Museum / Exhibition / GalleryJoods historisch Museum

84 out of 100 (6 Sources)
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Joods historisch Museum
Mistrinanka
Mistrinanka (43)
Alsdorf, Germany
98%
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excellent

Lebendig, vielfälltig und absolut sehenswert.

Das Museum verfügt über etwa 12.000 Exponate, allerdings werden diese nicht alle gezeigt. Eine Vielzahl der Exponate befindet sich (aus Platzgründen) in den Depots des Museums und werden nur bei besonderen Ausstellungen und jüdischen feier- und Gedenktagen dem Publikum präsentiert. Da das Museum sich mit der, sich wandelnden jüdischen, Gesichte mitbewegt, gibt es hier auch immer wieder etwas neues zu sehen und zu erleben.
  • 90/100
    Accessibility
  • 100/100
    "Must See"-Factor
  • 80/100
    Budget Friendliness
  • 80/100
    Architecture
  • 100/100
    Concept
  • 100/100
    Exhibits
  • 100/100
    Relevance
  • ERREICHBARKEIT

    Das Museum ist zwar nicht direkt mit dem Auto zu erreichen, aber diverse Parkhäuser und Parkflächen sind knappe 100 Meter vom Museum entfernt. Auch die Metrostation liegt direkt um die Ecke, ebenso wie Bus- und Tramhaltestellen. Wer den Minibus Stop & Go benutzt, kann sogar bis direkt vor dem Museum gelangen. Das gesamte Gebäude und die Ausstellungen wurden behindertengerecht konzipiert und ist für Rollstuhlfahrer problemlos erreichbar und zu besichtigen.

    MUSS MAN GESEHEN HABEN

    Das Museum versucht dem Besucher einen Eindruck des Jüdischen Lebens in den Niederlanden zu vermitteln und greift dabei nicht nur die Geschichte der Juden in den Niederlanden auf, sondern befasst sich auch mit der Entwicklung des Jüdischen Lebens bis heute in all seinen Facetten und befindet sich daher ständig im Wandel, indem es sich der neuen Begebenheiten in religiösen, wissenschaftlichen und kulturellen Aspekten des Judentums in den Niederlanden anpasst. Dieser Wandel wird in Dauerausstellungen, Veranstaltungen und wechselnden Expositionen erfrischend, interessant und teils auch ergreifend präsentiert und so ist das Museum immer wieder neu und aufregend zugleich.

    BUDGET-FREUNDLICHKEIT

    Der Eintrittspreis beträgt derzeit 7,50 Euro, wobei man mit seiner Eintrittskarte aber auch gleich Zutritt erhält zu aktuellen Veranstaltungen des Museums. Sicher ist 7,50 nicht gerade günstig, aber es gibt auch diverse Möglichkeiten, das Museum gratis zu besuchen. Ich besitze zum Beispiel eine so genannte Museums Jaarkaart (für 35 Euro bei allen VVV-Informationsstellen und alle 440 teilnehmenden Museen erhältlich) und kann das Museum also gratis besuchen. Die Museums Jaarkaart ist wirklich sehr zu empfehlen, wenn man regelmäßig in den Niederlanden verkehrt und dort Museen besuchen möchte.

    Wesentlich teurer, aber trotzdem empfehlenswert ist die I love Amsterdam-Card, die ab 33 Euro (gültig für 24 Stunden) kostet und dem Inhaber gratis Transport mit Bus, Tram und Metro durch ganz Amsterdam gewährt. Außerdem darf man damit überall gratis parken und man erhält große Rabatte auf Zutrittskarten für Museen (30 Museen) oder auf die Rechung im Restaurant (20 Restaurants). Mit der I love Amsterdam-Card darf man zum Beispiel gratis in das Jüdische Museum.

    Wer diese Möglichkeiten nicht nutzen möchte, sollte unbedingt sein Parkticket Waterlooplein am Schalter vorzeigen, denn dann erhält man 10 Prozent auf die Parkgebühren zurück. Es gibt also ein paar Möglichkeiten den, doch recht hohen, Eintrittspreis etwas zu reduzieren.

    ARCHITEKTUR

    Das Joods Historisch Museum umfasst nicht nur ein Gebäude, sondern gleich einen ganzen Häuserblock, der ursprünglich aus mehreren Synagogen, Religionsschulen und weitere Gebäude des Rabbinats bestand. Durch Umbauten, Abrisse, Wiederaufbau, Bombardierungen im zweiten Weltkrieg und diversen Renovierungen nach dem Krieg, ist von den ursprünglichen einzelnen Gebäuden nur noch sehr wenig wieder zu erkennen und bilden quasi alle zusammen ein großes Gebäude. Zwar hat sich nach den großen Umbauten in 1923 am Aussehen des Komplexes kaum mehr etwas verändert, aber es ist nicht gelungen den Stil in seinem Ursprung zu erhalten. Ich persönlich vermisse den Zahn der Zeit an diesem Gebäude und finde, dass man hier zuviel restauriert hat. Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass man bei einem restauriertem Objekt auch noch das alter des Objekts wieder erkennen muss, nachdem der Schmutz entfernt wurde und das ist hier nicht der Fall. Die alten Steine (teilweise aus dem 18. Jahrhundert) wirken befremdlich steril und nüchtern neben den anderen gleichaltrigen Häuser in der Straße.

    KONZEPT

    Das Museum gliedert seine Ausstellungen in vier wesentlichen Abschnitten: Religion, Die Geschichte der Juden in den Niederlanden 1600 1900, Die Geschichte der Juden in den Niederlanden 1900 heute und das Kindermuseum. Innerhalb jedes Abschnitts wird die Thematik auf eigener Art und Weise präsentiert.

    So befindet sich zum Beispiel die Abteilung Religion in der einstigen Grote Synagoge und alle Exponate befinden sich dort auch an dem Ort, wo sie auch heute noch in einer Synagoge zu finden sind. Durch dreidimensionale Computeranimationen wird der Besucher in der Zeit zurückgeführt und durch Originaltonaufnahmen und Filmbildern hat man tatsächlich das Gefühl, man würde sich in einer vollen Synagoge im ausgehenden 19. Jahrhundert befinden. Begibt man sich in einem anderen Teil der Räumlichkeiten wird man durch weitere Filme mit der Lebendigkeit des Judentums heute konfrontiert und man ist erstaunt darüber, wie fröhlich es auf manch jüdischer Veranstaltung zugeht.

    Man versucht hier Geschichte und Heute darzustellen und nicht nur die, leider sehr dunklen, Aspekte aus dem jüdischen Leben zu präsentieren. Die Kombination von Bildern, Filmen, Tondokumenten und sonstige audiovisuellen Mitteln geben einen exzellenten Einblick in der jüdischen Religion und Tradition über die Jahrhunderte und zeigt auch sehr deutlich auf, wie unterschiedlich der einzelne Mensch heute in den Niederlanden das Judentum lebt und erlebt.

    EXPONATE

    Da das Museum nur 5 Prozent seiner circa 12.000 Exponaten ausstellen kann, bleibt einem leider den Gesamtüberblick über diese wahrhaft prächtigen Kollektionen vorenthalten. Man kann sich zwar über die ständigen Publikationen über die, in den Depots, versteckten Objekten informieren und mittlerweile auch einen Teil der Sachen in einer Dauerausstellungen im Internet besichtigen, aber alles wird man (leider) nie sehen können. Damit nicht alle Exponate irgendwo in Depots vergammeln, gibt das Museum auch sehr oft Stücke außer Haus viele davon sind zum Beispiel im Jüdischen Museum im Berlin zu besichtigen.

    Außerdem gibt es hier ständig Wechselausstellungen, die noch mal zusätzliche Exponate in das Museum bringen und die Kollektion (zumindest zeitweise) prächtig ergänzen und aufwerten.

    In der Mediathek des Museums findet der Besucher außerdem noch circa 16.000 Bücher, 2.700 Videobänder und DVDs, 10.000 Fotografien, 1.100 Musikaufnahmen und noch etwa 12.000 historische Dokumente.
    Die Qualität der Exponate ist sehr bemerkenswert. Erst dieses Jahr konnte das Museum bei der Kunst- und Antiquitätenmesse TEFAF in Maastricht das Gemälde Judengasse in Amsterdam (1908 - Max Liebermann) ankaufen.

    BEDEUTUNG

    Die Bedeutung des Museums mit seinen unterschiedlichen Kollektionen, Veranstaltungen und den vielen Bildungsprojekten für Groß und Klein ist wirklich sehr groß. Wichtig ist dabei vor allem, dass man hier versucht Vergangenheit und Heute unter einem Hut zu bringen, ohne ständig mit dem Finger auf das Leid zu zeigen, welches den Juden angetan wurde. Gerade weil überwiegend auf das neue, das frische und junge Judentum aufmerksam macht und auch auf die bunte und fröhliche Seite der jüdischen Religion und Tradition eingeht, macht das Museum so wichtig, da es die Zuversicht auf einer besseren Zukunft zeigt und deutlich macht, dass es auch Frieden und Schönes in der Welt gibt.

    I.M. Liska für www.trivago.de

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Comments to this review

  • Nicki2003
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    Nicki2003, 22.08.2008 17:12 o'clock


    so ein Ärger...Jetzt war ich in diesem Jahr schon zwei Mal in Amsterdam und hab das Museum noch nicht entdeckt. Schande über mein Haupt. Aber jetzt wirds gespeichert :) LG Iris
  • dealer903
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    dealer903, 22.08.2008 15:06 o'clock


    das muß ich merken. bin bald in amsterdam. greetz lars