Detailed review by Mistrinanka
Mistrinanka
Jülich, Germany93%
ERREICHBARKEIT:
Mit der Straßenbahn kann man den Zoo sehr bequem erreichen - eine Haltestelle ist sogar direkt vor der Tür. Am besten orientiert man sich am Hauptbahnhof und steigt dort auf die Straßenbahn um. Mit dem Auto kann man den gut ausgeschilderten Zoo auch erreichen, aber leider sind die Parkplätze meist vergeben (und teuer), so dass man sonst wo parken muss und dann teilweise lange laufen muss, um wieder zum Zoo zu gelangen. Der Zoo selbst ist komplett behindertengerecht konzipiert, so dass man mit Rollstühle beim Parkbesuch keine Probleme haben dürfte. Rollstühle können bei Bedarf sogar an der Kasse ausgeliehen werden.
Kleines Highlight: der Zoo verfügt über einen eigenen Anlegesteg. Wer also einer der Rundfahrtboote irgendwo in der Stadt besteigt, kann den Zoo auch über das Wasser erreichen.
DA MUSS MAN HIN:
Den Zoo kenne ich mittlerweile seit drei Jahrzehnten und eigentlich ist es immer wieder eine Freude dort hinzugehen, auch wenn die Eintrittspreise mittlerweile nicht mehr so moderat sind wie vor 30 Jahren. Publikumslieblinge sind natürlich immer noch die Elefanten, aber auch die Vorführungen durch die Tierpfleger, die es seit einigen Jahren gibt, sind immer wieder interessant - auch für die Großen. Außerdem ist die überwältigende Menge an verschiedenen Tieren schon einen Anreiz hier öfters hinzukommen - es gibt immer wieder etwas Neues zu sehen und zu entdecken. An einem Tag kriegt man das wirklich nicht bewältigt.
Außerdem ist Artis inzwischen weit mehr, als "nur" einen Zoo. Auf dem Gelände findet man nicht nur einen Tierpark, sondern auch ein Aquarium, ein zoologisches Museum, ein echte Sternewarte mit Planetarium, ein geologisches Museum, einen Garten mit Tausende Pflanzen und natürlich auch das obligatorische Zuchtprogramm. Für mich ist der Highlight des Zoos allerdings der Schmetterlingspavillion, wo man den Eindruck hat, als würden einem Millionen von Faltern um die Ohren fliegen.
Was auch ganz toll ist: die Nähe zum Tier. In Artis hocken die Tiere nicht mehr in traditionelle Käfige, sondern die Besucher sind quasi eingesperrt und begeben sich so durch das Terrain der Tiere. Die afrikanische Savanne ist echt toll gestaltet. Die Tiere leben dort so, als wären sie daheim und der Besucher geht auf "Schleichwegen" durch diese Savanne. Sogar echte Höhlen mit Felsmalerein findet man dort. Auch ein echter Wasserfall gibt es dort (danach sollte man sich aber unbedingt abtrocknen im angrenzendem Restaurant, weil das Wasser echt deftig durch die Gegend spritzt). Einfach grandios, was hier geschaffen wurde.
BUDGET-FREUNDLICKEIT:
17,50 für eine Eintrittskarte für den Zoo ist wirklich nicht billig. Das ist teuer. Die Zeiten, wo man für 5 Gulden in den Park konnte, sind schon lange vorbei. Sicher, die Tiere wollen alle versorgt werden und auch das Unterhaltungsprogramm des Zoos will finanziert sein, aber 17,50 um (lapidar gesagt) an Tiere im Käfig vorbei zu schlendern, ist echt happig. "Kleinigkeiten" wie Parkplätze (7 Euro/6Stunden), Toilette, Futter für den Streichelzoo und natürlich auch die Restaurants und Snackbars sind ebenfalls heftig überteuert. Sogar wenn man den Zoo ohne Anhang besuchen würde - 50 Euro muss man schon einplanen an Ausgaben, wenn man Essen, Trinken und etwas unternehmen will im Zoo. Übrigens: die Eintrittspreise für 2008 werden angehoben auf 17,70 Euro/Person.
GASTRONOMIE:
Verhungern braucht man im Zoo wirklich nicht und es gibt reichlich Angebote. Große und kleine Restaurants, aber auch Eisbuden, Getränkestände und Bauchläden - eigentlich kriegt man in jeder Ecke des Zoos etwas für das leibliche Wohl. Und alles schmeckt auch gut, wären da nicht die überteuerten Preise; teilweise 5 Euro für eine Pommes mit Cola. Da bleibt einem die Cola schnell im Hals stecken. Gottseidank gibt es ausreichend Picknickwiesen, wo man sich mit einer mitgebrachten Stulle hinsetzen kann. Keiner wird also gezwungen, das teure Angebot im Zoo wahrzunehmen.
KINDEREIGNUNG:
An der Kasse kann man die Tageszeitung des Zoos gratis mitnehmen. Darin kann man genau ablesen, welche Tiere, wie spät gefüttert werden an dem Tag und auch welche Veranstaltungen es sonst an dem Tag gibt. Dadurch kann man schon am Eingangsbereich mit den Kindern absprechen, was man sehen möchte und in welcher Reihenfolge. Das Angebot ist so überwältigend, dass für jedes Kind etwas dabei ist.
Empfehlenswert sind zum Beispiel die Abenteursuchen durch den Zoo. Drei Touren gibt es speziell für Kinder und eine Tour ist für Familien konzipiert worden. Die Teilnahme an so einer Tour ist kostenlos und dauert zwischen 30 Minuten und zwei Stunden (je nach Programm) und führen durch den ganzen Zoo, wo an bestimmten Stationen gemeinsam Spiele gespielt werden. Die teilnehmende Gruppen sind nicht sehr groß und auf das Alter der Kinder abgestimmt. Hier kommt keine Langeweile auf und die Eltern können sich in der Zwischenzeit einen Teil des Zoos in Ruhe ansehen.
Besonders hervorhebenswert, ist der Lerneffekt des Zoos für die Kleinen. Alles ist so konzipiert, dass auch die Kleinsten verstehen können, worum es geht und alles wurde auch so eingerichtet, dass die Kleinen etwas sehen können und nicht nur auf die Füße der Großen starren müssen.
Plätze zum Tollen und Spielen gibt es drinnen und draußen und sogar eine Bäckerei, wo die Kleinen Plätzchen backen können. Überhaupt gibt es in Artis viele Aktionen, die gezielt die Kinder einbeziehen.
ARTENVIELFALT:
Ich habe noch nie einen Zoo gesehen, der derart viele Tiere hat. Seit letztes Jahr der Schmetterlingspavillion geöffnet wurde, zählt man hier etwa 9.500 Tiere (circa 700 Tierarten) und es werden jährlich mehr und mehr. Kein Wunder, dass man jetzt schon wieder einen Teil des Zoos erweitern muss.
ABSCHLIESSEND:
man kommt gar nicht zu einem Ende, wenn man über Artis berichten möchte. Ich habe in den letzten 3 Jahrzehnten soviel Sachen kommen und gehen sehen, dass ich den Zoo immer wieder als etwas komplett Neues empfinde und mit Sicherheit auch noch nie alles gesehen habe, trotz Dutzender Besuche. Wenn der Zoo nicht so teuer wäre, würde ich bestimmt noch öfters hingehen, den hier bleibt man am staunen und ich freue mich immer wieder wie ein kleines Kind, wenn die Ziegen im Streichelzoo sich um meine Beine drängen und versuchen mir die Tüte Knabberzeug aus der Hand zu reißen, als würden sie nie etwas zu essen bekommen. Und irgendwann, werde ich auch mutig genug sein, endlich mal auf einem Kamel durch den Park zu gehen - das habe ich mich in den 30 Jahren nämlich noch nie getraut.
I. M. Liska für www.trivago.de
Artis9
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