Es war an einem (für mich) besonderen Tag im September 2006, an dem mich mein Mann an einen Ort entführte, der schon viele Berlin-Touristen angezogen hat und der für uns ebenfalls eine Attraktion darstellt der Berliner Fernsehturm.
Historische Bedeutung
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Dieses Bauwerk ist ursprünglich im Jahre 1969 entstanden, nach 53 Monaten Bauzeit wurde er am 3. Oktober des erwähnten Jahres eingeweiht. Er stellt gleichzeitig einen Sendeturm, ein weithin sichtbares Gebäude mit historischem Hintergrund dar. Außerdem beinhaltet der Fernsehturm eine Aussichtsplattform und ein Restaurant, das sogenannte Telecafé.
Seine Höhe betrug nach dem Bau 365 Meter, nach der Komplettsanierung und dem Einzug der Telekom wurde er in den Jahren 1995/96 auf 3 Meter erweitert, so dass er nun 368 Meter hoch ist. Die Aussichtsplattform befindet sich auf 203 Meter Höhe, das Restaurant auf 207 Metern.
Alle technische Daten und andere Informationen findet ihr auf der Seite: http://www.berlinerfernse hturm.de/05home.html.
Verkehrsanbindung
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Von unserer Wohnung aus ist das spielend einfach. Wir steigen in die U-Bahnlinie 5 ein und nach 28 Minuten wieder aus. Denn diese Linie verkehrt zwischen Hönow und Alexanderplatz. Auch wenn wir die Station verschlafen sollten, kein Problem, denn der Alex ist Endstation und spätestens nach der Ansage des Sprechers werden wir aussteigen.
Aber auch andere Linien öffentlicher Verkehrsmittel streifen den Alexanderplatz, an diesem Standort sich der Berliner Fernsehturm befindet. Auch die U-Bahnlinien 2 und 8 führen zum Alexanderplatz sowie die S-Bahnlinien 3, 6, 7 und 9. Die Busse Nummer 100. 142, 157, 200, 257 und 348 sowie die Straßenbahnen 2 6 verkehren am und um den Alex. Eigentlich ist dieser Platz unfehlbar und der Fernsehturm in der Nähe logischerweise nicht zu übersehen.
Foyer
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Am Fuße des Turmes angekommen, erreichen wir ein weiträumiges Foyer mit verschiedenen Treppen im Inneren. Diese sind diagonal in 4 Richtungen vorhanden. Im unteren Teil ist u. a. ein Souvenirladen für alle Touristen, die Artikel rund um den Fernsehturm und auch darüber hinaus von Berlin kaufen wollen. Informationsmaterial und Karten gibt es dort auch.
In der ersten Etage und während wir die Treppen heraufsteigen, sehen wir eine Bilder-Galerie von Künstlern, schön gestaltete Wände und eine allgemein schöne Gestaltung, die eine angenehme Atmosphäre ausstrahlt. Das Treppengeländer ist verglast.
Oben ist ein Computer aufgestellt, mit ihm können die Besucher eine virtuelle Fahrt zum Fernsehturm unternehmen oder auch Berlin in Scheiben kennen lernen. Denn es ist möglich, Stadtbilder anzuschauen mit den Hinweisen, um welche Gebäude oder Straßen es sich handelt, sofern sie eine wichtige Bedeutung aufweisen.
An einer Seite befinden sich Toiletten, für die man an dieser Stelle 50 Cent bezahlen muss. Im Inneren der Plattform des Fernsehturm gibt es dann auch kostenlos zu benutzende Toiletten.
Zur Aussichtsplattform
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Bevor wir einen von den beiden Fahrstühlen betreten und in die Höhe fahren können, müssen wir erst einmal einen Beitrag von 8 Euro bezahlen. Ermäßigungen unter den Erwachsenen gibt es nicht. Kinder bis 16 Jahre bezahlen 3,50 Euro und angemeldete Gruppen ab 20 Personen 5,50 Euro.
Da wir lange nicht dort waren konkret seit vor der Sanierung und dieser Tag im September für mich eine besondere Bedeutung hat (mein Geburtstag), lassen wir uns auf diesen Betrag ein und nähern uns dann den Fahrstühlen.
Diese sind zunächst durch eine Tür zu erreichen, die in einen runden Flur führt. Nach rechts geht es zu den Fahrstühlen, um hinauf zu fahren. Von der linken Seite her kommen die Leute, die wieder nach unten gefahren sind. Beide Teile sind voneinander getrennt, so dass die Menschen keine Knoten bilden können bzw. sich gut orientieren können.
Bei den Fahrstühlen müssen wir ca. 3 Minuten warten, bevor wir einsteigen können. Währenddessen können wir auf einem Monitor verfolgen, an welcher Stelle sich die Fahrstühle befinden und auch wie voll sie sind. Eine Laufanzeige in allen Sprachen informiert die Besucher, was sie tun sollen. Also warten einsteigen etc.
Im Fahrstuhl erwartet und ein uniformierter Mann, der für die Leute und das reibungslose Auf- und Abfahren verantwortlich ist. Er informiert während der Fahrt die Gäste, wie das vonstatten geht. In nur 40 Sekunden und in Riesenschritten nachvollziehbar durch eine Anzeige im Fahrstuhl fahren wir nun 200 Meter hoch. Ausgangspunkt sind 6,25 Meter bis zu den 203 Metern zur Aussichtsplattform.
Dort gehen wir geradewegs aus den Fahrstühlen in Richtung der Aussichtsfenster, die riesig sind und jeweils einen großen Teil der Stadt erblicken lassen. Auch Fernrohre sind aufgestellt, für Leute, die Berlin noch genauer ansehen möchten.
Die Plattform ist rundherum begehbar, an den Außenseiten gibt es Hinweistafeln mit Karten und Standpunkten, die erkennen lassen, welchen Teil und Gebäude sowie wichtige Orte gerade von der jeweiligen Stelle sichtbar sind. Bei schönem Wetter kann man so die ganze Stadt und darüber hinaus erblicken. Es ist ein faszinierender Anblick, den man so schnell nicht vergisst. Jeder Berliner und auch Tourist sollte einmal im Leben dort oben gewesen sein.
In dieser Etage befinden sich auch die kostenlosen Toiletten, die ich eingangs beim Foyer schon erwähnt habe. Daneben ist die Garderobe, die wir aber auf Grund des schönen Wetters nicht gebraucht haben und die auch deshalb nicht personalmäßig besetzt war. Eine Vitrine zeigt einige Souvenirgegenstände, die im Shop unten zu haben sind.
Das Restaurant
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Von der Aussichtsplattform aus geht nun eine Treppe in Richtung des Restaurants Telecafe. Eine Frau des Personals des Fernsehturms bekommt vom Oberkellner gesagt, wie viele Plätze im Restaurant frei sind und schickt diese Personenzahl dann hinauf.
Oben sagt der Kellner, um welchen Tisch es sich handelt und schon kann man sich an einem Fensterplatz einfinden. Durch die Einhaltung der möglichen Kapazität im Restaurant ist das auch niemals überlaufen und immer optimal besetzt.
Das Restaurant ist nun kurios, es besteht sozusagen aus drei Teilen. Einmal die Fensterfront, unter der sich auch die Heizung befindet. Daneben die Tische mit den Sitzplätzen, dieser Teil dreht sich während einer Stunde zweimal um den Fernsehturm, so dass man, um alle Teile der Stadt sehen zu können, nichtmal aufstehen und herumlaufen muss, sondern von seinem Sitzplatz aus alles bequem anschauen und dabei dann auch essen oder trinken kann.
Der dritte Teil ist praktisch der des Restaurants, von dort werden die Speisen und Getränke zubereitet und gebracht. Lustig ist, mit anzusehen, wenn die Kellner die Leute bzw. Tische suchen müssen, denn diese bewegen sich ja und von der Bestellung bis zum Bringen der Getränke und Speisen ist der Standort immer irgendwo anders. Wir hatten übrigens den Tisch 9. Wie viele Tische und Plätze insgesamt gibt, habe ich nicht gezählt. Ich konnte auch auf der Homepage diese Angaben nicht finden.
Innerhalb der Speisekarte gibt es ein relativ vielseitiges Angebot. Ich denke, es ist für jeden Geldbeutel und Geschmack etwas dabei. Preislich gesehen haben die großen Gerichte natürlich den höchsten Preis, insgesamt muss ich aber sagen, dass ich mir auf Grund der Bedeutung des Fernsehturms die Preise höher vorgestellt habe.
Um mal einige Beispiele zu nennen Ragout fin kostet 3,95 Euro, Früchtecocktail mit Joghurt 2,80 Euro, amerikanisches Frühstück mit Spiegeleiern, Schinkenspeck, Konfitüre, Butter und Brötchen 6,70 Euro. Bunter Salat mit gebratenen Entenbrust und Honig-Dressing 6,50 Euro.
Gebackene Kartoffel mit Schmand, Matjesfilet und geräuchertem Lachs 6,60 Euro, Kartoffelsuppe mit Partywürstchen 2,80 Euro, Medaillons vom Schweinefilet mit sauce bearneise und Gemüsebandnudeln 11,50 Euro. Das ist natürlich nur ein kleiner Auszug der Speisekarte, sie beinhaltet noch viel mehr, auch für Vegetarier sowie Kalte Speisen, Süßspeisen, Kuchen, Eis und Getränke sowie verschiedene Cocktails.
Wir haben für uns zwei kleine Gerichte zusammengestellt, so haben wir auch gleich mehrere Varianten gekostet. Dazu ein Kännchen Kaffee und ich muss ehrlich sagen, es hat super geschmeckt, wir waren satt und zufrieden. Es war hübsch angerichtet, lecker und gut gewürzt und wir bekamen einen kleinen Einblick in die Gourmetküche.
Gewartet haben wir gar nicht lange, ca. 15 Minuten. Das Personal war freundlich und zuvorkommend, ohne aufdringlich zu sein. Es gab während unserem Aufenthalt im Restaurant keine Zeitbegrenzung, wir haben insgesamt ca. 3 Stunden dort oben verbracht und uns immer wieder die Stadt von dieser Perspektive angeschaut. Ich hoffe, dass meine Fotos, die ich eingestellt habe, euch einen Einblick vom Restaurant und auch dem Panorama der Stadt vermitteln werden. (Wer den Link möchte, bitte melden)
Die Atmosphäre insgesamt war angenehm, die ganzen Möbel waren bequem, die dort ausliegende Speisekarte verständlich. Die Abstände der Tische und Stühle waren so, dass jeder Gast genügend Platz hatte und jeder individuell sein konnte, auch wenn der Raum dort oben eine natürliche Begrenzung hatte. Gelbe Rosen standen auf dem Tisch, der mit einer Tischdecke geschmückt war.
An der Seite, die nicht die Fensterfront bildete, war das Buffet zu sehen, Auslagen von Kuchen und auch die Möglichkeit, das Personal in Aktion zu sehen. Die Türen zur Küche waren einsehbar, auch diese zum Treppenhaus mit seinen 986 Stufen für den Notfall war sichtbar, so dass man auch so ein gutes Gefühl hatte und sich zu keiner Zeit unsicher vorkam, obwohl wir wussten, dass wir uns auf großer Höhe befanden.
Die Wand zwischen der Treppe und dem Buffet hatte ein schön gestaltetes Muster aus Steinen. Auch das ist auf meinen Fotos sichtbar. Schade, dass wir irgendwann doch wieder gehen mussten, denn auch andere Gäste wollten in das Restaurant und die Atmosphäre im Fernsehturm genießen.
Für mich war es ein schöner Tag, zu dem mich mein Mann eingeladen hatte. Denn so oft sind auch Berliner nicht an der höchsten Stelle der Stadt zu finden und sie bedeutet immer wieder etwas Besonderes. Aber nach einer Spanne von ca. 12 Jahren wurde es mal wieder Zeit und ich werde die Eindrücke für einige Zeit speichern, bevor es uns vielleicht wieder einmal einfällt, nach oben auf den Fernsehturm zu fahren.
Eure DagSonja