jansdarling2002
Hamburg, Germany98%
Gerne erinnere ich mich an den Bornholm Urlaub 2009 zurück, wo wir viel gesehen haben, unter anderem auch die Hammershus.
Wir sind ja zu Fuß zur Ruine gewandert, und mussten dann den Aufstieg zur selbigen vom Klippenrand aus auf uns nehmen. Immerhin brauchten wir nicht quer am Abhang hinauf krabbeln und vielleicht noch auf Schafs-Hinterlassenschaft en ausrutschen. Nein wir bedienten uns einer Holztreppe, die in leichten Schwingen zur Burgruine hoch führte. Bevor wir uns aber an die zahlreichen Stufen machten, besuchten wir noch den direkt am Fuße liegenden Aussichtspunkt mit den Løvehovederne, die Löwenköpfe, manche sagen auch Kamelköpfe dazu. Diese Verweilen nutzen wir, um Kraft und Energie zu sammeln, denn die Treppe zur Ruine hoch sah anstrengend aus. Gesagt getan, auf ging es, in feinen Schwingen hoch, immer mal wieder bleiben wir stehen, schauten nach unten und zum Regnerisch verfärbten Horizont, und ebenso schauten wir auch zur immer dichter kommenden Ringmauer, welche von Dohlen und Möwen besetzt war.
Oben angekommen standen wir gleich im Schlosstor, uns offenbarte sich sich von diesem Standpunkt aus der ganze Umfang der Ruine, monströs und imposant. Durch die herrschenden Lichtspiele aus Sonnenstrahlen und Regenwolken entstand eine eigenartige Stimmung. Aus der Ferne hörte man das Meer gegen die raue Küste rollen, die Möwen kreischten über unseren Köpfen, da sie sich von den Touristen gestört fühlten.
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Einen selber ergriff hier eine melancholische Stimmung, auf der einen Seite ein Ausdruck von Imposant aber auch ein Gefühl von Trauer und Angst, denn man hatte sich ja vor dem Besuch in Sachen Geschichte fit gemacht und wusste um die Kämpfe der früheren Macht.
Die ersten Infotäfelchen standen bereit, auf welchen man sich in Dänsich, Englisch oder auch Deutsch noch mal die relevanten Infos durchlesen konnte und so einen Überblick erhielt, welches Gebäude der Ruine man sich gerade anschaut. Ergänzt wurden die Informationen durch Skizzen und Bildern, damit ein Gesamtbild entsteht.
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Linker Hand sahen wir die Überreste der Lagerhäuser die damals dazu dienten, die Abgaben der Bürger -welche in Naturalien bezahlt wurden- zu lagern. Heute sind die Überreste ein beliebter Brutplatz von Dohlen, Möwen und Steinkäuzen. Von den Kornkammern, Ochsenställen und dem Butterkeller ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel über, ob es jemals nach den alten Aufzeichnungen wieder hergestellt werden wird, steht heute noch in den Sternen. Deswegen möchte ich da auch nicht weiter spekulieren.
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Drehen wir uns langsam weiter im Vorhof hinter dem Schlosstor sehen wir rechter Hand die erstaunlicherweise noch recht gut erhalte Ringmauer, die einem ein Gefühl von Beklemmung ereilen lässt. Blickt man über die Ringmauer, dann kann man ganz in der Ferne die verschwommenen Küsten von Schweden sehen, sind es doch nur ca. 38 km Luftlinie bis dorthin.
Gehen wir weiter sehen wir am anderen Ende des ehemaligen Burghofes die Türme in der Ringmauer, sowie die Überreste der inneren Vorburgen. Immer mal wieder gehen wir ein paar Schritte zurück, schauen durch die Schieß-Scharten auf die Ostsee, genießen das Panorama, das sich uns bietet, dunkle Regenwolken von der Sonne angestrahlt. Und die Stille, die hier herrscht, selbst die anderen Touristen haben Respekt, die Kinder benehmen sich gesittet, selbst die Hunde scheinen die Stimmung zu spüren und ziehen die Rute ein. Man hört lediglich die Möwen, die kreischend ihre Ruhe verteidigen und das Rollen der Wellen gegen die Løvehovederne... und das rauschen der nahe stehenden uralten Eichen.
.Wir gehen näher an den Turm in der Ringmauer heran, durch ein Loch in dem Mauerwerk kann man in den Keller schauen, aber es ist nur dunkle Schwärze, die empor kriecht, fast könnte man meinen, die ehemaligen Verliese greifen nach einem.
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Gehen wir weiter, sehen wir schon den Mantelurm, welcher ursprünglich nur aus 3 Stockwerken bestand, so bauten der Lübecker Vogt während seiner Besetzungszeit noch 2 weitere Stockwerke drauf, man sieht es auch an dem unterschiedlichen Mauersteinen. (Heute wird gerade dieser Mantelturm restauriert und ist nur bedingt zugänglich). Generell wird darum gebeten, nicht auf den Ruinenresten herum zu turnen, da die Steine meist lose liegen und schnell in Rutschen geraten können. Dort wo man sich ein wenig umsehen kann, sind kleine Haltegeländer angebracht, so das man auch an bestimmten Stellen einen Blick auf die dicke Ringmauer werfen kann.
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Auf dem -leider durch Aufopferung und Teilabriss zur Sicherung von Baumaterialien- entstanden Platz befand sich neben Gesindehäusern noch eine eigene Burgkirche, von der heute nur noch die Überreste zu sehen sind, auch die Kirchenflügel und Kapelle sind nur noch in Resten vorhanden.
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Mittlerweile sind wir am anderen Ende des Ruinen-Innenhofs angekommen, und sehen nun in vollem Ausmaße den Burgturm der inneren Befestigung, sowie die Überreste des Brauhauses und der Bäckerei von Hammershus.
Beeindruckt gehen wir weiter, unser Gesprächsthema wendet sich leise aber bestimmt den Plackereien des Baus zu, alle Steine wurden aus dem Granit der Insel gesprengt und mussten per Pferd und Wagen transportiert werden, wir zollen den Bauherren Respekt, denn wenn ich mir mal gerade den Mantelturm anschaue, dann ist der gewaltig hoch geworden, und das ganze nur mit einfachen und primitiven Hilfsmitteln?
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Wir verlassen den Ruinen-Hof und stehen nun an den Überresten der Ringmauer, von hier aus haben wir eine fantastische Aussicht über Teil der Insel, so sehen wir neben Schafswiesen den vorgelagerten Wald Slotslyngen (Schlossgarten) und Andeutungsweise auch den Burggraben sowie die imposante Brücke über selbigen.
In der Ferne kann man auch schon das Café und das dazugehörige Infocenter mit den angeschlossenen Museum ausmachen.
Wir werfen den Blick noch mal schweigend in die Runde, gedenken den Menschen die hier im Verlies waren und den Menschen die in den Schlachten ums Leben gekommen sind, und machen uns langsam an den Abstieg, denn wir müssen ja auch noch wieder zurück zum Ferienhaus.
An der Brücke über den Burggraben angekommen, werfen wir noch mal einen Blick zurück auf die Hammershus, die nun vor tief dunkelblauen Regenwolken steht und von der hellen Junisonne angestrahlt wird, wirklich ein beeindruckendes Bild. So langsam lässt das beklemmende Gefühl nach und wir wandern zum Café ´.
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Café am Fuße der Hammershus
Hier wird es dann wieder richtig dänisch, ein moderner Bau mit zweckmässigem Museum zur Hammershus, unser Bedarf an kulturellem ist gedeckt, außerdem erschienen uns 80Dkr. (ca 10,80 Euro) für eine Ausstellung bestehend aus einem Raum etwas happig. Außerdem war uns mächtig warm geworden bei der Wanderung und wir waren durstig. Neben den typischen Schnellgerichten bekommt man hier auch Eis,Getränke, die Preise sind grenzwertig, ein 0,5l Wasser kam 8 Dkr (ca.1Euro), der 0,4l Fassbier 35Dkr.(4,70Euro), wobei letzterer unheimlich zischte, denn nun saßen wir windgeschützt in der Sonne, und es war frisch, spritzig und lecker, aus meiner Sicht auch seinen Preis wert.
Schnell noch einmal in den Sanitären, sauberen Anlagen verschwinden und gen Parkplatz wieder auf den Heimweg gemacht.
Übrigens bekommt man hier am Infocenter auch noch zahlreiches Infomaterial zu weiteren Attraktionen und Sehenswürdigkeiten auf Bornholm. Manches ist zwar nur in Dänisch verfügbar, aber wer Plattdeutsch kann, der kommt auch mit dem lesen der dänischen Sprache zurecht.
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Unsere Eindrücke
Wie schon im Laufe des Berichtes erwähnt, sind viele Stimmungen auf uns eingeprasselt, die von beeindruckend bis hin zum melancholischen gingen.
Rein aus dem Touristischen Auge betrachtet ist die Hammershuswirklich eine Besichtigung wert, auf der anderen Seite kann man den Gedanken des Voyeurismus nicht ganz verdrängen. Nebenbei erwähnt, Hammershus ist mit das meistbesuchte Ziel der Insel.
Natürlich ist es beeindruckend, mal Steine an zufassen, die über 400 Jahre alt sind, auch zolle ich jetzt noch Respekt vor den Arbeitern, die diese Burg mit den einst primitiven Mitteln aufgebaut haben.
Da wir am Tage des Besuchs auch noch bedingt durch Sonne und dunklen Regenwolken ein wunderschönes Lichtspiel hatten, kam natürlich noch einmal eine ganz besondere Stimmung auf... die auch die Schönheit dieser Ruine hervorhob.
Kann man bei einer Ruine, die den Schlachten und blutigen Kämpfen um Macht stand gehalten hat, deren Mauern eine Menge Blut aufgenommen haben sowie viele Verbrechen vor der Außenwelt abgeschottet haben, als Schönheit bezeichnen? Ich denke mal schon, auch wenn es eigentlich traurig ist, aber zu der Epoche war noch ein ganz anderes Herrschen.
Ich bin erstaunt das diese Ruine sich nicht selbst überlassen wird, sondern versucht wird dem Wetter- und Altersbedingten Verfall entgegen zu wirken. Man kann an dieser Stelle nur hoffen, das hier nicht allzu viel renoviert wird, und der altehrwürdige Charme verloren geht.
Insgesamt bin ich wie immer von dänischen Attraktionen begeistert, denn diese sind immer mit Informationen versehen, selbstredend in mehreren Sprachen, so auch hier. Diese Infos werden meist auch mit kleineren Bildern untermalt, damit man sich das auch alles vorstellen kann.
Von meiner Seite kann ich bei einem Bornholm-Urlaub die Hammershus als Ausflugsziel empfehlen, entweder baut man sie -so wie wir- in eine Wandertour, ein, oder man fährt gezielt zu ihr hin, zum Ende unseres Urlaubs sind wir noch mal an der Hammershus vorbeigefahren, auf einem Sonntag, ohweia, da war der Parkplatz doch arg gefüllt, und auf dem Weg zur Ruine hoch quälten sich wahre Karawanen von Menschen, also sollte man eher einen Besuch innerhalb der Woche einplanen. Wir waren auf einem Dienstag da, und konnten uns frei und ungezwungen bewegen.
Was soll ich noch sagen? Entweder solch historische Ruinen sind nach eigenem Geschmack oder nicht, für mich war es die erste Burgruine und ich denke mal, da wird vielleicht noch mal die eine oder andere folgen.